Allgemeine Berichte | 04.10.2017

Norbert Hopp ist in Wachtberg der Oberste der Jugendfeuerwehr

Jugendarbeit ist Zukunftsarbeit

Norbert Hopp und Danny Mathey.

Wachtberg. Nicht allzu einfach war es, einen Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr aus einem der kleinen Orte des Drachenfelser Ländchens vor unsere Kamera zu bekommen. Nicht weil man so kamerascheu sei, sondern weil die Verdienste der Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr nicht einem einzigen zuzuschreiben seien, war von den Helfern in der Not zu hören. Man arbeite im Team und wolle sich nicht in den Vordergrund drängen. So kam es, dass der Gemeindejugendfeuerwehrwart Norbert Hopp sich als Oberster der Jugendfeuerwehr dem Interview stellte. Um die existenziell wichtige, gemeinnützige Arbeit und das äußerst sinnvolle Hobby aus der Theorie in die Praxis zu übertragen und es so anschaulicher darzustellen, durften wir in der Feuerwehrwache Niederbachem bei einer der Jugendfeuerwehrstunden von Danny Mathey und seinen Mitstreitern zuschauen.

An jedem Donnerstagabend findet sich der Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr in Niederbachem auf der Wache ein, um mit rund 15 Jungs und Mädchen zusammen mit seinen Mitstreitern das zu üben, was bei späteren Einsätzen wichtig ist. Das völlig selbstverständliche Gemeinschaftsgefühl fällt zuerst auf, wenn man Mathey mit der Gruppe der Kinder und Jugendlichen sieht. Völlig selbstverständlich fasst er die anfangs wuselig umherlaufenden Kinder als Gruppe auf und achtet trotzdem bei jedem Einzelnen darauf, dass alles in Ordnung ist. Jeder soll in seinen Stärken gefördert werden und bei den Schwächen unterstützt werden. Dass das hier im Team gut funktioniert, ist vermutlich der Selbstverständlichkeit zuzuschreiben, mit der hier alles geschieht.

Die Regeln gibt das Hobby vor, weil es anders einfach nicht funktionieren kann. Die Kids und Jugendlichen lernen bei den Jugendwarten und ihren Helfern in den Dörfern, warum man überhaupt Feuerwehrbekleidung braucht und wie man sie richtig anlegt. Außerdem erfahren sie hier schnell, dass einer allein gar nichts machen kann. Denn nur im Team hat die Feuerwehr Erfolg, wenn sie im Einsatz ist. Niemand weiß, wann die Sirene geht und wann ein Einsatz kommt. Und wenn der Einsatz kommt, kann es auch passieren, dass der eine oder andere nicht in Reichweite ist und nicht mitkommen kann. Deshalb ist es notwendig, dass alle so viele Aufgaben wie möglich aus dem Effeff beherrschen. Also korrigieren Hopp und Mathey nicht nur die Kleidung, sondern erklären auch die Technik und vor allem: wo man sie findet. Denn „was nützt es vor einem brennenden Haus, wenn man weiß, was man braucht, aber nicht weiß, an welchem Platz im Löschzug es liegt?“, erklärt der Jugendwart aus Niederbachem.

Danny Mathey selbst ist als elfjähriger in die Freiwillige Feuerwehr seines Heimatorts Odendorf eingetreten. Mit 18 Jahren hat er den Grundlehrgang absolviert und später weitere Zusatzausbildungen dazugepackt. Einsatzplanung und –durchführung, Atemschutz, Abläufe im Sprechfunk, Bedienung von Maschinen und Aggregaten, Geräten und Pumpen und zusätzlich natürlich der passende Führerschein für ein so großes Fahrzeug gehörten unter anderem zu den Inhalten, die dort vermittelt wurden. Außerdem musste er ein Gesundheitsgutachten erstellen lassen, das seine körperliche Belastbarkeit bescheinigt. Als das Leben ihn 2006 nach Wachtberg führte, setzte er auch hier seine Fähigkeiten ein und ist nun Jugendwart in Niederbachem.

Allein das Beispiel Atemschutz zeigt, dass es für die Jugendlichen hier eine Menge Wissen mitzunehmen gibt, wenn sie Donnerstagsabends hier üben. 18-20 Kilo wiegt die gesamte Atemschutzausrüstung, wenn sie vollständig angelegt ist. Die Kids erfahren hier außerdem, dass sie im Ernstfall ca. 1800 Liter Atemluft zur Verfügung haben, um in verrauchte Umgebung vorzudringen. Das reicht gerade mal für 20 bis 30 Minuten, dann ist Schluss. Die Kids erfahren hier auch, dass sie bei einem solchen Einsatz nicht nur diese Ausrüstung, sondern auch noch den Rest, die Kleidung, Werkzeug, Helm, Gesichtsschutz und eventuell einen Schlauch an Bord haben. Das sind dann insgesamt immerhin rund 30 Kilo Ausrüstung, die im Ernstfall am Körper getragen werden.

Einen wichtigen Punkt machen beide Jugendwarte jedoch schon in ihrer klaren, persönlichen Haltung deutlich: Hier geht es nicht um Sensationen oder Heldentum auf Teufel komm raus. Hier geht es darum, sachgerecht mit anpacken zu können, im Team zu arbeiten und vor allem, keine unnötigen Risiken einzugehen. Wer sich selbst gefährdet, gefährdet oft genug auch Kameraden.

Das sei nicht Sinn der Sache. Also vermitteln sie den jungen Menschen, dass man mit einem Plan an Einsätze herangehen muss, der die Sicherheit für alle berücksichtigt.

Wenn sie sich aussuchen könnten, was sie für die Nachwuchsfeuerwehrleute verbessern könnten, würde Danny Mathey sich mehr Aufklärung über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr wünschen. Es wäre wünschenswert, wenn auch die Arbeit der Jugendfeuerwehr in der Bevölkerung deutlicher umrissen wäre. So entstünden viele Missverständnisse hinsichtlich Freiwilliger Feuerwehr und Berufsfeuerwehr gar nicht erst. „Es gibt so viele Menschen, die gar nicht wissen, dass das hier unser Hobby ist und dass die Kinder und Jugendlichen das hier freiwillig im Dienste der Gesellschaft machen“, war von dem 33-jährigen Jugendwart zu hören. Norbert Hopp stimmt zu und wünscht sich zudem, dass die Bevölkerung beim Thema Brandschutz ein offeneres Ohr hätte. „Mancher Brand und manche Verletzungen hätte man im Vorfeld schon verhindern können.“ Denn wenn die Feuerwehr ausrücke, sei das Unglück schließlich bereits passiert. Die Feuerwehr könne nur noch helfen, nach Möglichkeit Personen zu retten und den Sachschaden in Grenzen zu halten. Auch das wollen sie hier den jungen Menschen vermitteln.

Norbert Hopp, der in diesem Jahr 50 wird und seit 2001 Gemeindejugendfeuerwehrwart ist, will gar nicht erst all die Lehrgänge aufzählen, die er und seine Kollegen gemacht haben. Wichtig sei für sie die Gemeinschaft, in der sich jeder 100-prozentig auf den anderen verlassen könne. Eben diese Gemeinschaft, diese Teamarbeit im Namen der Gesellschaft ist das, was sie beide an die Jugend weitergeben wollen. „Aber wie gesagt, wir sind da nicht die Einzigen“, erinnert Danny Mathey bescheiden an die vielen anderen ehrenamtlichen Helfer, die ebenfalls in der Gemeinde die Jugendarbeit machen, die bei den Bränden, Unfällen und Katastrophen wie der letztjährigen Überflutung ausrücken. Zu einem gemeinsamen Foto konnten wir sie noch bewegen, aber alleine in Aktion möchten sie nicht vor der Kamera stehen. „Das geht halt nicht, denn niemand kann alleine Feuerwehr sein“, erklärt Danny Mathey. „Jugendarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr, das machen eben alle Feuerwehren in Wachtberg.

Norbert Hopp und Danny Mathey.

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