Frühlingsstart beim verkaufsoffenen Sonntag in Rheinbach
Innenstadt wurde zur Fußgängerzone
Rheinbach. Nicht nur der Himmel strahlte, als der Vorsitzende des Rheinbacher Gewerbevereins, Oliver Wolf, und der Vorstand den ersten verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr eröffneten. Mit dabei waren Vertreter des Handels und der Politik. Der offizielle Anlass für den verkaufsoffenen Sonntag war die Maikirmes auf dem Prümer Wall. Die Einkaufsstraßen waren mit über 30 Birken, geschmückt mit bunten Papierbändern, als frühlingshafte Flaniermeile hergerichtet worden. Am Vortag hatte der Sängerhof aus Meckenheim die Birken am Brunnen vor Optik Firmenich abgeladen.
Unter der Leitung von Wolf und seinen Mitstreitern Peter Henkes, Marcel Richter und Petra Zavelberg wurden die etwa drei Meter hohen Bäume entlang des Dreesertors, des Voigtstors und der Hauptstraße fachgerecht an den Straßenlaternen angebracht.
Hunderte Besucher waren am Sonntag der Einladung gefolgt und füllten die Straßen und Geschäfte in der Innenstadt. Um 13 Uhr am Sonntag war der Startschuss am Stand vom Monte Mare vor der Raiffeisenbank auf der Hauptstraße.
Bereits am Morgen waren am Dreesertor, am Voigtstor, an der Martinstraße und an der Grabenstraße Sperren aufgestellt worden, sodass die Innenstadt zur Fußgängerzone wurde. Hier konnten die Gäste auf Shoppingtour gehen und sich von der Leistungsfähigkeit der Geschäfte überzeugen. „Wir freuen uns, dass so viele Gäste unsere Stadt besuchen. Das zeigt uns, dass sich unsere Bemühungen, einen erlebnisreichen Sonntag zu bieten, in die richtige Richtung gehen“, freute sich Wolf. Einen Herzenswunsch an die Politik in Rheinbach hatte er noch: „Ich wünsche mir keine acht verkaufsoffenen Sonntage, sondern nur vier. Und diese bitte frei wählbar und ohne jede Einschränkung.
Ein Magnet war die Modenschau auf dem Martinsplatz. Hier konnten sich die Damen von der neuesten Frühjahr- und Sommer-Mode inspirieren lassen. Jeweils fünf Damen und die Inhaberinnen Claudia Wolf und Gabi Eich präsentierten ihre Trends.
Während sich die Damen die neueste Mode anschauten, konnten sich die Herren die Angebote vom Autohaus 3 H Toyota anschauen, das sich auf dem Wilhelmsplatz präsentierte. Dort waren zehn Modelle der neuesten Generation zu bestaunen. Diesmal hatte auch der Obi-Markt von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Und gegenüber konnten sich Interessierte bei RKH Mercedes die neuesten „Jungen-Sterne“ präsentieren lassen. Dort herrschte schon am frühen Nachmittag reger Verkehr, sodass auf dem angrenzenden Hit-Parkplatz kaum noch Plätze frei waren.
Eine besondere Attraktion hatte das neue Mitglied im Gewerbeverein Rheinbach, das Monte Mare, vertreten von Peer Schwetzler, zu bieten. In der ganzen Innenstadt wurden 300 kleine Plastik-Enten mit Nummern von den Mitarbeiterinnen von Monte Mare versteckt. Wer eine davon fand, konnte damit zum Stand von Monte Mare an der Raiffeisenbank kommen und einen Preis abholen. Der Gesamtwert betrug 4600 Euro.
Auch Kindergärten und Schulen beteiligten sich. Der Kindergarten „Rasselbande“ hatte in der Raiffeisenpassage etwas Süßes für die Gäste. Frisch gebackene Waffeln mit heißen Kirchen und Sahne fanden reißenden Absatz. Kaffee und Kuchen gab es bei der Abi-Klasse des St.-Josef-Gymnasiums, die ihren Stand direkt vor dem Voigtstor aufgebaut hatte. Der Erlös war für die Aufbesserung der Abi-Kasse vorgesehen.
Die Kolping-Familie war angetreten, um den Besuchern eine rheinische Köstlichkeit zu präsentieren. An ihrem Stand verkauften die Mitglieder frische Reibekuchen mit Kompott. Einen musikalischen Höhepunkt gab es vor der Kreissparkasse am Bürgerhaus und auf dem Lindenplatz zu erleben. Die Gruppe „Nagare-Daiko“ (japanische Trommelkunst) zeigte ihr Können dem staunenden Publikum. Verschiedene Spielarten mit asiatischen Klängen führten die Trommler unter der Leitung von Jürgen Klatt aus Meckenheim hier lautstark vor. „Achims Sportshop“ auf der Martinstraße hatte für das Straßenfest die Band „Multi Voise“ engagiert. Lokalmatador Matthias Kalenberg sorgte mit seinen Damen für tolle Stimmung bei fetziger Musik, die nicht nur die jungen Besucher begeisterte.
Der Begriff „Rheinbach - Stadt des Glases“ wurde in der Cristallerie Schönberg im wahrsten Sinn wiederbelebt. Hier konnten die Gäste unter fachlicher Anleitung schöne Dinge aus Glas selbst herstellen. Kinder bemalten Glaskugeln mit eigenen Motiven. Auch wie mundgeblasene Glasgegenstände entstehen, wurde hier eindrucksvoll vorgeführt. Und wer seinen Einkauf nicht zu Fuß nach Hause bringen wollte, konnte beim ADFC Rheinbach ein geprüftes, gebrauchtes Fahrrad kaufen. Straßenhändler boten an ihren Ständen frischen Spargel und Erdbeeren, Süßwaren, Lederartikel und Holzschnitzereien an. Der ADFC spendete den Erlös der Rheinbacher Institution „Neue Pfade“.
Durchweg war der Einzelhandel mit dem Ergebnis des verkaufsoffenen Sonntags zufrieden. „Es wird immer schwieriger. Um den ganzen Aufwand, das Programm und die Werbung bezahlen zu können, zahlen alle angemeldeten Betriebe einen Betrag. Leider gibt es immer noch Trittbrettfahrer, die ihre Geschäfte öffnen, sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Hier wollen wir mit Nachdruck Abhilfe schaffen und konstruktiv nachhaken“, bedauerte Wolf das Vorgehen einiger Betriebe. Es könne dazu führen, dass es vielleicht in Zukunft keine Veranstaltungen mehr geben würde, weil sie nicht mehr finanzierbar sind. „Es ist sowieso schwieriger geworden, durch die ganzen gesetzlichen Vorgaben überhaupt noch Termine festzulegen. Da nützt es auch nichts, dass die Landesregierung in ihrem neuen Entfesselungsgesetz bis zu acht verkaufsoffene Sonntage zulassen will. Auch diese müssen an traditionelle Termine angehängt werden. Und die hat Rheinbach nicht“, erklärte Wolf.
Der Rheinbacher Gewerbeverein plane höchstens vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr, fügte Wolf hinzu. Weitere Termine des Gewerbevereins in Rheinbach stehen auch schon fest. Am letzten Tag des dreitägigen Street-Food-Festivals, das vom 1. bis zum 3. Juni auf dem Prümer Wall stattfindet, gibt es den zweiten verkaufsoffenen Sonntag. Auf dem Prümer Wall wird an diesen drei Tagen ein reichhaltiges kulinarisches Angebot aus aller Welt angeboten. Gleichzeitig können die Besucher den verkaufsoffenen Sonntag zum Bummeln und Shoppen in der Rheinbacher Innenstadt nutzen, um die letzten Einkäufe vor dem Urlaub zu tätigen.
Am 16. Dezember findet parallel zum Weihnachtsmarkt der dritte und letzte verkaufsoffene Sonntag des Jahres statt. Die Gäste dürfen wieder eine weihnachtlich geschmückte Innenstadt mit einer großen Auswahl an Weihnachtsgeschenken und an winterlicher Bekleidung erwarten.
