Allgemeine Berichte | 17.09.2019

Landesuntersuchungsamt: Bilanz der Weinüberwachung 2018

Jede zehnte Probe beanstandet: 148 Weine aus dem Verkehr gezogen

Symbolbild.Foto: lynxxx11/Pixabay

Koblenz. Viele Beanstandungen bei der Kennzeichnung, aber auch einige schwerwiegende Verstöße – so lautet das Resümee der Jahresbilanz 2018 des Landesuntersuchungsamtes (LUA) zur Weinüberwachung. Um die redlich arbeitenden Winzer und Kellereien vor den schwarzen Schafen der Branche zu schützen, haben die Wein-Spezialisten des LUA im vergangenen Jahr 5.262 Kontrollen bei Betrieben vor Ort durchgeführt und 4.337 Proben im Weinlabor untersucht. Dahinter steht eine überprüfte Menge In- und Auslandswein von rund 44 Millionen Litern. Ergebnis: 443 Proben (10,2 Prozent) wurden beanstandet.

Schwerwiegende Verstöße kommen vor, sind im Verhältnis aber eher selten: 148 Proben (3,4 Prozent) mussten wegen Grenzwertverstößen oder unzulässiger Weinbehandlung aus dem Verkehr genommen werden. Weinerzeugnisse, die gesundheitliche Schäden beim Menschen hätten auslösen können, wurden gar nicht festgestellt. Der deutlich überwiegende Teil der Proben musste wegen bezeichnungsrechtlicher Verstöße beanstandet werden.

Zu den schwerwiegenden Weinverfälschungen gehört der illegale Versuch, Wein durch Zugabe von technisches Glycerin geschmacklich aufzuwerten und eine bessere Qualität vorzutäuschen. Im Fall einer großen Menge moldawischen Weins fiel dieser Betrugsversuch schon bei der Eigenkontrolle einer rheinland-pfälzischen Kellerei auf. Der Betriebsleiter informierte die Weinkontrolle darüber, dass ein von ihm beauftragtes Labor bei importierten Weinen aus Moldawien technisches Glycerin festgestellt hatte.

Unabhängig davon hatte das LUA nahezu zeitgleich eine Probe moldawischen Weines dieser Kellerei als Zolleinfuhruntersuchung auf dem Labortisch und spürte ebenfalls weinfremdes Glycerin auf. Bei den folgenden Kontrollen in der Großkellerei und weiteren Betrieben bestätigten sich die Befunde. Insgesamt waren circa zwei Millionen Liter moldawischen Weins betroffen.

Schaumweine aus der Ukraine: Keine Besserung in Sicht

Ein weiteres trauriges Beispiel für versuchte Weinverfälschungen sind Schaumweine aus Osteuropa, insbesondere Sekte aus der Ukraine (zum Teil mit der Herkunftsangabe „Krim“). Sie sind in den vergangenen Jahren immer wieder negativ aufgefallen. Die Sachverständigen des LUA mussten sie wiederholt wegen unzulässiger Zusätze oder irreführender Bezeichnungen beanstanden. Besserung scheint nicht in Sicht.

2015 hatte das LUA erstmalig ein größeres Probenkontingent von Schaumweinen aus Osteuropa untersucht. Vor allem die 25 Produkte aus der Ukraine fielen durch die deutliche Beanstandungsquote von 28 Prozent auf: Vier Mal war verbotener Weise Glycerin zugesetzt worden, zwei Schaumweine waren gewässert worden. Mit Glycerin sollten die Produkte geschmacklich aufgewertet, durch den Wasserzusatz die Menge gestreckt werden. Beides ist für Verbraucher nicht gesundheitsschädlich, laut Weinrecht aber verboten.

2016 dann waren von acht Proben aus der Ukraine wieder zwei mit Glycerin, eine mit Wasser versetzt (Beanstandungsquote: 25 Prozent). Aufgrund der anhaltenden Probleme wurde das Programm 2017 fortgeführt – mit ähnlichem Ergebnis: Von 13 Proben aus der Ukraine waren wieder drei Sekte mit Glycerin verfälscht (Beanstandungsquote: 31 Prozent).

Das Jahr 2018 markierte nun einen neuen Negativrekord: Von 25 Proben aus der Ukraine musste das LUA 17 beanstanden, was einer Quote von 68 Prozent entspricht. Neben den schon bekannten stofflichen Verfälschungen Glycerinzusatz (9 Mal) und Wasserzusatz (4 Mal), wurde in vielen aktuellen Etikettierungen die irreführende Herkunftsangabe „Krim“ verwendet, getarnt als Markenangabe.

Die vollständige Bilanz zur Weinüberwachung gibt es im Internet unter: https://lua.rlp.de/de/service/publikationen-lua/

Pressemitteilung Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz

Symbolbild.Foto: lynxxx11/Pixabay

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
rund ums Auto
Stellenanzeige Reinigungskraft
schlüsselfertiger Badausbau
Empfohlene Artikel
Auch die Brohler Karnevalsprinzessin samt Hofstaat amüsierte sich prächtig.  Fotos:AKS
50

Brohl. Vielerorts geht allmählich das Wissen verloren, dass eine Kirmes nicht nur ein mehrtägiges Fest zum Feiern, Tanzen, Trinken und Essen ist, sondern seit dem Mittelalter als traditionelles kirchliches Hochfest gefeiert wurde. Denn der Begriff „Kirmes“ entstammt dem Wort „Kirchweih“, und so wird in vielen Orten am Kirmeswochenende die Weihe der Kirche oder der jeweilige Schutzpatron gefeiert.

Weiterlesen

Beim Schürreskarrenrennen wird nicht nur gerannt, sondern auch gerutscht.  Fotos: DU
88

Westum. Wenn in Westum die St. Peter und Paul Kirmes steigt, sagt in und um Westum kaum jemand „Kirmes“ dazu. Das Traditionsevent ist weithin als „Murrefest“ bekannt und beliebt. Und eben jene „Murre“, also die Möhre“, taucht rund um die Festivität immer wieder auf. Das war natürlich auch am vergangenen Wochenende der Fall, als sich die Westumer vier Tage lang dem Kirmestreiben hingaben. Schon zum...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der Bahnübergang in Heppingen.  Foto: ROB
5520

Der Bahnübergang in Heppingen wird gesperrt

Ab 29.06.: Vollsperrung in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Rahmen des Wiederaufbaus der Ahrtalbahn wird der Bahnübergang an der Martinusstraße erneuert. Die technischen Anlagen werden modernisiert und an aktuelle Sicherheitsstandards angepasst.

Weiterlesen

Die Bonner Straße am Ortsausgang Richtung Grafschaft und Kirchdaun.  Foto: ROB
1995

Bauarbeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Sperrung der Bonner Straße

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Gimmigen. Wegen einer Störungsbeseitigung im Stromnetz muss die Fahrbahn der Bonner Straße in der Ortsdurchfahrt Gimmigen im Kreuzungsbereich Kapellenstraße für den Verkehr voll gesperrt werden. Die Maßnahme beginnt aufgrund der Ferien am Montag, 29. Juni, und soll innerhalb einer Woche abgeschlossen werden.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
1316

Der Grund: Dringende Wartungsarbeiten

05.07.: Straßentunnel Bad Godesberg wird gesperrt

Bonn-Bad Godesberg. Der Straßentunnel Bad Godesberg wird aufgrund dringender Wartungs- und Reinigungsarbeiten von Sonntag, 05.07.2026, 18:00 Uhr, bis Montag, 06.07.2026, 05:00 Uhr, abschnittsweise und jeweils in Fahrtrichtung gesperrt. Darüber informiert die Stadtverwaltung Bonn.

Weiterlesen