Willy-Brandt-Forum Unkel
Jamlitz: NS-KZ und sowjetisches Sonderlager
Eine Geschichte aus dem geteilten Deutschland
Unkel. Annähernd 200.000 Menschen wurden zwischen 1945 und 1955 in Gefängnissen des sowjetischen Geheimdienstes in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) inhaftiert. Es handelte sich um Gegner der Besatzungsmacht und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), aber auch um Menschen, die sich gegen die Besatzungspolitik auflehnten. Dazu zählte Christa Maliga (geb. 1927) aus Lübben/Spreewald. Nach der Haftentlassung verzog sie als verheiratete Rosenzweig nach Bonn, ihr Sohn Christian lebt heute in Unkel. Es zählt zu den Absonderlichkeiten deutscher Despotie, dass das sowjetische Speziallager Nr. 6 im Jamlitz, in dem Christa Maliga inhaftiert war, zuvor als Außenstelle des KZ Buchenwald diente.
Der Leiter der Dokumentationsstelle Lager Jamlitz, Dr. Andreas Weigelt, wird in einem Vortrag am Freitag, 30. Juni, 19.30 Uhr im Willy-Brandt-Forum Unkel, Willy-Brandt-Platz 5, Unkel das System der sowjetischen Haftstätten in Deutschland, die Gründe ihrer Entstehung und ihre Entwicklung darstellen. Am Beispiel der verhafteten Christa Maliga wird er den zivilen Widerstand von Jugendlichen im Spreewald schildern. Der Vortrag wird begleitet von der Ausstellung „Erhebe den Blick“ Sowjetische Haftstätten in Deutschland 1945-1955 im Spiegel künstlerischer und literarischer Zeugnisse.
