Allgemeine Berichte | 16.08.2016

Großes Fly-In der „tollkühnen Männer“: 70 Oldtimer-Flugzeuge erobern den Luftraum über Montabaur

Je oller, desto doller: Betagte „Models“ auf dem himmlischen Laufsteg

Je oller, desto doller: Betagte „Models“ auf dem himmlischen Laufsteg

Montabaur. Der (himmlische) Laufsteg befindet sich ein paar Meter über der Grasnarbe. Und die „Models“ und „Mannequins“ sind, auch wenn schon etwas angejahrt, äußerst attraktiv. Das Alter macht ja erst ihren Reiz aus. Das ist wie beim Wein. Je oller, desto doller. Rund 70 betagte Flugzeuge aus den Kinder- und Jugendjahren der Luftfahrt geben sich am ersten September-Wochenende auf und über dem südlich von Montabaur gelegenen Segelfluggelände des LSC Westerwald die Ehre. Der Luftraum über dem malerisch gelegenen Flugplatz Körlen wird vom 2. bis zum 4.September zu aeronautischen Altersheim, dessen Bewohner aber allesamt noch fit und (sehr) gut in Schuss sind.

Nach 2013 lädt der Luftsportclub damit erneut Nostalgie-Piloten zur Grillparty ein. Zusagen aus ganz Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland liegen inzwischen vor. Das mit dem Grillen erklärt sich aus dem Namen der Veranstaltung: „Barnstormers Barbecue“. Wobei der Begriff „Barnstormer“ vielleicht noch einer kurzen Erklärung bedarf. So nannte man in den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine bestimmte Spezies von Piloten, fliegende Schausteller, die, einzeln oder im Pulk, über Land zogen, pardon, flogen, um an ausgesuchten, Publikumsinteresse verheißenden Orten ihre Kunststücke vorzuführen und nebenbei den ein oder anderen Dollar durch Passagierflüge zu machen. Abends loderte dann das Grillfeuer. Jene, die sich darum versammelt hatten, kommunizierten überwiegend in Fliegerlatein miteinander, um den Rest der kurzen Nacht im Schlafsack unter den Tragflächen ihrer Flugzeuge zu verbringen. Morgens ging es dann in aller Frühe neuen Zielen entgegen.

Fliegerlatein und Lagerfeuerromantik

Ein Stückchen vom Geist dieser Fliegerromantik hofft LSC-Organisator Herbert Höhn in die Neuzeit hinüberretten zu können. Er und die Seinen beschwören das „Golden Age of Aviation“. Wenngleich nicht alle dieser „tollkühnen“ Männer (und Frauen), die sich angesagt haben, tatsächlich noch unter den Flügeln ihrer historischen Klein- und „Großode“ nächtigen.

Viele wissen den Komfort eines weichen (Hotel-)Betts eher zu schätzen. Anderen genügen ein paar Quadratmeter Zeltplane. Aber es sind ausnahmslos echte Kerle und taffe Typen, die viel Abenteuerliches zu erzählen wissen. Auch wenn man ihnen jetzt nicht gleich alles glauben sollte.

Unter den erwarteten Flugzeugen, in ihrer Mehrzahl Doppeldecker, sind viele Raritäten, Klassiker der Luftfahrt, wie man sie in dieser Zusammenballung andernorts sonst kaum zu sehen bekommt. Damit zählt die die Schnauferl-Parade in Montabaur zu den größten ihrer Art in Deutschland. Am Line-up lässt sich die Entwicklung der Luftfahrt in den vergangenen Jahrzehnten nachvollziehen. Die Gästeliste liest sich wie das Who’s Who des internationalen Flugzeugbaus. Boeing Stearmans, Bücker-Jungmänner, Jungmeister, Bestmänner, Focke-Wulf Stieglitz(e), Stampes, Klemms, Jodels, Piper-Cups, Kiebitze, Comets - alles echte Hingucker.

Der satte Sound der Sternmotoren

Die Aero-Fans im Allgemeinen und Oldie-Freunde im Speziellen dürfte noch etwas freuen: Der Eintritt ist frei. Den luftigen, vom satten Sound der Sternmotoren untermalten Spaß gibt es zum Nulltarif. Ein starrer Programmablauf ist jedoch nicht vorgesehen. Das Geschehen wird von der Zufälligkeit des Augenblicks diktiert. Die Piloten starten und fliegen nach Lust und Laune, einzeln oder in Formation, geradeaus oder Hals über Kopf. Und die Gelegenheit, selbst einmal ins Cockpit einer dieser seltenen Maschinen zu steigen und sich den Fahrtwind sowie den markanten Benzin- und Ölgeruch um die Nase wehen zu lassen, ist günstig. Einfach mal fragen. Es gibt genügend Mitfluggelegenheiten.

Eingebettet ist das Ganze in ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm am Boden. Die ersten Flugzeuge werden im Laufe des Freitagnachmittags (2. September) heranbrummen. Abends gehört das Flugfeld den Kindern nebst ihren bunten, phantasievollen Fluggeräten und ihren erwachsenen Begleitern. Ab 19 Uhr steigt hier die „Westerwälder Drachennacht“, ehe ein DJ die musikalische Bespaßung der großen und kleinen Gäste übernimmt.

Drachen, Clowns und Rock’n‘Roll

Am Samstag heißt es ab 12 Uhr „Ready for Take-off!“ Dann geht es in die Vollen. Auf das Publikum warten Kunst- und Formationsflüge, eine große Ausstellung der beteiligten Flugzeuge, eine Segelflugsimulator und „Hans, der fliegende Clown“. Dahinter verbirgt sich Hans Nordsiek. Der „fliegende Holländer“ hatte mit seinem „Flying Circus“ bereits 2013 auf den Flugplatz gastiert und mit spannenden und lustigen Fliegergeschichten nicht nur bei Kindern gepunktet. Mit an Bord ist auch Magier Ludini. Ob der freilich einen ausgewachsenen Doppeldecker aus seinem Hut zaubern kann, bleibt abzuwarten. An diesem Trick arbeitet er noch.

Motorkunstflug und Pyrotechnik am Abendhimmel

Motorkunstflug am Abendhimmel sowie eine spektakuläre Pyrotechnik- und Klassikschau beschließen die fliegerischen Aktivitäten des Tages. Danach gehört die Open-Air-Bühne der Formation „Supagroove“, deren Konzert später ein großes Flugplatzfeuerwerk beschließt. Den Sonntagsreigen eröffnet am nächsten Vormittag um 11 Uhr ein zünftiger Blues- und Jazz-Frühschoppen mit der Band „On Cue“ unter der Leitung von Walter Born. Die Mitglieder des Orchesters rekrutieren sich aus aktuellen und ehemaligen Schülern des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz. Und dann können die Odtimerpiloten ausgiebig noch einmal das zelebrieren, weshalb sie eigentlich gekommen sind: sie geben den Pferden ihrer Luftkutschen die Sporen. Da darf Hans Albers nicht fehlen: Flieger, grüß `mir die Sonne! Weitere Infos unter www.lscwesterwald.de

Je oller, desto doller: Betagte „Models“ auf dem himmlischen Laufsteg
Je oller, desto doller: Betagte „Models“ auf dem himmlischen Laufsteg

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Daueranzeige
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
Anzeige Show Alive
Zukunft trifft Tradition KW 18
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Gebrauchtwagenanzeige
Image
Empfohlene Artikel
Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
37

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz und dem Moderator Frank Lohse (Mitte, von links) begrüßt Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte, rechts) die zahlreichen Teilnehmenden des Betreuungsgipfels.Foto: Stadt Meckenheim
27

Meckenheim. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Kindertagesbetreuung zu identifizieren und tragfähige Perspektiven für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu eröffnen, mit diesem Ziel hatte die Stadt Meckenheim in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum ersten Betreuungsgipfel U6 in den Ratssaal eingeladen. Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
92

Bonn. In der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst ging am 1. Mai gegen 21 Uhr ein Notruf ein. Der Anrufer meldete dunkle Rauchschwaden im Bereich des 80 Meter hohen Vierungsturms des Bonner Münsters. Umgehend wurden wegen des möglichen Schadenpotentials zahlreiche Einsatzkräfte zum Münsterplatz alarmiert.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag 2026
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NoWi
Media-Auftrag 2026/27
AZ_Gelenk 2026
Zukunft trifft Tradition KW 18
Biergarteneröffnung
First Friday Anzeige Mai
Betriebsferien Mai 2026
Arbeiten bei van roje
10 Jahre Nowi
Azubispots Bad Neuenahr 2026