Tomburg Winds Orchester
Jahreskonzert begeisterte
Rheinbach. Beinah schon „Kult“ sind inzwischen die Jahreskonzerte der Tomburg Winds Orchester irgendwann im November eines jeden Jahres in Rheinbach. Und das seit mehr als einer Dekade.
So spielten die drei Blasorchester der Musikschule der VHS Zweckverband Voreifel auch an diesem Samstag wieder einmal vor ausverkauftem Haus, nicht alle Interessenten erhielten Einlass.
Nach der Begrüßung durch Musikschulleiter Claus Kratzenberg erheiterten die Jüngsten mit einem unterhaltsamen, musikalischen „Überraschungspaket“ ihre Zuhörer. Komponist und Musikschullehrer Andy Noah Cap leitete das Ensemble in gewohnt individueller Manier: „Alle gespielten Töne abseits der Originalnoten sind Leidenschaft!“ so sein Statement an diesem Abend. Sogar „eine halbe“ Zugabe entlockte das Publikum dieser jungen Formation.
Weiter ging es mit Georg Heide und seinem Jugendorchester und dem Arrangement des Te Deum Prelude von M.A. Charpentier, allseits bekannt als Eurovisionsmelodie. Durch diesen Teil des Abends führte charmant Sarah Bartels, selbst Saxofonistin im Sinfonischen Blasorchester. Nach einigen weiteren Arrangements, ausdrucksstark umgesetzt, schloss das Orchester mit dem Originalwerk Chatterbox Ca Cha von Kees Vlak. Die enorme Niveausteigerung zwischen Kinder- und Jugendorchester ist Motivation für alle, die noch ganz am Anfang stehen.
Nach der Pause ertönte „Stars and Stripes forever“ eindrucksvoll intoniert vom Sinfonischen Blasorchester unter der Leitung von Adi Becker. An der Piccoloflöte begeisterte Sonja Spittel mit der virtuosen Umsetzung der anspruchsvollen Solopassagen.
„Höchststufe“ war das Zauberwort des nun folgenden Werkes Fantasy Tales von Piet Swerts. In der internationalen Kategorisierung der Schwierigkeitsgrade bedeutet dies, den Zenit erreicht zu haben. Und so wuchs das Orchester über sich hinaus, als es dieses Werk zu Gehör brachte. Die Solopassagen gehörten hier Johannes Bartels am Horn.
Musikschulleiter Claus Kratzenberg, gleichzeitig ständiger Stellvertreter in der Orchesterleitung dieses Ensembles, dirigierte im Anschluss ein Werk eines wieder anderen Genres, die „Sorbischen Tänze aus der Lausitz“ von Hans Hütten.
Mit der Filmmusik zu Mission Impossible trat Adi Becker zurück ans Dirigentenpult, Tobias Keil an der E-Gitarre und Justus Maaßen am Keyboard brannten solistische Feuerwerke ab, das Publikum war hingerissen.
„Sting“ war das nächste Stichwort, und auch dieses Medley wurde frenetisch gefeiert.
Den Abschluss bildete ein Arrangement des vielsagenden Werks „Music was my first Love“ von John Miles, Sarah Bartels am Tenorsaxofon sowie Daniel Salchow an der Posaune setzten Akzente, indem sie wechselweise die Solopassagen bliesen.
Stehende Ovationen rangen den ausgezeichneten Musikern und Musikerinnen sowie Adi Becker zwei weitere Zugaben ab, bevor der Abend nach drei Stunden bester Unterhaltung zu Ende ging.
