140 Schülerinnen und Schüler nahmen am Koblenzer Jugendforum teil
Jugendliche löcherten Politiker mit Fragen
Veranstaltung im Kurt-Esser-Haus wurde zu einer heißen Diskussionsrunde
Koblenz. Jugendliche wollen in ihren Bedürfnissen und Wünschen wahrgenommen werden und so wurde am Freitag in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro das diesjährige Jugendforum veranstaltet. Insgesamt 140 Schülerinnen und Schüler aus fünf Gymnasien und einer Realschule plus versammelten sich im Kurt-Esser-Haus in Koblenz, um mit Politikerinnen und Politikern zu diskutieren. Anlass zu dieser Diskussionsrunde waren dieses Jahr die Landtagswahlen und so stand die Veranstaltung unter dem Motto „100 Tage nach der Wahl – was geht mich das an?“. Zu den anwesenden Politikerinnen und Politikern gehörte Anna Köbberling (SPD), Steven Wink (FDP), Eveline Lemke (Grüne), Ellen Demuth (CDU) sowie Joachim Paul (AfD). Zu den weiteren Gästen gehörte auch der Sachbereichsleiter Kinder- und Jugendförderung, Thomas Muth und die Leiterin der Jugendbegegnungsstätte im Haus Metternich, Christiane Klein. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von den Mitgliederinnen des Jugendrates Melissa Schäfer und Lena Adams. Die Jugendlichen haben sich mit ihren Lehrern gründlich auf diesen Tag vorbereitet und haben sich die Bereiche aus der Landespolitik ausgesucht, die sie betreffen. Anwesend war die 10a vom Max-von-Laue-Gymnasium (Thema: Asylpolitik und Integration), zwei Sozialkundeleistungskurse des Gymnasiums auf der Karthause (Thema Sozialkundeleistungskurs 1: Jugendpolitik und Umweltpolitik, Thema Sozialkundeleistungskurs 2: Integrationspolitik und Bildungspolitik), die 10a von der Albert-Schweizer-Realschule plus auf dem Asterstein (Thema: Arbeitsmarktpolitik), die 9a,b und c des Görres-Gymnasiums (Thema: Bildung und Integration) sowie das Eichendorff-Gymnasium (Thema: Jugendpolitik und Integration).
Zunächst stellten sich die Politikerinnen und Politiker vor. Sie erzählten den Jugendlichen etwas über ihre Gremienarbeit und, was besonders die jungen Leute interessierte, die freiwillige Arbeit die sie selbst als junge Menschen geleistet haben.
Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen aus erster Hand
Es wurden zwei Themenblöcke zu den Schwerpunkten Bildungspolitik, Umweltpolitik, Kinder- und Jugendpolitik sowie Integrationspolitik bearbeitet. Um möglichst alle Themenblöcke abzudecken, hatten alle Teilnehmer eine Redezeit von 100 Sekunden. Um den Austausch zwischen den Politikern und den Jugendlichen möglichst konkret zu halten, gab es eine schwarze Liste an Wörtern, die nicht benutzt werden durften, dazu zählten Nachhaltigkeit, Kompetenz, alternativlos, Pro-Form, zukunftsfähig und lang- und mittelfristig. Am Ende hatten auch die Politiker die Gelegenheit Fragen an die Jugendlichen zu stellen. Es war eine Chance für sie, sich die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen aus erster Hand anzuhören und darüber nachzudenken. Um den Politikern zu signalisieren, ob sie verständlich sprechen oder ob etwas unklar ist, hatten die Schülerinnen und Schüler Karten in der Hand mit Häkchen für Zustimmung und ein Fragezeichen für Unverständlichkeit, an denen sich die Redner orientieren konnten. Zu der Bildungspolitik wurden u.a. Fragen gestellt wie die einzelnen Parteien zum Abitur nach 12 oder 13 Jahren stehen und wie Islamunterricht an den Schulen durchgesetzt werden kann. Weiter wurde gefragt, wie eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung erreicht werden kann. Im Bereich der Umweltpolitik wurde gefragt, wie eine ausreichende Lebensmittelversorgung für das Bundesland Rheinland-Pfalz bzw. für die gesamte Bundesrepublik erreicht werden kann, ohne auf Massentierhaltung zurückzugreifen. In der Arbeitsmarktpolitik interessierte die Jugendlichen, was die Politiker unternehmen, um die sozialen Berufe zu stärken, sodass sie besser anerkannt und besser bezahlt werden. Auch mit der Senkung des Wahlrechts auf 16 Jahre haben sich die jungen Leute auseinandergesetzt und aktuell stand auch das Thema Integration zur Debatte. Das Jugendforum wurde zu einer heißen Diskussionsrunde und die Jugendlichen haben bewiesen, wie sehr sie an der Politik interessiert sind und sie zeigten wie groß der Wunsch nach Mitbestimmung ist.
Die Politiker bekamen stets ein klares Feedback von den Schülern.
Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler durften in der Pause an der Feedbackwand aufschreiben, in wieweit die Politiker sie rhetorisch und inhaltlich überzeugt haben und wie verständlich diese geredet haben.
Die Politikerinnen und Politiker wurden von den Jugendlichen zu den Themen Bildungspolitik, Umweltpolitik, Kinder- und Jugendpolitik sowie Integrationspolitik befragt.
Die Schülerinnen und Schüler hatten ihre Fragen gut vorbereitet und ließen nicht locker, wenn diese nicht deutlich genug beantwortet wurden.
