„Waiting for Frank“ vertrieben die Kälte aus den Kreuzgängen
Irische Musik und Lebensfreude in Rommersdorf
Rommersdorf. „Whisky oder Grog wären heute angebrachter als ein Guinness“, meinte Armin Steigler. Mit seinen Kollegen Frank Schork, Marco Schilling, André Clemens und Helmut Lerchl spielte er den Auftakt der diesjährigen Kreuzgang-Konzerte. „Waiting for Frank“ servierten Musik und Lebensfreude aus Irland. Das tat die Band mit so viel Herzblut und Tempo, dass die Besucher die kühlen Temperaturen schnell nicht mehr spürten. Die Profis unter den musikalischen Kreuzgängern hatten sich ohnehin mit dicken Jacken, langer Unterwäsche und warmen Decken bestens präpariert. Die Musiker an den Instrumenten hatten es nicht so leicht. Und so kam die Pause für sie gerade richtig, um sich die Finger zu wärmen. Pünktlich zum 15. Bandjubiläum gastierten „Waiting for Frank“ erneut in Rommersdorf. „Es ist schön, wenn klamme Kommunen trotzdem noch ein paar Euro für Kultur übrig haben“, meinte André Clemens und erntete dafür viel Zustimmung aus dem Publikum. Die Kreuzgang-Konzerte sind seit über drei Jahrzehnten fester Bestandteil der Neuwieder Kulturlandschaft und ziehen auch von außerhalb ihre Fans an. Das rustikale Ambiente in den kühlen, zuweilen zugigen, Kreuzgängen rund um den Kräutergarten der Abtei, hat nämlich seinen ganz besonderen Reiz. Ein reizvolles Ziel für viele Menschen ist auch Irland, mit seiner schroffen und sanften Natur im Wechsel. Nicht zuletzt wegen der Musik. Immer wieder bringt die Insel Stars hervor. Darunter The Cranberries, Chris de Burgh oder U2. Die in den 1990er Jahren in Deutschland erfolgreiche Kelly Family stammt ebenfalls aus Irland. „Waiting for Frank“ servierten Songs aus Irland, Schottland und aus aller Herren Länder, in die Iren ausgewandert sind. Darunter viele Hits bekannter und weniger bekannter Künstler.
Lebensfreude, Guinness oder Irish Pubs
Inhaltlich ging es meist um Lebensfreude, Guinness oder Irish Pubs, die sich im Laufe der Jahre über den ganzen Globus verteilt haben. Mit ausgesuchten Liedern erinnerten „Waiting for Frank“ an geschichtsträchtige Ereignisse. Daran, dass sich in der Vergangenheit auch Christen untereinander terrorisiert hatten. Oder an die Streitlust der Iren. Irische Gewerkschaften waren im englischen Bergbau berüchtigt. In anderen Liedern ging es um Iren, die sich im mexikanisch-amerikanischen Krieg der Konfession wegen der Verliererarmee anschlossen. „City of Chicago“ von Luka Bloom war einer der Songs, den „Waiting for Frank“ förmlich unter die Haut schoben. Nach der Pause legten die Musiker noch mal eine Schippe drauf, sodass schnell niemand mehr still saß. Entsprechend wurde die Band zum Abschluss gefeiert und erst recht nicht ohne mehrfache Zugabe Forderungen von der Bühne gelassen. Weiter geht es mit den Kreuzgang Konzerten am Montag, 22. Mai. Live auf der Bühne steht die Formation Talking Horns. Fernweh ist dabei garantiert. Der Auftritt verspricht in die weite Welt der Musik zu gehen. Talking Horns ist gleichzeitig Name und Programm. Die Band kündigt sich mit schwerem instrumentalem Fuhrpark an. Mit dabei Bassposaune, Baritonsaxophon, Tuba und Sousaphon für tiefes, grooviges Gelände. Posaune, Alt-, Sopran- und Tenorsaxophon. Wenn das Quartett loslegt, könnte man meinen, eine Big-Band sei am Werk. Eine Woche später, am 29. Mai, werden die Kreuzgang-Konzerte von Coustics beendet. Coustics besteht aus vier musikalischen Urgesteinen, die sich der akustischen Musik verschrieben haben. Die „feine Herrenband“, wie sie sich selbst nennt, spielt eigenes Liedgut und Klassiker aus mehreren Jahrzehnten. Coustics versprechen, verschiedenste Songs in einem etwas anderen Rahmen darzustellen. Das Quartett verweist mit Stolz darauf, jedem Lied ein neues Gesicht zu geben, ohne dabei das Original zu verlieren. Beginn der beiden letzten Kreuzgang-Konzerte ist jeweils um 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr. Karten sollte man sich am besten im Vorverkauf sichern.
FF
Helmut Lerchl mit Hackbrett und Percussion sorgten aus dem Hintergrund für richtig Schwung.
