26. Andernacher Musiktage vom 20. bis zum 22 Mai 2016 auf Burg Namedy
Johannes Brahms – ein Fortschrittlicher, ein Traditionalist oder beides?
Eine positive Provokation zum Mitdenken, Mithören und Mitsprechen
Andernach. Die bemerkenswerte Qualität der Künstlerinnen und Künstler, stets wechselnde Themen, eine immer wieder gelungene organisatorische Umsetzung und natürlich das historische Ambiente der Burg Namedy sind die Zutaten des Erfolgsrezepts der Andernacher Musiktage, die in diesem Jahr bereits im 26. Jahr durchgeführt werden. Diesmal steht Johannes Brahms, einer der bedeutendsten Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Fokus dieses intimen und renommierten Kammermusikfestivals, das vom 20. bis zum 22. Mai 2016 auf Burg Namedy ausgerichtet wird. Die Stadt Andernach als Veranstalter, Heide Prinzessin von Hohenzollern als Gesamtleitung und Nina Tichman als künstlerische Leiterin stellten jetzt Vertretern der Presse und des Kulturausschusses sowie weiteren Gästen das Programm der Musiktage vor. Neben Burgherrin Heide Prinzessin von Hohenzollern sprach auch Andernachs Bürgermeister Claus Peitz ein Grußwort im Rittersaal und lobte die große Kreativität, mit der einmal mehr ein spannendes Thema entwickelt und umgesetzt wurde: „Das zeichnet die Andernacher Musiktage aus, und das hat sie zu einem Kunstereignis werden lassen, das weit über die Grenzen von Andernach und seiner Region bekannt ist.“
Brahms schaute nicht nur zurück
Das Motto der Musiktage „Brahms der Janusköpfige?“ wird so erläutert: „Janus, der eigenständige und beliebteste Schutzgott der Römer, hat zwei Gesichter und schaut in zwei Richtungen. Er ist der Vergangenheit verbunden, öffnet aber auch die Türen zur Zukunft. Der Komponist Johannes Brahms orientierte sich stark an seinen verehrten Vorbildern Mozart, Bach und Beethoven. Er wird meist als rückwärts schauender Traditionalist bezeichnet, aber kein geringerer als Arnold Schönberg sprach öfter von ‚Brahms, der Fortschrittliche‘. Ist Johannes Brahms der Janusköpfige?“ Tichman: „Es ist faszinierend wie Brahms, aus der Tradition schöpfend, doch neue Kompositionstechniken entwickelt, die in die Zukunft hinein strahlen und solche Erneuerer wie Arnold Schönberg wesentlich beeinflussen.“ Um dies deutlich zu machen, spielte die bekannte Pianistin verschiedene Klavierstücke unterschiedlicher Komponisten.
Vom Trio zum Solo
In einem Interview, das „Blick aktuell“ im März mit der mehrfach ausgezeichneten Künstlerin und Musikhochschul-Professorin Nina Tichman führte, erklärte die jetzt in Köln lebende New Yorkerin, warum ihr nach der neunjährigen gemeinschaftlichen Leitung mit ihren Kolleginnen Ida Bieler und Maria Kliegel (XYRION TRIO) die künstlerische Leitung jetzt allein obliegt: „Wir sind weiterhin sehr befreundet und spielen auch zusammen. Maria und Ida haben jedoch viele andere Projekte beziehungsweise Professuren und konnten die Leitung daher nicht weiter ausüben, obwohl ich mit Engelszungen auf sie eingeredet habe. Wir haben uns prima ergänzt und es hat sehr viel Spaß gemacht.“ Nina Tichman wird, nach eigenen Worten, „nichts ändern im Sinne von - es war nicht gut“. Ihr Ziel ist es aber, bei den Konzerten etwas mehr zu moderieren und den Dialog mit dem Publikum zu suchen.
Die Eintrittspreise für die Veranstaltungspunkte wurden auch in diesem Jahr unverändert und moderat gehalten. Weitere Infos im Internet unter www.andernacher-musiktage.de
Das Programm der 26. Andernacher Musiktage
Freitag, 20. Mai, 19 Uhr
ERÖFFNUNGS-GALA
Bach aus „Die Kunst der Fuge“ BWV 1080 für Streichquartett
Delian Streichquartett
Zemlinsky: Trio d-Moll, op. 3
Ralph Manno, Klarinette; Oren Shevlin, Cello; Nina Tichman Klavier
Brams: Klavierquintett, f-moll, op. 34
Nina Tichman, Klavier; Delian Streichquartett
Samstag, 21. Mai, 19 Uhr
IM FOKUS
Haydn: Streichquartett h-Moll, op. 33 Nr. 1 Hob. III: 37D
Delian Streichquartett
Brahms: Klarinettentrio, a-moll, op. 114
Ralph Manno, Klarinette; Oren Shevlin, Cello; Nina Tichman Klavier
Schönberg: Verklärte Nacht für Streichsextett, op. 4
Delian Streichquartett; Junichiro Murakami, Bratsche; Oren Shevlin, Cello
Sonntag, 22. Mai, 12 Uhr
EIN TAG ZUM VERWEILEN AUF BURG NAMEDY
MATINÉE
Wagner/Pierinis; „Im Treibhaus“ und „Träumefür Streichquartett
Delian Streichquartett
Brahms: Liebeslieder Walzer und Überraschungen
Nina Tichman, Klavier; Anthony Spiri, Klavier; Gesangsquartett: Annabelle Heinen, Sopra; Esther Valentin, Mezzosopran; Kieran Carrel, Tenor; Sebastian Seitz, Bariton
Sonntag, 22. Mai, 17 Uhr
Überraschungsprogramm mit Imbiss in der Burg, in den Höfen, im Park – je nach Wetterlage.
SOIRÉE; FEIERLICHES ABSCHLUSSKONZERT
Brahms: Scherzo aus der FAE-Sonate
Andrian Pinzaru, Bratsche; Nina Tichman, Klavier
Mozart: Kegelstatt-Trio, Es-Dur, KV 498
Ralph Manno, Klarinette; Junichiro Murakami, Bratsche; Nina Tichman, Klavier
Brahms: Klarinettenquintett, h-moll, op. 115
Ralph Manno, Klarinette; Delian Streichquartett.
