Oberdreeser Narren feierten in voll besetzter Halle
Jeckes Engagement wurde belohnt
Gleich zwei Aktive der KGO erhielten Ehrungen – Programm glänzte mit zahlreichen Höhepunkten
Oberdrees. Pünktlich um 19.30 Uhr marschierte die Karnevalsgesellschaft Oberdrees unter musikalischer Begleitung der Band „Nordstars“ ein, worauf der Präsident der KGO, Ralf Nuß, die zahlreichen Besucher, befreundete Karnevalsvereine mitsamt ihrer Tollitäten und anwesende Ehrengäste recht herzlich begrüßte.
Direkt zu Beginn verlieh der Vertreter des Bundes Deutscher Karnevalisten, Gottfried Gratzfeld, den Verdienstorden in Bronze für 30 Jahre aktive karnevalistische Tätigkeit an die Trainerin der „kleinen“ Funkengruppen, Carola Scherer. Gratzfeld überreichte die Urkunde, wobei Scherer die Tränen unterdrücken musste. „Ich freue mich, Carola für ihren unermüdlichen Einsatz bei den jüngsten der Karnevalisten auszeichnen zu dürfen“ erklärte Gratzfeld. Von der KGO erhielt Carola Scherer einen Blumenstrauß überreicht.
Der Festausschuss Rheinbacher Karneval mit seinem Präsidenten Jörg Orth war angetreten, um den diesjährigen Jahresorden, der jeweils nur einmal verliehen wird, zu vergeben. Die Auszeichnung ging an Manfred Haut für langjährige Verdienste um den Oberdreeser Karneval. Mit von der Partie waren Abordnungen der Kernstadt-Vereine Damenkomitee Blau-Weiß, NCR Blau-Gold, Prinzengarde Rheinbach und der Stadtsoldaten Rheinbach. „Ob im Wagenbau oder beim Rosendrahtschneiden oder bei Schweißarbeiten an den Karnevalswagen – Manfred Haut ist immer zur Stelle. Und das schon Jahrzehnte“, betonte Orth.
Ein zweimaliger Regent
Auch für die Anfertigung der Kinderprinzenorden sei Manfred Haut viele Jahre zuständig gewesen, fügte Orth hinzu. Haut, seit 1980 Mitglied der KGO, amtierte mit seiner Frau Maria 1981 als Manfred I. und Maria III. als Prinzenpaar in Oberdrees. Als Jungfrau Manfreda II. im Dreigestirn von 2010 startete er zum zweiten Mal eine närrische Regentschaft.
Neben zahlreichen Garde- und Showtanzeinlagen der eigenen Funkengruppen (Minis, Spatzen, Poppies, Rasselbande und Blaue Funken) bot das Solomariechen Tamara Höckendorf, die Prinzessin des Vorjahres, eine imposante Tanzdarbietung. Das Männerballett „Dreeser Kerle“ hatte sich das Thema Rock‘n Roll ausgesucht und vollbrachte waghalsige Tanzeinlagen. Das Publikum wollte die „Kerle“ nicht ohne eine Zugabe von der Bühne lassen. Dann wurde die Bühne zu klein. Fast 100 Musiker der Treuen Husaren aus Köln zogen in die Ludwig-Fett-Halle ein und begeisterten die Gäste mit schmissiger Karnevalsmusik.
Hoher Besuch
Auch die Tollitäten aus ganz Rheinbach statteten der KGO einen Besuch ab, an der Spitze die Kernstadt-Prinzessin Astrid I., aus Wormersdorf das Dreigestirn Prinz Dirk III., Jungfrau Tonia I. und Zappes I. und das Queckenberger Dreigestirn Prinz Johannes I., Bauer André I. und Jungfrau Dominika I. Die Wormersdorfer ließen es sich nicht nehmen, ihr Regenten-Lied „Wenn im Dörp he die Jecke danze“ zum Besten zu geben, sehr zur Begeisterung der Gäste.
Im ersten Vortrag sinnierte „Der Speimanes“ (alias Hans-Peter Eich) – mittlerweile seit über 15 Jahren bewusst stotternd – über lokale Ereignisse und nahm dabei so manchen Dorfbewohner und den einen oder anderen Lokalpolitiker auf die Schippe. Geschichten „us em Levve“ hielten dem Publikum einen Spiegel vor und sorgten für so manchen Lacher. „En Ehepaar“, alias Birgit und Norbert Höckendorf, die auch im echten Leben ein Ehepaar sind, durchlebte so manche Alltagsgeschichte mit reichlich Humor.
Als erstes „Promi-Highlight“ zündete eine Kölner Größe ihr musikalisches Feuerwerk: „Et fussisch Julche“ (Marita Köllner), bekannt durch Hits wie „Mi Hätz dat schlät für Kölle“ oder „Denn mir sin kölsche Mädcher“, betrat die Bühne und verwandelte den Saal in einen Hexenkessel. Über Tische und Bänke bahnte sich die Kölner Sängerin ihren Weg ins Publikum und lud die Gäste ein, kräftig mitzuschunkeln.
Wo die Supertalente wohnen
Im Wechsel veranstalten die Ortsvereine jährlich einen karnevalistischen Show Act auf der Bühne. Dieses Jahr zeigte die KGO ihre „Supertalent-Show“. Es ist schon lange bekannt, dass es in Oberdress viele Talente gibt, aber dass hier ungewöhnlich viele „Supertalente“ wohnen, wurde erst durch die gleichnamige Fernsehsendung bekannt. Auf den unterschiedlichsten Gebieten (Dressur, Wette, Agility, Gesang und Show) boten die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft ihr Können dar und ernteten tosenden Applaus und jede Menge „Talentsterne“ von den Juroren „Bruce Karamell“, „Dieter Fohlen“ und „Hilde Atemlos“. So gab es am Ende ausschließlich Gewinner.
Gegen 23.45 Uhr betrat dann die Kölner Gruppe „Fiasko“ die Bühne, die längst den „Newcomerstatus“ hinter sich gelassen hat. Die vier Jungs sagen über sich selbst, dass sie „Gefühle in Worte und Melodien wandeln“. Und so war es denn auch kein Wunder, dass trotz vorgerückter Stunde „kein Hintern mehr auf der Bank zu halten war“ und alle von Fiasko „mitgerissen“ wurden.
Erst weit nach Mitternacht schloss Ralf Nuß das Bühnenprogramm und ließ kurz die fantastischen Auftritte Revue passieren. Danach zog sich der gemütliche Teil unter musikalischer Begleitung der Nordstars bis in die frühen Morgenstunden.
Die „Dreeser Kerle“ rockten die Bühne und lösten wahre Begeisterungsstürme aus – zumindest beim weiblichen Teil des Publikums ...
Gleich zwei verdient Karnevalisten konnten zu Beginn der Oberdreeser Sitzung geehrt werden (v. l.):Jörg Orth vom Festausschuss Rheinbacher Karneval mit Manfred Haut, der den diesjährigen FRK-Orden erhielt, Sigrid Wiersberg, Frank Hartmann und Gottfried Gratzfeld, der Carola Scherer im Namen des Bundes Deutscher Karnevalisten mit dem Verdienstorden in Bronze auszeichnete. Fotos: EICH
