Allgemeine Berichte | 09.04.2021, 11:30 Uhr

Stadt Koblenz

Jüdischem Leben in Koblenz begegnen

Kultur- und Bildungsdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz und Avadislav Avadiev, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, tauschten sich in der Koblenzer Synagoge zum Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland aus. Foto: Stadt Koblenz/Egenolf
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Koblenz. Erste Nachweise für jüdisches Leben auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands lassen sich auf das Jahr 321 datieren. Aus diesem Anlass wird 2021 bundesweit das Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ begangen, in dessen Rahmen zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.

In Koblenz ist jüdisches Leben erstmals zu Beginn des 12. Jahrhunderts verbrieft. Auch die Stadt an Rhein und Mosel blickt auf eine wechselvolle Geschichte im Umgang mit jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zurück, die geprägt ist von Zeiten menschenunwürdiger Verachtung aber auch friedlichen Epochen des Zusammenlebens. „Das Jubiläumsjahr bietet nun die Möglichkeit, jüdisches Leben verstärkt als unverzichtbaren Teil unseres städtischen Lebens begreifbar und erfahrbar zu machen“, sagt Dr. Margit Theis-Scholz, Dezernentin für Bildung und Kultur.

Avadislav Avadiev, Landesvorsitzender der Jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, freut sich über die Möglichkeit, die Feierlichkeiten gemeinsam zu begehen. Er betont, dass die vielfältigen Veranstaltungen in Koblenz von der Jüdischen Gemeinde, von Christinnen und Christen, und auch in Kooperation miteinander ausgerichtet werden.

Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und eine App tragen vor Ort dazu bei, das Judentum besser kennenzulernen und mit in Koblenz lebenden Jüdinnen und Juden in den Dialog zu treten. Die unterschiedlichen Aktivitäten und Formate zeigen jüdisches Leben und seine historischen Spuren und ermöglichen Begegnungen, die Vorurteile abbauen helfen. Dabei soll es laut Kulturdezernentin Theis-Scholz aber nicht nur um Gedenken und Erinnerung gehen, sondern auch Perspektiven für das zukünftige Zusammenleben thematisiert werden.

Ein solcher Aspekt ist auch der Bau der neuen Synagoge in der „Weißer Gasse“ in Koblenz, dessen Finanzierung inzwischen gesichert ist. So wird die jüdische Gemeinde in Koblenz sichtbar und die perspektivische Einladung zum gemeinsamen Gottesdienst, die Avadislav Avadiev ausspricht, kann zukünftig auch in neuen Räumlichkeiten stattfinden. Begegnungen am Ort der neuen Synagoge sind im September beim Laubhüttenfest möglich, wenn es die Bedingungen zulassen.

Das Kultur- und Schulverwaltungsamt hat die Koordination der in Koblenz stattfindenden Programmpunkte zum Jubiläumsjahr übernommen. Aufgrund der pandemie-bedingten Planungsunsicherheiten gibt es statt eines gedruckten Programmhefts eine Online-Übersicht über alle lokalen Veranstaltungen unter www.koblenzkultur.de. Diese wird stetig aktualisiert und erweitert.

Organisiert werden die zahlreichen Angebote in Koblenz von lokalen Akteurinnen und Akteuren, darunter die Jüdische Kultusgemeinde, die Christlich-Jüdische-Gesellschaft für Brüderlichkeit e.V., der Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva, der Koblenzer Mendelssohn-Tage e.V., das Katholische Forum sowie die Universitätsmusik Koblenz und das Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz in Kooperation mit dem Stadtarchiv und dem Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. sowie die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

Kultur- und Bildungsdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz und Avadislav Avadiev, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, tauschten sich in der Koblenzer Synagoge zum Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland aus. Foto: Stadt Koblenz/Egenolf

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