Allgemeine Berichte | 25.09.2018

Fünf Musiker begeisterten in ehemaliger Synagoge Niederzissen

Jazz, Chanson, Gipsy-Swing, Pop und Rock‘n‘Roll

Die Freude am Musizieren der Gruppe Nid de Poule war beim Auftritt zu spüren und begeisterte die Zuhörer. privat

Niederzissen. Mit der aus Mainz und Darmstadt stammenden fünfköpfigen Formation Nid de Poule, dem Hühnernest, erlebten die Besucher in der ehemaligen Synagoge Niederzissen erneut ein Konzert der Extraklasse im Veranstaltungsreigen des örtlichen Kultur- und Heimatvereins.

Mit überwiegend eigenen Texten, Kompositionen und Arrangements französischer Chansons im Gipsy-Swing Stil mit einer Prise Jazz und Rock’n‘Roll sprang der Funke schnell auf die interessierten Zuhörer über.

So erreichte der Kontrabassspieler Jürgen Dorn mit seinen launischen Kommentaren zu den einzelnen, teils bei „Betriebsausflügen“ in Frankreich und Rumänien spontan entstandenen Musikstücken, wie Le Pingouin, L’amoureuse, Loirenacht und Ruga, Ruga, die Herzen der Zuhörer und zog sie auch mit vorwärtstreibende Kontrabasslinien, virtuosen Soli und trommelnden Tönen in seinen Bann.

Gelassene Atmosphäre durch Musik

Dr. Frank Zinkant ließ als brillanter Rhythmusgitarrist sowohl als Solist, als auch gemeinsam mit Gerd Rentschler an der Gipsygitarre die Atmosphäre der Jazzclubs des linken Seineufers in Paris der Dreißigerjahre des letzten Jahrhunderts aufleben.

Dieses beschwingende Gefühl, gepaart mit Energie und Kraft verkörperte Bille Klingspor mit ihrem Gesang. Sie schien, wie das ganze Ensemble, schwerelos zu schweben, und erfreute die Besucher mit ihrer klaren Stimme voll tiefer Melancholie bis hin zu ansteckender Lebensfreude, die einige Besucher zu einem Tanz im Dreivierteltakt einer Valsemusette animierte.

Die Fünfte im Bunde, Almut Schwab, ist in der ehemaligen Synagoge Niederzissens bereits eine bekannte Größe im Konzertreigen und begeisterte erneut bei ihren jetzigen vierten Auftritt mit ihrem Akkordeon und erstmals mit gekonntem Querflötenspiel bei leisen Tönen „Sans elle“ – „ohne sie“ zur Eröffnung des Konzertes und mehrfachem virtuosen Wechsel mit dem Akkordeon.

Wie der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Richard Keuler verriet, wird Almut Schwab im kommenden Jahr am 13. April mit der Formation Klezmers Techter und am 7. Juli mit dem Duo Adafina erneut in Niederzissen zwei Klezmerkonzerte geben.

Nid de Poule, vor vier Jahren als Experiment auf bislang unbekanntem Terrain entstanden, erwies sich auch in Niederzissen als Erfolgsrezept.

Drei Zugaben zeigten, wie gut die Band ankam

Bis hin zu den drei Zugaben war die Freude zu spüren, mit der Musikerinnen und Musiker ihre Potenziale voll ausschöpfen, dabei die Besucher zum Mitsingen animierten und auf eine Reise durch die Welt der Gefühle mitnehmen.

Die nächsten Konzerte in der ehem. Synagoge finden am Samstag, 27. Oktober, 19 Uhr mit dem Duo Lustgarden, Jutta Meiningen und Ulli Herschbach, und ihrem aktuellen Programm „La vie en rose“ und am Sonntag, 18. November, 17 Uhr mit dem Akkordeonvirtuosen Alexandre Bytchkov statt.

Kartenreservierung beim Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V., Tel. (0 26 36) 64 82 oder unter info@khv-niederzissen.de. Weitere Infos unter www.lustgarden.de und www.alexandre-bytchkov.de.

Die Freude am Musizieren der Gruppe Nid de Poule war beim Auftritt zu spüren und begeisterte die Zuhörer. Foto: privat

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