Jugend-Hilfe-Verein für den Kreis Ahrweiler ist zurück in der Kreisstadt
Bad Neuenahr-Ahrweiler/Kreis Ahrweiler. 1984 aus der zwei Jahre zuvor ins Leben gerufenen „Selbsthilfe-Aktionsgruppe arbeitsloser junger Menschen“ entstanden, hat sich der „Jugend-Hilfe-Verein für den Kreis Ahrweiler“ (JHV) zu einem wichtigen, ja unverzichtbaren Teil der Jugendarbeit in der Region entwickelt. Aus der Taufe gehoben wurde der Verein vom damaligen Jugendpfarrer Johannes Stein und von dem Pädagogen Hans-Peter Klaes. Man verstand sich als Anwalt der jungen Menschen und suchte nach neuen Wegen, insbesondere im Bereich der Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Entsprechender Bedarf war damals wie heute gegeben, im Laufe von nunmehr 42 Jahren wurden zahlreiche Projekte und Maßnahmen gestartet und bestehen so, bzw. in ähnlicher Form weiter. Ob Schuldnerberatung, Bewerbungstraining, Qualifizierung in Sachen Hauswirtschaft, Garten-, Natur- und Landschaftspflege, Schulsozialarbeit, Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen oder mobile, soziale Jugendarbeit – das derzeit 13-köpfige, von Geschäftsführer Gerd Sebastian geleitete Team des JHV, unter anderem bestehend aus Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, einer Sozialpädagogin und zwei Sozialpädagogen sowie einem Forstwirt und einem Volljuristen, steht Jugendlichen nicht zuletzt auch in besonders schwierigen Lebensmomenten zur Seite, unterstützt, gibt Hilfe zur Selbsthilfe und ebnet den Weg in Ausbildung und Beschäftigung. Auch Sozialstunden können beim JHV abgeleistet werden. Beim fünfköpfigen Vorstand um den Vorstandsvorsitzenden Friedhelm Münch laufen dann sozusagen die Fäden des Vereins zusammen, der sich über Zuschüsse des Kreises Ahrweiler, der Kommunen, des Jobcenters sowie durch projektbezogene Förderungen des europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes finanziert, zusammen.
„Wir sind wieder hier“
Bis 2021 in der ehemaligen Ahrweiler Jugendherberge in der Peter-Friedhofen-Straße untergebracht, wurde bei der Flutkatastrophe nicht nur das Domizil, sondern praktisch auch das gesamte Inventar samt Archiv des Vereins vernichtet. Glücklicherweise fand man im alten Pfarrhaus in Löhndorf eine vorübergehende, provisorische Unterkunft, bevor der JHV kürzlich endlich seine neuen Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße 51 und damit die Rückkehr in die Kreisstadt feiern konnte. „Wir sind wieder hier, in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mittendrin, wo das Leben pulsiert, nah an vielen Geschäften und der Kreisverwaltung“, wie Friedhelm Münch konstatierte. Dabei wies Münch nicht nur auf die Wichtigkeit der facettenreichen Arbeit des JHV hin, sondern auch darauf, dass es in der heutigen Zeit immer schwieriger sei, die notwendigen Gelder hierfür zu generieren. In dem geräumigen Altbau finden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso ideale Bedingungen vor, wie die Vorstandsmitglieder sowie die Klientinnen und Klienten. Viel Platz für Beratung und zielgerichtete Unterstützung. Zahlreiche Gäste, darunter MdL Susanne Müller, MdL Guido Orthen, Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Politik, der Kirchen, der Caritas und der Volkshochschule waren gekommen, um sich die von Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel eingesegneten Räume anzuschauen und einen guten Start an neuer Wirkungsstätte zu wünschen.
Vorstandsmitglieder, Team und Gäste des Jugend-Hilfe-Vereins für den Kreis Ahrweiler bei der Eröffnung der neuen Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße. Foto: DU