1. Boule-Treff Bad Breisig e.V. feiert außergewöhnliches Ereignis
Jubiläumsfeier für Werner Walkenbach
Bad Breisig. Am 9. August konnte das Vereinsmitglied Werner Walkenbach, geboren am 24. Juli 1923 in Wissen a.d. Sieg endlich seinen Geburtstag in gemütlicher Boule-Runde im Park vor den Römerthermen in Bad Breisig nachfeiern. Vor fünf Jahren entschloss sich der Jubilar, mit seiner verwitweten Tochter Hilga ins schöne Bad Breisig zu ziehen, weil es schon immer sein Wunsch gewesen war, sich am Rhein niederzulassen. Ausschlaggebend war aber auch, dass seine Enkelin Karen mit Familie hier bereits Fuß gefasst hatte. In Wissen/Sieg hatte sich Werner Walkenbach bereits als junger Mann nach Rückkehr aus dem zweiten Weltkrieg maßgeblich um den Wiederaufbau der Kolpinggemeinschaft, der Gewerkschaft und der CDU in seiner Heimatstadt gekümmert. In den frühen 60er Jahren gründete er dann zusammen mit seiner Frau Brunhilde (+ 1996) seine eigene Firma, eine Druckerei, und führte sie erfolgreich bis zu seinem Ruhestand.
Am 9. August nun hatte man wegen der unsteten Wetterlage vorsichtshalber mit vereinten Kräften ein kleines Zelt aufgebaut, das diesmal keinen Regen abhalten musste, sondern reichlich Schatten spendete. Für die Stadt Bad Breisig überbrachte die 1. Beigeordnete Beate Deres als Vertretung für den Bürgermeister Marcel Caspers gute Wünsche und ein Geschenk, worüber sich der Geehrte besonders freute.
Für den musikalischen Hintergrund sorgten einige Mitglieder des Chors von St. Viktor, kräftig unterstützt von den Anwesenden, und Lieder, die man beim Oberbreisiger Chor „Singen statt Sofa“ extra für diesen Anlass aufgenommen hatte. Außerdem erhielt Werner Walkenbach als besonderes Highlight einen Zeitungsdruck der am 24.07.1923 erschienenen Tageszeitung „SiegPost“ aus seiner Geburtsstadt Wissen im Westerwald, wo er nach dem 2. Weltkrieg die Meisterprüfung als Schriftsetzer absolviert hatte, um dann einige Zeit dort auch als Geschäftsführer tätig zu sein.
Alle defilierten an dem Geburtstagskind vorbei und überreichten ihm eine Rose, bis auf diese Weise ein Riesenstrauß duftender roter Rosen entstand, den er - ganz Gentleman der alten Schule - zur Hälfte an die Alterspräsidentin Lotti Weltermann weitergab, die als Nächste vorhat, in 7 Jahren die Hundert zu erreichen.
Man sieht also, Boule spielen hält fit und gesund. Das wusste schon der 1. Bundeskanzler Konrad Adenauer, der mit Begeisterung im italienischen Cadenabbia am Westufer des Comer Sees im Sommerurlaub „Boccia“ spielte, ein Ausdruck , der heute noch in den U.S.A. für dieses Spiel verwendet wird. In Frankreich, dem Mutterland dieses Spiels, sagt man „Pétanque, und in Spanien haben sicher schon viele Urlauber das Wort „Petanca“ in diesem Zusammenhang gehört. Trotzdem hört man hierzulande häufig die Aufforderung auf französisch: „ Allez les boules!“ - was frei übersetzt soviel heißt wie „Lasst die Kugeln fliegen!“ Sie sollen dabei dem „Schweinchen“ (frz. Cochonet), der kleinen Zielkugel aus Holz, möglichst nahe kommen, um als Sieger aus dem Spiel hervorzugehen.
