Allgemeine Berichte | 15.10.2025, 15:24 Uhr

Beteiligungsaktionstag an der Ahrtalschule Realschule plus Altenahr

Jugendliche gestalten Wiederaufbau ihrer Schule mit

Dominik Gieler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, begrüßte die Schülerinnen und Schüler der vier teilnehmenden Klassen 8b, 9b, 9r und 10r in der Mehrzweckhalle der Feuerwehr Gelsdorf. Foto: Thorsten Trütgen / Verbandsgemeinde Altenahr

VG Altenahr. Am vergangenen Dienstag, 7. Oktober 2025, fand ein besonderer Aktionstag für die Schülerinnen und Schüler der Ahrtalschule Realschule plus Altenahr statt. Ziel war es, die Jugendlichen aktiv in die Planung und Gestaltung ihrer zukünftigen Schulumgebung einzubeziehen – im Rahmen der laufenden wiederaufbaubedingten Sanierung des Schulgebäudes und seiner Außenanlagen.

Dominik Gieler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, begrüßte die Schülerinnen und Schüler der vier teilnehmenden Klassen 8b, 9b, 9r und 10r in der Mehrzweckhalle der Feuerwehr Gelsdorf. „Die Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Lebensraum. Es ist uns wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Perspektive einbringen und mitgestalten – denn es ist ihre Schule.“ Gieler ermutigte die Jugendlichen, ihre Stimme für den Wiederaufbau in der Verbandsgemeinde einzubringen: „Ihr seid die Zukunft im Ahrtal. Ich freue mich auf den Aktionstag heute und bin gespannt, welche Ideen ihr in den Workshops entwickelt.“ Die Planungsarbeiten für die neue Ahrtalschule sind bereits weit fortgeschritten – die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.

Demokratie-Fitness: Mitgestalten beginnt im Kopf

In zwei Gruppen absolvierten die Jugendlichen anschließend eine Demokratie-Fitness-Session. Das Trainingskonzept fordert das traditionelle Verständnis von Demokratie heraus und macht es erlebbar. In jeweils 45-minütigen Einheiten trainierten die Teilnehmenden zwei der zehn „Demokratie-Muskeln“: Kompromissfähigkeit und Neugier. Sie lernten, dass Demokratie Raum für Vielfalt und unterschiedliche Lösungen bietet – und dass Kompromisse ein zentraler Bestandteil demokratischer Prozesse sind. Die Jugendlichen wurden daran erinnert: Sie selbst sind die wichtigsten Bestandteile der Demokratie. Und als solche brauchen sie auch Wissbegierde.

Workshop-Phase an der Interims-Schule in Gelsdorf

Der zweite Teil des Aktionstages bot den Jugendlichen eine spannende Auswahl an drei interaktiven Workshops, in denen sie ihre Kreativität und ihr Engagement für die Schulgestaltung unter Beweis stellten. Unter dem Motto „Level Up – Euer Schulhof 2.0.“ entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Leitung von Jana Peters und Chloé Jonniaux (ifok) innovative Ideen für mobile Spiel- und Sportangebote, die den zukünftigen Schulhof beleben und zu einer aktiven Pausengestaltung beitragen sollen. Ökologisch wurde es beim Workshop „Wildlife@School“, angeleitet von Waldmeisterin Monika Schmitz. Hier bauten die Jugendlichen Insektenhotels sowie Vogeltränken, um die geplante naturnahe Grünfläche der Schule nachhaltig zu gestalten. Für die künstlerische Gestaltung war der Workshop „Wall of Fame – Eure Wand, Euer Design“ zuständig. Unter der Anleitung der Kunstpädagogin und Kunsttherapeutin Lena Gutt-Blümel entwarf diese Gruppe ein kreatives Konzept für die Wandgestaltung im Foyer der neuen Sporthalle und hinterließ damit eine bleibende Spur ihres Engagements.

„Uns ist es wichtig, dass unser Kunstwerk eine Geschichte erzählt – von der Flut, die unsere Schule zerstört hat, bis hin zum Unterricht an der neuen Schule,“ erklärte eine Schülerin. Der Regenbogen im Entwurf symbolisiert, dass sich die Jugendlichen auch an der Interims-Schule in Gelsdorf wohlfühlen. Schulleiterin Marion Schnitzler freute sich über das Engagement der Jugendlichen: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie ernsthaft und kreativ unsere Schülerinnen und Schüler sich eingebracht haben. Dieser Tag hat gezeigt, wie viel Potenzial in ihnen steckt – und wie wichtig echte Beteiligung ist.“

Gallery Walk & Übergabe der Ergebnisse

Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse in einem Gallery Walk. Die Ideen und Entwürfe wurden an Jürgen Schwarzmann, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Altenahr, übergeben. Ein Schüler sagte: „Die neue Schule sieht toll aus! Leider erlebe ich den Umzug nicht mehr selbst als Schüler. Aber es ist cool, dass wir mitreden und gestalten können – und dass unsere Kinder und Enkelkinder später eine moderne Schule haben.“

Der Aktionstag wurde vom Pro Büro für Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Altenahr unter Leitung von Fabio Sonntag und tatkräftiger Unterstützung von zwei Praktikantinnen begleitet. „Mitwirkung, Mitentscheidung und Mitbestimmung sind für uns Grundsätze in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Junge Menschen in die Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu begleiten, ist und bleibt unser Anspruch. Wir wollen vorhandene jugendpolitische Synergien nutzen und eine starke Lobby für Kinder- und Jugendinteressen fördern“, so Sonntag. Jürgen Schwarzmann lobte die Ergebnisse: „Die Vorschläge der Jugendlichen sind nicht nur kreativ, sondern auch durchdacht. Ich bin beeindruckt von der Qualität der Ideen – das wird ihre Schule wirklich bereichern.

Erfolgreiche Beteiligung der Jugendlichen

Der Beteiligungsaktionstag war ein voller Erfolg. Die Jugendlichen konnten nicht nur ihre Ideen einbringen, sondern auch erleben, wie Mitgestaltung konkret aussehen kann. Ein Bauzaun mit der Visualisierung des neuen Schulkomplexes erinnert nun täglich daran, dass ihre neue Schule entsteht. So haben die Schülerinnen und Schüler ihre Zukunft im Blick – und können sich auf den Umzug in ein modernes, von ihnen mitgestaltetes Gebäude freuen.

Der Aktionstag ist Teil der Öffentlichkeitskampagne „Das wird.“, welche die Verbandsgemeinde Ende April 2025 zur Wiederaufbau-Kommunikation ins Leben gerufen hat. Die Kampagne verfolgt das Ziel, die Menschen in der Verbandsgemeinde bestmöglich über die zahlreichen Wiederaufbaumaßnahmen zu informieren. Gemäß § 16c der Gemeindeordnung (GemO) Rheinland-Pfalz sollen Kinder und müssen Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die deren Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligt werden. Dazu sind geeignete Verfahren zu entwickeln und durchzuführen.

Dominik Gieler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, begrüßte die Schülerinnen und Schüler der vier teilnehmenden Klassen 8b, 9b, 9r und 10r in der Mehrzweckhalle der Feuerwehr Gelsdorf. Foto: Thorsten Trütgen / Verbandsgemeinde Altenahr

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