Allgemeine Berichte | 31.03.2025

Die beabsichtigte Änderung des Jagdrechts in Rheinland-Pfalz hat für viel Aufruhr gesorgt

Jäger: Wolf soll ins Jagdrecht aufgenommen werden

Symbolbild.  Foto:pixabay.com

Kempenich. Generationswechsel bei den Jägern im Kreis Ahrweiler: Beim Rotwildring Ahrweiler hat Christian Möllers Ralf Mocken nach fast 15-jähriger erfolgreicher Arbeit als Vorsitzender abgelöst. Erstmals leitete der 47-jährige Kölner, der seit seinem 16. Lebensjahr den Jagdschein hat, die Versammlung des Rotwildrings in Kempenich. Möllers hatte bereits vor zwei Jahren Mocken im Vorsitz der Hegegemeinschaft Hohe Acht-Kesseling abgelöst. Der Rotwildring ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts der Zusammenschluss der Rotwildhegegemeinschaften im Kreis Ahrweiler (Hohe Acht-Kesseling und Barweiler-Aremberg) mit den Vertretern aus rund 140 Revieren.

Bei der Versammlung am Traditionsort Leyberghalle unterstrich der Kreisbeigeordnete Horst Gies, selbst Jäger, Revierpächter und Vize der Kreisgruppe Ahrweiler, die „gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kreis Ahrweiler als Untere Jagdbehörde“. Gies ging aber auch auf aktuelle große Herausforderungen ein. Die beabsichtigte Änderung des Jagdrechts in Rheinland-Pfalz habe für viel Aufruhr gesorgt. So seien vorgelegte Gesetzesentwürfe mehrfach überarbeitet und angepasst worden. Gies: So sind die beabsichtigten Eigentümerjagderlaubnisse, die absehbar zu chaotischen Zuständen in den Jagdrevieren geführt hätten, in der aktuellen Entwurfsfassung nicht mehr enthalten. Und auch wenn die Bewirtschaftungsbezirke für Rotwild entfallen sollen, bleiben die Rotwildhegegemeinschaften erhalten.“ Das neue Landesjagdgesetz soll statt 2025 im April 2027 in Kraft gesetzt werden.

Neuer Status für den Wolf

Dieses ist laut Gies dem Wolf geschuldet, dessen Abschussregelungen ins Jagdrecht aufgenommen werden sollen. „Anlass hierfür ist neben den zunehmenden nachgewiesenen Wolfsrissen und -sichtungen auch die Absenkung des Schutzstatus des Wolfs in der Berber Konvention von ‚streng geschützt‘ auf ‚geschützt‘.“

Die größte Bedrohung stelle aber aktuell die Afrikanische Schweinepest (ASP) dar. In Rheinland-Pfalz gebe es 72 positive Fälle, deren Schwerpunkte der Kreis Alzey und die Stadt Mainz seien. Diese Fälle seien auf das ASP-Geschehen in Hessen zurückzuführen. Gies, der auch Landtagsabgeordneter ist: „Es wurden entsprechende Sperrzonen eingerichtet und bislang 300 Kilometer Elektrozaun aufgebaut, um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern. Ich wünsche von Herzen, dass uns ein Ausbruch im Kreis Ahrweiler erspart bleibt.

Denn der Kreis Ahrweiler sei ein „einzigartiger Lebensraum, in dem das Rotwild ein Teil der Natur und ein Symbol für die Wildnis und den Erhalt unserer Ökosysteme ist“. Der Kreis Ahrweiler besteht lauft Statistik zu mehr als 50 Prozent aus Wald.

„Rotwild ist nicht der Feind“

Folglich kommt es zu Interessenkonflikten zwischen Waldbesitzern und der Jägerschaft. Hier müsse laut Gies klargemacht werden: „Das Rotwild ist nicht der Feind.“ Die Konflikte entstünden oft aus Missverständnissen und der Angst um Ressourcen. Daher gelte es den Dialog zu suchen und Lösungen zu finden, „die sowohl den Waldbesitzern als auch der Jägerschaft gerecht werden“. Die Herausforderungen des Klimawandels, verändertes Freizeitverhalten und die damit verbundenen Konflikte sollten als Chance gesehen werden, die Gemeinschaft zu stärken und Wege zu finden, „wie wir gemeinsam für den Schutz der Umwelt und unserer Wildtiere eintreten können“. Die Schaffung von Wildruhezonen, die Förderung von Biodiversität und die Entwicklung von Kompensationsmodellen seien nur einige Ansätze, die verfolgt werden sollten. Gies appelliere: „Nur zusammen können wir eine nachhaltige, respektvolle und produktive Beziehung zwischen Menschen und Natur schaffen, zum Wohle des Rotwilds und aller, die im Kreis Ahrweiler leben.“

Vogelscheuche vom Dienst

Auf großes Interesse der versammelten Jäger stieß der Gastvortrag von Ulf Muuß. Muuß ist Berufsjäger und nach eigenen Worten „seit zwölf Jahren die Vogelscheuche vom Dienst am Flughafen Köln-Bonn“. Am Konrad-Adenauer-Airport ist der international erfahrene Jäger für die Flugsicherheit durch Vermeidung von Kollisionen zwischen Vögeln und Flugzeugen zuständig. Zum Einsatz komen dabei unter anderem Falken, Frettchen und auch ein Diensthund. In Kempenich referierte er über unter dem Titel „Schuss raus, Stück weg, was nun? über die Schweißhundearbeit. Wobei Muuß klarmachte, dass wichtigste sei, durch präzises Zielen Nachsuchen zu vermeiden. Und in Richtung von Nichtjägern leistete er zusätzlich nicht ohne Humor Aufklärungsarbeit: „Bei Schwarzwild handelt es sich um Sauen, nicht um Schweine. Schweine sind rosa und haben Ringelschwänzchen.“

Und so war auch in der Statistik von Sauen die Rede. Im vergangenen Jagdjahr wurden im Kreis Ahrweiler 3237 Stücke Schwarzwild erlegt. Bei Rotwild waren es 1302 Stücke, beim Rehwild 4338, beim Muffelwild 254 und beim Damwild 74. Wobei eine Zahl in der Analyse der Statistik herausragt. Allein 323 Stücke Rehwild fielen dem Straßenverkehr zum Opfer. Da greift der Appell von Gies vom gemeinsamen Schutz von Umwelt und Wildtieren.

GS

Generationswechsel an der Spitze des Rotwildrings Ahrweiler: Christian Möllers (rechts) löst Ralf Mocken ab. Foto: GS

Generationswechsel an der Spitze des Rotwildrings Ahrweiler: Christian Möllers (rechts) löst Ralf Mocken ab. Foto: GS

Symbolbild. Foto:pixabay.com

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