Kunstforum´99
Jour Fixe im Glasmuseum
Rheinbach. Am vergangenen Dienstag hatte der Vorstand des Kunstforum´99 zu seinem turnusmäßigen Jour Fixe ins Glasmuseum Rheinbach eingeladen. Diesmal nicht nur seine Mitglieder, sondern auch kunstinteressierte BürgerInnen und die Presse. Dieser Einladung sind dann auch mehrere Kunstinteressierte gefolgt, was den Vorstand und die Mitglieder sehr freute. Nachdem der Vorsitzende Prof. Dr. Gerd Wiendieck die Anwesenden begrüßte, folgte ein Vortrag – mit vielen Bildern - von Ingrid Thoma von der Kunstbiennale 2015 von Venedig.
Kunstbiennale 2015
Das im Titel der Biennale – All The World’s Futures – angekündigte Ziel, ein globales Zukunftsbild zu zeigen, mag auf den ersten Blick utopisch erscheinen. Doch bald wird klar, dass dieses Motto vor allem eine treffende Bezeichnung dafür ist, womit sich die Kunst ohnehin beschäftigt, – mit Reflexionen zwischen Heute und Morgen. (Art around the globe)
Die Biennale Venedig ist international - in diesem Jahr gab es 89 Länderpräsentationen und in internationalen Ausstellungen konnte man 136 Künstlerarbeiten bewundern. Nicht nur in den Arsenale und den Giardini (Haupt-Austragungsorte) sondern auch in Toreinfahrten, Gärten, privaten Häusern und Palazzi wurden Kunst und Installationen in privatem Ambiente auf`s Beste zur Schau gestellt. All The World`s Futures - ein globales Zukunftsbild. Die Meinungen zu dieser Biennale waren zwiespältig. Aber wie bei allen Beurteilungen zum Thema Kunst kann diese nur eine subjektive Betrachtung sein und das Empfinden des Einzelnen sollte nicht in Frage gestellt werden.
„Was ist Kunst und woran erkennt man gute Kunst?“
Anschließend standen die Fragen „Was ist Kunst und woran erkennt man gute Kunst?“ Im Zentrum des Vortrages von Prof. Dr. Gerd Wiendieck, dem Vorsitzenden des KUNSTFORUM ´99. Der Blick in die sehr umfangreiche kunsthistorische und kunstphilosophische Literatur zeigte, dass diese Fragen immer wieder behandelt, aber unterschiedlich beantwortet wurden. Ein scharfer Gegensatz besteht zwischen denen, die die Kunst als frei betrachten und daher eine definitorische Abgrenzung ablehnen und jenen, die mit dem Argument dagegen halten, dass dieses Freiheitsdogma die Kunst der Beliebigkeit preis gäbe und nur den Profiteuren des Kunstmarktes helfe, die Preise von Kunstwerken in schwindelnde Höhen zu schrauben. Wiendieck lehnte beide Extrempositionen ab, und wies darauf hin, dass Kunst immer wieder bewertet wird, selbst von den Experten, die das Dogma der Kunstfreiheit hochhalten. Vermutlich haben sie Kriterien, die ihnen vielleicht nicht klar bewusst oder sprachlich schwer fassbar sind, aber sich durch intensive Beschäftigung mit Kunst gebildet und intuitiv wirksam seien. Außerdem zeigte er anhand von Beispielen, dass neben dem Kunstwerk, die Betrachter und schließlich auch der Kontext in dem ein Werk präsentiert wird, zu beachten sind. Für die drei Eckpunkte schlug er Kriterien vor, die keine präzisen Checklisten seien, sondern Hinweise oder Aufmerksamkeitsausrichter die dem Kunstliebhaber helfen die Werke umfassend zu betrachten und erst dann zu werten.
Neues über Kunst
„Ich hätte nicht erwartet, heute Abend so viel Neues über Kunst zu erfahren“ so einer der Gäste. Jene, die sich zum Jour Fixe eingefunden hatten, fanden die Vorträge sehr informativ, gut vorgetragen und interessant. Ein Novum war, dass es zu dem Treffen und den Vorträgen ein Gläschen Wein oder Wasser – gegen eine kleine Spende – gab, was alle Anwesenden sehr zu schätzen wussten. Dieses Angebot soll zukünftig beibehalten werden.
Auch zum kommenden Jour Fixe am 21. März lädt der Vorstand des Kunstforum ´99 ins Glasmuseum Kunstinteressierte ein, Themen für diesen Abend werden frühzeitig bekannt gegeben.
