Bad Breisigerin mit der Ehrennadel des Landes Rheinland Pfalz ausgezeichnet
Jahrzehntelanges Engagement für Kindergarten, Schule und Sport
Landrat Dr. Jürgen Pföhler überreichte Irmtraud Kull Ehrennadel und Urkunde
Bad Breisig. Die Bad Breisigerin Irmtraud Kull, für ihre Freunde und Bekannten einfach die „Rosi“, wurde nach jahrzehntelangem ehrenamtlichem Engagement für das Gemeinwohl mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Die Urkunde, von Ministerpräsidentin Malu Dreyer unterzeichnet und von Landrat Dr. Jürgen Pföhler überreicht, erhielten am Mittwochabend in Bad Neuenahr-Ahrweiler insgesamt fünf Bürger/innen aus dem Kreis Ahrweiler, die sich im gesellschaftlichen Bereich in besonderem Maße verdient gemacht haben. Selbstlos und ohne Bezahlung haben sie sich für andere Menschen eingesetzt. Im Falle von Rosi Kull begann der eine Zweig ihres mehrgleisigen Engagements 1984 als Elternvertreterin im Kindergarten Oberbreisig. 1987 bis 1993 folgte die ehrenamtliche Funktion als Schul-Eltern-Sprecherin an der Grundschule Bad Breisig. Hier lag ihr besonders das Thema „Sport“ am Herzen, also die Umsetzung des Schulsports wie im Lehrplan gefordert. Weitere Akzente setzte sie mit Projekten wie „gesundes Frühstück“, Einhaltung von Standard-Kernzeiten, die Berufstätigen ihr Elterndasein erleichterten, daneben die Hausaufgabenbetreuung, das Projekt „Mehrzweckhalle“ für die Grundschule bis hin zur Unterstützung des „Förderkreises für krebskranke Kinder Bonn“. Und damit ist die Liste noch nicht einmal komplett. Weiter ging es mit der Elternvertretung am Rheingymnasium Sinzig.
Sport war schon immer das große Thema
In den Neunzigern folgten die Mitgliedschaft im Schulträgerausschuss der Verbandsgemeinde Bad Breisig und die Mitarbeit im Vorstand des Tennis Clubs Bad Breisig. Sport war schon immer das große Thema für Rosi Kull, auch schon bevor sie 1978 aus Clausthal-Zellerfeld nach Bad Breisig umzog. Als sie hier frisch angekommen bei der Frauengruppe des Turnvereins Bad Niederbreisig nur einmal kurz vorbeischauen wollte, dauerte das „mal kurz“ schließlich mehrere Jahrzehnte. Denn die junge Dame aus dem Harz war den einheimischen Damen auf Anhieb sympathisch und wuchs schnell in die Verantwortung des Turnvereins hinein. Die Kolleginnen aus ihrem „Turnverein Bad Niederbreisig e. V.“ berichten, dass „die Rosi“ mit Leib und Seele dabei ist. Wen wundert also der kometenhafte Aufstieg zur Oberturnwartin und Ansprechperson für 15 Übungsleiterinnen! Seit 2016 ist Rosi Kull die zweite Vorsitzende. Dank ihres vorbildlichen Engagements (auch in Richtung Anschaffung von Sportgerät) und ihrer enormen Ausstrahlung platzen ihre Kurse aus allen Nähten. Ausgestattet mit einer beeindruckenden Parade von Ausbildungen, Zertifikaten und Lizenzen. So verfügt sie seit 1985 über die A-Lizenz für Gymnastik, um ein Beispiel zu nennen. Alle 23 Einzel-Lizenzen/Zertifikate aufzuzählen, würde den Umfang dieses Artikels sprengen, darum seien mit Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule, Sport bei Osteoporose in der Rehabilitation, Pilates oder Rücken Qi Gong nur einige wenige genannt.
Bei der festen Verankerung im Turnverein wundert es nicht, dass sich nicht nur das Ehepaar Kull mit Jan Kull, einem ihrer beiden erwachsenen Söhnen (der andere lebt in der Nähe von Hamburg) zur Feierstunde auf den Weg machte. Es brach vielmehr eine 11-köpfige Delegation aus Bad Breisig auf, darunter neben dem 1. Vorsitzenden des Turnvereins Raimund Schmidgen (seit 35 Jahren Mitglied) auch Gitta Neusser (Kassenwartin, seit 25 Jahren dem Verein treu) oder Elfi Vorbau (im Verein für die Pressearbeit zuständig). Auch die Politik war mit dem Landtagsabgeordneten Guido Ernst, Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach und Stadtbürgermeister Udo Heuser entsprechend stark vertreten.
Doppelbelastung gut gemeistert
Landrat Dr. Jürgen Pföhler hatte bei der Überreichung der Ehrennadel plus Urkunde betont, dass bei einem starken ehrenamtlichem Einsatz, auf den unsere heutige Gesellschaft gar nicht mehr verzichten könnte, auch das familiäre Umfeld stimmen muss. Die Familie dürfe ja auch nicht zu kurz kommen. Auf diese Problematik angesprochen, erklärte Rosi Kull dem BLICK aktuell: „Es war manchmal ein echter Spagat, aber ich habe es immer gut hinbekommen, dass weder meine Familie, noch meine ehrenamtlichen Aufgaben unter der Doppelbelastung gelitten haben - zum Glück“. Und mit dem Spagat-Vergleich bleibt sie auch hier wieder bei ihrer Herzensangelegenheit, beim Sport!! KMI
Die „ausgezeichnete“ Rosi Kull mit Ehemann Bernd Kull (r.) und Sohn Jan (l.).
Neben der Ehrennadel (bereits am Revers) überreichte Dr. Pföhler der Breisigerin auch zwei Flaschen Rotwein von der Ahr. Nach seiner Meinung die „beste Medizin - auch gegen Rückenschmerzen“, spielte der Landrat auf die Bad Breisiger „Rückenschule“ an.
