Abschluss des Jubiläumsjahres des St.-Martins-Chor Bad Ems
Internationale Weihnachtslieder in der Pfarrkirche
Bad Ems. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres des St.-Martins-Chor Bad Ems erklangen internationale Weihnachtslieder in der Pfarrkirche. Weihnachtlich ging es in der katholischen Pfarrkirche St. Martin in Bad Ems zu. Unter der Leitung von Jürgen Blume bildete dieses ungewöhnliche Chorkonzert, abseits der üblichen Weihnachtslieder, den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten „60 Jahre St. Martins-Chor“. Lutz Brenner konnte viele Besucher in der Pfarrkirche begrüßen. Er freute sich, dass sein großer Wunsch in Erfüllung gegangen war. Einmal mit einem großen Komponisten an seiner Seite zu musizieren. Auch Jürgen Blume begrüßte die Zuhörer mit herzlichen Worten, stellte die Musiker, Sängerinnen und Sänger vor. Er wies darauf hin, dass in der ganzen Welt Weihnachtslieder gesungen werden. Jedes hat seine eigene Bedeutung.
So sollten Lieder aus Italien, Spanien, Schlesien, Tschechien zu hören sein. „Lassen sie sich verzaubern von der Harmonie, dem Zusammenspiel der Instrumente und den Stimmen des Chores“. Jürgen Blume komponierte seine Liedkantaten für Weihnachtskonzerte im Sendesaal des Hessischen Rundfunks.
In diesem Konzert übernahmen die Rhein Main Vokalisten und die Jungen Sinfoniker Hessen die musikalische Ausführung. Die klangfarbliche Palette des Orchesters und die Leistungsfähigkeit des Chores gaben den Liedern vielfältige Deutungen und eine abwechslungsreiche Darbietung. Blume geht es darum, bekannte und unbekannte deutsche und ausländische Weihnachtslieder charakteristisch vorzustellen.
Neben den bekannten Liedern wie „Macht hoch die Tür“, oder „O du fröhliche“ um nur einige zu nennen, erklangen das italienische „Dormi, dormi, bel bambin“ und das spanische „Zumba, zumba, welch ein Singen“. Überraschende und interessante harmonische und melodische Wendungen sowie farbige Instrumental- und Zwischenspiele ließen die Lieder frisch und anders als gewohnt erscheinen. Auch die regionalen Besonderheiten der Lieder kamen besonders gut zur Geltung. Innerhalb eines Liedes ist fast jede Strophe anders gestaltet. Die Melodien lagen nicht immer in der Oberstimme, sondern wanderten durch die Stimme. Die Chorsätze waren oft kontrapunktisch und führten die Stimmen imitierend, bisweilen fast streng kanonisch durch den Chorsatz. „Maria und Josef, die machten sich auf die Reise“, ließen die Stimmen der beiden Solistinnen Birgit Ahrens und Silke Pirson in der akustisch reichen Kirche hell erklingen.
In einem jüngeren besinnlichem Weihnachtslied aus den USA singt ein Gestrauchelter, dass ihm ein Wunder widerfuhr („A mircale happend to me“). Das Kolorit und Temperament, das südeuropäische Länder kennzeichnet, fand sich in dem italienischen Schlaflied für den süßen Knaben, „Dormi, dormi, bel bambin“, das nach ruhigem Beginn in einen Engelsgesang mündete.
„Zumba“ ist eine Kuhglocke, die zu den fröhlichen Hirten passt und so sang der Chor das spanische Lied „Zumba zumba, welch ein Singen“ in deutsch. Elias Fenchel begeisterte mit der Weihnachtskantate über drei Lieder „Ein Kind ist uns geboren, Es ist ein Ros‘ entsprungen und O Freude über uns“ mit einem Xylofonsolo. Nach einem lang anhaltendem Beifall gab es die Zugabe „Winterwald“ und man konnte die hellen Glöckchen in der guten Akustik der Kirche hören. Man hatte das Gefühl, ein Schlitten zieht vorbei, kalt genug war es ja. Zum Abschluss dieses festlichen Konzertes lud Jürgen Blume zum Mitsingen „O du fröhliche“ ein.
Foto: MONIKA
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