Allgemeine Berichte | 30.01.2018

Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e. V.

„Iss Honig, denn er ist gut“

Honigverkostung und mehr

Rhein-Mosel. „Iss Honig, denn er ist gut“ (Spr 24,13), lautete der Titel der Honigverkostung, die das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel in Zusammenarbeit mit dem Themenschwerpunkt Schöpfung der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Trier anbot.

Eine liebevoll eingedeckte Tafel empfing die 14 Teilnehmer/innen. Mehrheitlich waren es selbst Imker/innen oder aber mit sehr engem Bezug zur Imkerei. Neben sechs farblich markierten Gläschen mit den Honigproben für jeden Teilnehmer standen reichlich Tee, Wasser, Brot zur Verfügung, um nach jedem Probendurchgang die Geschmacksknospen auf die nächste Probe vorzubereiten. Die Referentin Frau Dr. Hennecke, selbst Imkerin und Theologin, informierte zunächst kurz zur Honigherstellung. So sind Bienen blütenstet, dass heißt sie besuchen in der Regel die Blüten einer Pflanzenart, sodass es Sortenhonige von Raps, Kastanie, Löwenzahn und vielen mehr, gibt. Das Ausgangsmaterial hat dann natürlich Einfluss auf Farbe, Geruch, Geschmack und Konsistenz, die zu ganz unterschiedlichen Gesamteindrücken führen. Zucker ist mit rund 80 Prozent der wesentliche Bestandteil des Honigs. Die jeweiligen Anteile von Fruktose oder Glukose machen dann den Unterschied vor allem in Bezug auf die Konsistenz des Honigs. Der Wassergehalt, in der Regel um 17 Prozent, spielt vor allem eine Rolle mit Blick auf die eigentlich unbegrenzte Haltbarkeit des Honigs. Nach dem kleinen theoretischen Exkurs ging es dann ans Verkosten. Ein Blatt mit den Bewertungskriterien und den zugehörigen Beschreibungsbausteinen half, die eigenen Eindrücke in Worte zu fassen. Nachdem alle die erste Probe verkostet und ausreichend Zeit zur Sammlung eigener Sinneseindrücke hatten, wurden die Ergebnisse aller Teilnehmer/innen zusammengetragen. Schließlich galt es die jeweilige Honigsorte heraus zu schmecken. Trotz markantem Geschmack machten es viele Proben den Teilnehmern/innen schwer, die Sorte zu bestimmen. Neben Raps-, Kastanien- und Löwenzahnhonig gab es einen Waldhonig sowie zwei Blütenhonige ganz unterschiedlicher Zusammensetzung. Begleitend zur Verkostung setzte eine intensive Diskussion ein, die die Vor- und Nachteile des großflächigen Anbaus bestimmter Kulturen beleuchtete. Einerseits ermöglicht das die Gewinnung von sortenreinem Honig, andererseits bleibt nach dem Abblühen der jeweiligen Kultur kaum noch Nahrung für die Bienen. Ein Wandern mit solchen Bienenvölkern ist dann fast unumgänglich und der damit verbundene Stress für die Tiere. In Amerika führt das dazu, dass Völker übers Jahr viele Tausend Kilometer transportiert werden und der Honig selbst zum Nebenprodukt wird. Dort ist die Bestäubungsleistung der Bienen die Einnahmequelle des Imkers/in. Ebenso kritisch wurde die Tatsache gesehen, dass viele Imker/innen zwar eine breite Palette an Honigsorten anbieten, es aber häufig nicht erkennbar ist, dass nur wenige davon aus eigener Erzeugung stammen und die anderen zugekauft wurden. Ergänzend zur Verkostung und der Diskussion ließ die Referentin noch interessante Informationen zur Biene und dem Honig einfließen, die einen Einblick gaben, wo und in welchen Zusammenhängen beide in der Bibel erwähnt werden, welche Bedeutung die Biene dort hat und was Grabungsfunde an neuen Erkenntnissen zur Imkerei vor rund 3000 Jahren ergeben haben. Nach einem spannenden Abend, der offensichtlich allen Spaß machte und die Zeit vergessen ließ, verabschiedeten sich die Teilnehmer/innen ausgerüstet mit neuen Eindrücken, vertieftem Wissen und neuen Kenntnissen rund um den Honig. Samentütchen und Tipps, was man im eigenen Garten oder Umfeld tun kann, um Bienen und anderen Insekten ganzjährig Nahrung und Unterkunft zu bieten, befanden sich dann auch noch im Gepäck für den Weg nach Hause.

Mehr Informationen zur Arbeit des Umweltnetzwerks Kirche Rhein-Mosel e. V. findet man auf der Homepage www.umweltnetzwerkkircherheinmosel.de .

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