60 Jahre kirchliches Misereor-Hilfswerk
Interessante Einblicke in indische Misereor-Entwicklungsarbeit
Neuwied. Der Bistumsreferent Tomasz Welke besuchte gemeinsam mit dem indischen Caritas-Mitarbeiter Melvin Pangya die Kolpingsfamilie Neuwied 1860 St. Matthias, um in der öffentlichen Informationsveranstaltung die interessierte Teilnehmerrunde über Misereor-Entwicklungsarbeit vor Ort aus Indien direkt zu berichten.
Er koordiniert vor Ort für die Caritas-International über 200 Dorfgemeinschaften im Bundesstaat Maharashtra mit über 25.000 Menschen, um mit ihnen gemeinsam Lösungswege zu finden unter der Maxime: Hilfe zur Selbsthilfe. Dort werden zum Beispiel nahezu 300 Einzelprojekte unterstützt. Wie Melvin Pangya berichtete, ist es Ziel dieser Einsätze, die soziale Unterversorgung und die Fähigkeit der Kleinbauern zur Selbstversorgung zu vermitteln, zu verbessern und auszuweiten, so beispielsweise zur Wasserbevorratung durch Ausheben von Gräben.
Darüber hinaus geht es unter anderem darum, Berufsbildungszentren, das staatliche Schulsystem auszubauen, ein funktionierendes Gesundheitswesen zu installieren, Armut zu bekämpfen.
76 Prozent der indischen Bevölkerung müssen mit weniger als zwei Dollar am Tag leben
In Indien leben zwar weltweit die meisten Millionäre und Milliardäre, aber etwa 76 Prozent der Bevölkerung müssen mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen.
Von besonderer Bedeutung ist die Situation der Straßenkinder und die Kinderarbeit. Es gilt, die Kinder aus dieser Situation herauszuholen und sie zu befähigen, eine Schule zu besuchen und ihre Rechte geltend zu machen. Das sind die großen Herausforderungen des seit über 60 Jahre wirkenden kirchlichen Misereorwerkes. Für die leider sehr überschaubare Teilnehmerrunde war es auf jeden Fall lohnend, eine Wissensbereicherung und die Förderung der Sensibilität für Nöte, Armut, Elend, sozial Schwache und Ausgegrenzte.
Am Ende des Infonachmittages dankte der Kolpingvorsitzende Werner Hammes den Referenten und brachte diesen sichtbar durch die Überreichung eines guten Tropfens Rheinweines zum Ausdruck.
Gleichzeitig sagte er eine noch vom Vorstand zu beschließende Sonderspende unserer Kolpingsfamilie, zweckgebunden für das beschriebene Einsatzgebiet unseres indischen Gastes, zu.
