Wie lässt sich die Zukunft von Bad Ems gemeinsam gestalten?
Investor will mit Workshop Initial- zündung für bessere Vermarktung liefern
Bad Ems. Im stillen Kämmerlein, auch noch außerhalb von Bad Ems, tagte eine kleine Gruppe handverlesener Aktiver. Um die Zukunft von Bad Ems ging es. Dass es sich dabei aber keineswegs um eine Verschwörung, sondern um eine engagierte Initiative für die Kurstadt handelt, wurde jetzt unter Beweis gestellt: Initiator Dr. Stefan Kannewischer, Betreiber der Emser Therme, referierte im Bad Emser Stadtrat zu den Ergebnissen des Zukunftsworkshops. Am Dienstag, 24. November wird das Konzept weiteren Interessierten im Rahmen des Stammtischs des Gewerbevereins ab 19 Uhr im Restaurant „Adria“ vorgestellt.
Bereits vor Monaten wurde bei einem ersten Workshop in Bad Neuenahr Weichen für die Zukunft von Bad Ems gestellt. Erstes Fazit, das Kannewischer, der mit seiner Emser Therme vor drei Jahren unstrittig die Leuchtturm-Investition für die Kurstadt geleistet hat, zieht: Bad Ems hat alles, es wird nur noch richtig präsentiert. Eindrucksvolle Architektur, unterschiedlichste Kulturveranstaltungen, ein vielseitiges Gesundheits- und Wellnessangebot, und alles eingebettet in eine einmalige Naturlandschaft zeichnen Bad Ems aus - es fehle das Komplettpaket. Wie genau das aussehen könnte, soll der Zukunftsworkshop zeigen. Dazu wurde der Status quo festgestellt, um dann Visionen zu entwickeln und schließlich einen konkreten Plan abzuleiten.
Stärken und Schwächen in Bad Ems
Exemplarisch für den Eindruck, den Erstbesucher von der Kurstadt bekommen, berichtete Kannewischer von seiner Premiere: „Ich fuhr durch das enge Tal und war gespannt, was mich da wohl erwartet. Und dann öffnete sich dieses enge Tal, und diese wunderschöne Stadt lag vor mir.“ Beim Workshop stellte sich heraus, was vielen Bad Emsern seit Langem bewusst ist: dass den Stärken mindestens genauso viele Schwächen gegenüberstehen. „Eigentlich ist alles da, aber es muss in klarerer Struktur präsentiert werden. Die Legokiste muss aufgeräumt werden“, fasst es Kannewischer zusammen.
Ziele des Zukunftsworkshops
Erste Ziele des Workshops: Die Marke Bad Ems soll geschärft werden, ein neues Logo den Wiedererkennungswert erhöhen. Ein Tourismusbeirat soll sich sich um touristische Belange kümmern, aber auch direktes Feedback in die Entscheidungsebene bringen. Ein Kultur- und Eventkonzept soll entstehen, Veranstaltungen weiterentwickelt beziehungsweise modernisiert und Termine besser koordiniert werden. Dem Blumenkorso attestierten die Workshop-Teilnehmer ebenso herausragende nationale Werbewirksamkeit wie der Emser Pastille. Den Korso sieht der Workshop aber künftig als mehrtägiges „Garten- und Blumenevent“ - ob allerdings wirklich jemals dazu kleine Beete im Kurpark gestaltet werden, ob eine solche Idee, lediglich von realistischen Umständen gelöste Vision ist, bleibt zunächst offen - lässt aber hoffen.
Auch beim Ortsbild bestehe Handlungsbedarf, resümiert Kannewischer. Zum einen sollte der Sanierung der Bausubstanz Vorrang vor einem Neubaugebiet gegeben werden - Handlungsbedarf in der „Kulisse“ der Stadt sahen aber wohl alle Workshop-Beteiligten, übrigens genauso wie bei der Präsentation von Gewerbe und Gastronomie. Als Kernelement müsse aber vor allem die reichhaltige Geschichte von Bad Ems besser kommuniziert und erlebbar gemacht werden. Eine Idee war zum Beispiel, Geschichtsdinner zur Emser Depesche, die zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 führte, anzubieten, aber auch im Bezug auf die überall präsente römische Geschichte sei vieles vorstellbar.
Jetzt geht der Workshop mit der Präsentation beim Stammtisch des Gewerbevereins in die nächste Runde. Denn, auch darin waren sich die Beteiligten einig, der Zukunftsworkshop kann nur erfolgreich werden, wenn weitere Beteiligte eingebunden werden, Ideen auch konkret umgesetzt werden und kontinuierlich gemeinsam gearbeitet wird.
Willi Willig
