Ehemaliger Neonazi hält Vortrag am Martinus-Gymnasium Linz zum Thema Rechtsxtremismus
„Jeder kann sich politisch gegen Rechtsextremismus engagieren!“
Linz. Kürzlich besuchte der ehemalige Neonazi und heutige Bildungsreferent zum Thema Rechtsextremismus Christian Weißgerber das Martinus-Gymnasium Linz im Rahmen einer politischen Informationsveranstaltung zum Thema Rechtsextremismus und wie es zu (De-)Radikalisierung kommen kann. Von 10 bis 13 Uhr berichtete er den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 11 bis 13 über seine Erfahrungen in der rechten Szene und erzählte auch anhand seiner Person, welche Faktoren dazu führen können, dass man sich radikalisiert und Nazi wird.
Neben der persönlichen Lebenssituation innerhalb der Familie waren das bei ihm vor allem auch sein Wohnort Eisenach in Thüringen und die Vorstellung, die im Unterricht beigebrachte Geschichte kritisch zu hinterfragen und auch nach Alternativen zu suchen. Auch Musik und Freunde spielten bei seiner Radikalisierung und seinem Einstieg in die rechtsextreme Szene eine große Rolle. Nachdem Christian Weißgerber rund eine Stunde und 15 Minuten viele wichtige und interessante Informationen zu diesem Thema anschaulich den Schülerinnen und Schülern näher gebracht hatte, hatten diese in einer 20-minütigen „Murmelphase“ die Möglichkeit, sich über diese Themen auszutauschen und kurz Pause zu machen.
Anschließend durften sie ihre Fragen an den Referenten stellen, welcher sie gerne beantwortete. Einige der Fragen bezogen sich z.B darauf, ob er heute rückblickend etwas anders gemacht hätte oder wie man eine mögliche nationalsozialistische Gesinnung bei einem Gesprächspartner erkennen kann und wie man sich politisch gegen Rechtsextremismus engagieren kann. „Es gibt sehr viele verschiedene Arten, sich politisch gegen Rechtsextremismus zu engagieren , sei es in einer Partei, auf Demos oder in Bürger-Initiativen, das muss jeder für sich selbst entscheiden“, erklärte er.
Im Anschluss berichtete Christian Weißgerber dem interessierten Publikum auch über seinen Ausstieg aus dem Rechtsextremismus, was Folgen davon waren und warum es so wenige Aussteiger aus extremistischen Bewegungen wie dem Rechtsextremismus generell gibt. Gegen Ende fasste er seinen Vortrag in wenigen Punkten zusammen und gab den Schülerinnen und Schülern auch einige Ratschläge und wichtige Informationen fürs Leben auf den Weg.
Zum Abschluss der Veranstaltung richtete der Schulleiter Thomas Schmacke, welcher gemeinsam mit dem ehemaligen Schülervertreter Florian Augst die Veranstaltung organisiert hatte, ein paar Worte an die versammelten Schüler. „Ich finde es toll, dass wir hier heute so eine informative und interessante Veranstaltung, die unseren Schülerinnen und Schülern das Thema Rechtsextremismus näher gebracht hat und viel zur politischen Bildung am Martinus-Gymnasium beigetragen hat“, fand er.
Möglich wurde diese Veranstaltung zudem durch die Unterstützung des Fördervereins des Martinus-Gymnasiums Linz , der Volksbank Linz-Neuwied eG und der Sparkasse Linz. Auch die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth und der Bundestagsabgeordnete Martin Diedenhofen haben das Martinus-Gymnasium bei der Suche nach Fördermitteln unterstützt.
