Allgemeine Berichte | 19.07.2023

„Rede mer mal Tacheles“:

Jürgen Poth kommt an die „Hein’s Mühle“

Jürgen Pooth.  Foto: privat

Sayn. Liedermacher Jürgen Poth ist in seiner Heimat im Odenwald bekannt als „guggugg“. Am Freitag, den 04. August 2023 ab 18 Uhr lädt er an der „Hein’s Mühle“ ein zu seinem Programm „Rede mer mal Techeles“. Ein musikalischer Abend über das christlich-jüdische Miteinander. Der Geschichte(n)erzähler, Liedermacher und Musiker Jürgen Poth nimmt die Gäste mit auf eine informative Zeitreise vom Heute bis „weit zurück“. Der Eintritt liegt bei fairen zehn Euro für den Künstler. Voranmeldung ausdrücklich erforderlich unter heimatarchiv-sayn@gmx.de. Der Liedermacher Jürgen Poth aus Spachbrücken bei Reinheim reflektiert in seinem Programm „Jüdische Nachbarn – Rede mer mal Tacheles“ jüdisches Leben in Deutschland in vielen Facetten.

„Über das jüdische Leben wissen die meisten von uns oftmals nur etwas über die Zeit von 1933 bis 1945. Dass viele unserer Vorfahren über lange Zeit jüdische Nachbarn hatten, ist heute kaum noch Jemandem bewusst. Die Mitbürger jüdischen Glaubens waren in die Dorfgemeinschaften gut integriert und fühlten sich als Deutsche“, so Poth. Mit seinen Liedern, die er zum Teil selbst getextet hat und die er mit Gitarre begleitet, beschreibt Jürgen Poth auch das Verhältnis zu Nachbarn und Obrigkeit und zeigt bedeutende kulturelle Einflüsse auf beispielsweise in Wissenschaft, Technik, Medizin und Musik. Aber es geht natürlich auch Antisemitismus, das Leben in der NS-Zeit und schließlich die Flucht und die Verfolgung. Jüdisches Leben gehört seit mindestens 1700 Jahren zu Deutschland und hat in dieser Zeit die Geschichte in vielen Bereichen beeinflusst – mit der Redensart „Rede mer mal Tacheles“ (Reden wir mal Klartext) erinnert Poth an den Einfluss vieler Worte aus dem Jiddischen auf die deutsche Sprache. Über sein Musikprogramm berichtet Jürgen Poth: „Mit erzählter Geschichte und gesungenen Geschichten öffne ich einen besonderen Kanal zu den Emotionen meiner Zuhörer und gebe den Juden in der Region wieder einen Namen und ein Gesicht. Ich will zeigen, wie jüdisches Leben unser Land an unzähligen Stellen mitgestaltet und mitgeprägt hat.

Das Nebeneinander und Miteinander von Juden und Christen war und ist nicht immer ohne Spannungen oder ohne Ausgrenzung. Aber es war dennoch eine Zeit des Austausches, der Hoffnung und unhinterfragter Selbstverständlichkeiten. Nachbarschaft eben, Gute und Schlechte!“

Jürgen Pooth. Foto: privat

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