Großes Fly-In der „tollkühnen Männer“: 70 Oldtimer-Flugzeuge erobern den Luftraum über Montabaur
Je oller, desto doller: Betagte „Models“ auf dem himmlischen Laufsteg
Montabaur. Der (himmlische) Laufsteg befindet sich ein paar Meter über der Grasnarbe. Und die „Models“ und „Mannequins“ sind, auch wenn schon etwas angejahrt, äußerst attraktiv. Das Alter macht ja erst ihren Reiz aus. Das ist wie beim Wein. Je oller, desto doller. Rund 70 betagte Flugzeuge aus den Kinder- und Jugendjahren der Luftfahrt geben sich am ersten September-Wochenende auf und über dem südlich von Montabaur gelegenen Segelfluggelände des LSC Westerwald die Ehre. Der Luftraum über dem malerisch gelegenen Flugplatz Körlen wird vom 2. bis zum 4.September zu aeronautischen Altersheim, dessen Bewohner aber allesamt noch fit und (sehr) gut in Schuss sind.
Nach 2013 lädt der Luftsportclub damit erneut Nostalgie-Piloten zur Grillparty ein. Zusagen aus ganz Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland liegen inzwischen vor. Das mit dem Grillen erklärt sich aus dem Namen der Veranstaltung: „Barnstormers Barbecue“. Wobei der Begriff „Barnstormer“ vielleicht noch einer kurzen Erklärung bedarf. So nannte man in den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine bestimmte Spezies von Piloten, fliegende Schausteller, die, einzeln oder im Pulk, über Land zogen, pardon, flogen, um an ausgesuchten, Publikumsinteresse verheißenden Orten ihre Kunststücke vorzuführen und nebenbei den ein oder anderen Dollar durch Passagierflüge zu machen. Abends loderte dann das Grillfeuer. Jene, die sich darum versammelt hatten, kommunizierten überwiegend in Fliegerlatein miteinander, um den Rest der kurzen Nacht im Schlafsack unter den Tragflächen ihrer Flugzeuge zu verbringen. Morgens ging es dann in aller Frühe neuen Zielen entgegen.
Fliegerlatein und Lagerfeuerromantik
Ein Stückchen vom Geist dieser Fliegerromantik hofft LSC-Organisator Herbert Höhn in die Neuzeit hinüberretten zu können. Er und die Seinen beschwören das „Golden Age of Aviation“. Wenngleich nicht alle dieser „tollkühnen“ Männer (und Frauen), die sich angesagt haben, tatsächlich noch unter den Flügeln ihrer historischen Klein- und „Großode“ nächtigen.
Viele wissen den Komfort eines weichen (Hotel-)Betts eher zu schätzen. Anderen genügen ein paar Quadratmeter Zeltplane. Aber es sind ausnahmslos echte Kerle und taffe Typen, die viel Abenteuerliches zu erzählen wissen. Auch wenn man ihnen jetzt nicht gleich alles glauben sollte.
Unter den erwarteten Flugzeugen, in ihrer Mehrzahl Doppeldecker, sind viele Raritäten, Klassiker der Luftfahrt, wie man sie in dieser Zusammenballung andernorts sonst kaum zu sehen bekommt. Damit zählt die die Schnauferl-Parade in Montabaur zu den größten ihrer Art in Deutschland. Am Line-up lässt sich die Entwicklung der Luftfahrt in den vergangenen Jahrzehnten nachvollziehen. Die Gästeliste liest sich wie das Who’s Who des internationalen Flugzeugbaus. Boeing Stearmans, Bücker-Jungmänner, Jungmeister, Bestmänner, Focke-Wulf Stieglitz(e), Stampes, Klemms, Jodels, Piper-Cups, Kiebitze, Comets - alles echte Hingucker.
Der satte Sound der Sternmotoren
Die Aero-Fans im Allgemeinen und Oldie-Freunde im Speziellen dürfte noch etwas freuen: Der Eintritt ist frei. Den luftigen, vom satten Sound der Sternmotoren untermalten Spaß gibt es zum Nulltarif. Ein starrer Programmablauf ist jedoch nicht vorgesehen. Das Geschehen wird von der Zufälligkeit des Augenblicks diktiert. Die Piloten starten und fliegen nach Lust und Laune, einzeln oder in Formation, geradeaus oder Hals über Kopf. Und die Gelegenheit, selbst einmal ins Cockpit einer dieser seltenen Maschinen zu steigen und sich den Fahrtwind sowie den markanten Benzin- und Ölgeruch um die Nase wehen zu lassen, ist günstig. Einfach mal fragen. Es gibt genügend Mitfluggelegenheiten.
Eingebettet ist das Ganze in ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm am Boden. Die ersten Flugzeuge werden im Laufe des Freitagnachmittags (2. September) heranbrummen. Abends gehört das Flugfeld den Kindern nebst ihren bunten, phantasievollen Fluggeräten und ihren erwachsenen Begleitern. Ab 19 Uhr steigt hier die „Westerwälder Drachennacht“, ehe ein DJ die musikalische Bespaßung der großen und kleinen Gäste übernimmt.
Drachen, Clowns und Rock’n‘Roll
Am Samstag heißt es ab 12 Uhr „Ready for Take-off!“ Dann geht es in die Vollen. Auf das Publikum warten Kunst- und Formationsflüge, eine große Ausstellung der beteiligten Flugzeuge, eine Segelflugsimulator und „Hans, der fliegende Clown“. Dahinter verbirgt sich Hans Nordsiek. Der „fliegende Holländer“ hatte mit seinem „Flying Circus“ bereits 2013 auf den Flugplatz gastiert und mit spannenden und lustigen Fliegergeschichten nicht nur bei Kindern gepunktet. Mit an Bord ist auch Magier Ludini. Ob der freilich einen ausgewachsenen Doppeldecker aus seinem Hut zaubern kann, bleibt abzuwarten. An diesem Trick arbeitet er noch.
Motorkunstflug und Pyrotechnik am Abendhimmel
Motorkunstflug am Abendhimmel sowie eine spektakuläre Pyrotechnik- und Klassikschau beschließen die fliegerischen Aktivitäten des Tages. Danach gehört die Open-Air-Bühne der Formation „Supagroove“, deren Konzert später ein großes Flugplatzfeuerwerk beschließt. Den Sonntagsreigen eröffnet am nächsten Vormittag um 11 Uhr ein zünftiger Blues- und Jazz-Frühschoppen mit der Band „On Cue“ unter der Leitung von Walter Born. Die Mitglieder des Orchesters rekrutieren sich aus aktuellen und ehemaligen Schülern des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz. Und dann können die Odtimerpiloten ausgiebig noch einmal das zelebrieren, weshalb sie eigentlich gekommen sind: sie geben den Pferden ihrer Luftkutschen die Sporen. Da darf Hans Albers nicht fehlen: Flieger, grüß `mir die Sonne! Weitere Infos unter www.lscwesterwald.de
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