Jobcenter Stadt Koblenz
Jobs für Eltern helfen auch Kindern
Jobcenter beteiligt sich an bundesweiter Aktion „Einstellungssache! Jobs für Eltern“
Koblenz.Wenn die großen Ferien zu Ende gehen, dann steht beim Jobcenter Stadt Koblenz eine Kundengruppe im Mittelpunkt, die ganz besonders unter Arbeitslosigkeit zu leiden hat: die Eltern minderjähriger Kinder. Denn spätestens wenn der Nachwuchs in die Schule kommt, lässt sich meist nicht mehr verbergen, dass Familien, die auf Hartz IV-Leistungen angewiesen sind, in vielen Situationen einfach nicht mithalten können. Durchschnittlich rund 9.300 Koblenzer wurden im Jahr 2015 finanziell vom Jobcenter Stadt Koblenz unterstützt. Aber nicht nur die Frauen und Männer selbst mussten damit zurechtkommen, dass sie ihren Lebensunterhalt nicht ohne diese Hilfe bestreiten konnten. Zu ihnen gehörten auch mehr als 3.000 minderjährige Kinder und Jugendliche - 1.250 von ihnen waren sogar nicht einmal zehn Jahre alt. „Diese Kinder starten unter schwierigen Bedingungen in ihr Leben, denn gerade im Schulalltag spüren sie selbst, aber auch ihre Klassenkameraden immer wieder, dass in ihrer Familie irgendetwas nicht stimmt“, weiß Michaela Hake, die Beauftrage für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) des Jobcenters. Das fange bei der Marke von Kleidung und Schulutensilien an und höre bei der Teilnahme an Schulveranstaltungen auf. „Selbst wenn wir es ermöglichen, dass die Kinder an Ausflügen und Klassenfahrten teilnehmen können, sind sie doch selten so gut ausgestattet wie die Klassenkameraden, deren Eltern Arbeit haben.“ Nicht zu unterschätzen sei aber auch die Tatsache, dass Kinder in einen Tagesablauf hereinwachsen, dem das, was in anderen Familie der Dreh- und Angelpunkt sei, fehlt: Niemand muss morgens aufstehen, um zur Arbeit zu gehen. „Natürlich sind viele große und kleine Menschen nicht eben begeistert, wenn in aller Frühe der Wecker klingelt. Aber dennoch ist das ein wichtiges Element sozialen Lernens. Denn nur so erkennen Kinder auf einer positiven Ebene den Zusammenhang zwischen Berufstätigkeit und dem, was man sich leisten kann. Auch sie erleben bei ihren Eltern natürlich Frust und Ärger, aber eben auch Erfolge.“ In den Mädchen und Jungen arbeitsloser Eltern könne dagegen der fatale Eindruck entstehen, dass sie und ihre Familie ohnehin keine Chance haben, sich aus der Perspektivlosigkeit zu befreien. „Das wirkt dann häufig wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.“ Ein Teufelskreis, der so schnell wie möglich unterbrochen werden muss, weiß Hake. Der Schlüssel dafür liegt nach ihrer Einschätzung bei den Arbeitgebern. Denn sie allein, können arbeitslosen Vätern und Müttern eine Chance geben - und damit eine neue Lebensperspektive für die ganze Familie eröffnen. In den ersten beiden Septemberwochen - rund um die bundesweite Aktion „Einstellungssache! Jobs für Eltern“ - nehmen sich ihre Kolleginnen und Kollegen deshalb nicht nur der arbeitslosen Kunden mit Familie besonders intensiv an. Gemeinsam mit dem Arbeitgeberservice wollen sie bei den Betrieben der Region auch gezielt für diese Eltern werben. „Dabei geht es natürlich nicht darum, dass wir Unternehmer dazu überreden wollen, diesen Menschen aus lauter Mitleid eine Chance zu geben. Wie immer ist es uns auch hier sehr wichtig, dass die Menschen, die wir vermitteln, einem Arbeitgeber das bieten können, was er braucht. Aber wir wollen darauf aufmerksam machen, dass vermeintliche Defizite sich oft mit gegenseitigem Entgegenkommen - und womöglich auch mit unserer Unterstützung - ausgleichen lassen. Im Hinblick auf den größer werdenden Fachkräftemangel kann das für alle Beteiligten letztlich zu guten Lösungen führen.“
Pressemitteilung
Bundesagentur für Arbeit
