Theaterprojekt des Koblenzer Jobcenters lädt in die KulturFabrik ein
Junge Flüchtlinge zieht es auf die Bühne
Premierenaufführung am 22. Februar
Koblenz. Das Jobcenter Stadt Koblenz macht Theater – und zwar für junge Migranten, die auf diesem Weg sowohl die deutsche Sprache als auch die Gesellschaft ihrer neuen Heimat besser kennenlernen sollen. Und weil Schauspieler nach unzähligen Proben nun einmal nach Bühne und Publikum streben, kommt das Stück „Sieben Zungen für Salim“ nun auch auf die „Bretter, die die Welt bedeuten“: Zur Premiere am Mittwoch, 22. Februar um 19.30 Uhr in der Koblenzer KulturFabrik (Mayer-Alberti-Straße 11) sind Gäste willkommen.
Die Mitwirkenden sind zwischen 18 und 35 Jahre alt und als Flüchtlinge nach Koblenz gekommen. Die meisten von ihnen kommen aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien. Und aus diesem Kulturkreis stammt auch die Geschichte, die die jungen Leute nun vor ihrem Koblenzer Publikum aufführen wollen: „Erzähler der Nacht“ heißt der Roman des mehrfach ausgezeichneten deutsch-syrischen Schriftstellers Rafik Schami, auf dem das Stück der Gruppe basiert. „Auf diese Weise lernen die Projektteilnehmer nicht nur viel über Deutschland, sie können ihrem Publikum auch einen Einblick in die eigene Kultur und Tradition geben“, erklärt Theaterpädagogin Bettina Dorn, die die jungen Schauspieler von Beginn an betreut und auch die Regie des Stückes übernommen hat.
Mehr als Theaterpädagogik
Doch so wichtig der theater-pädagogische Ansatz dieses außergewöhnlichen Projekts ist: In den neun Monaten, die sie insgesamt zusammen arbeiten werden, lernen die jungen Leute sehr viel mehr. Zum Beispiel die deutsche Sprache. Denn auch wenn der Ideengeber zu ihrem Stück syrische Wurzeln hat, aufgeführt wird es selbstverständlich auf Deutsch. Dafür, dass das auch klappt, sorgt Sprachtrainerin Marion Beier, die regelmäßig mit den Teilnehmern arbeitet – in enger Abstimmung mit dem Jobcenter, ganz individuell und an den Bedürfnissen jedes Einzelnen ausgerichtet. Mit von der Partie ist außerdem Job-Coach Tom Keil, denn letztlich schwebt über allem ein Ziel: die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. „Für die jungen Leute ist die Aufführung ihres Stückes deshalb nicht zuletzt die Chance, ihr Engagement, ihr Talent und ihre Fortschritte unter Beweis zu stellen“, erklärt Projektleiterin Lucie Morin von der Bochumer Firma defakto, die das Programm im Auftrag des Koblenzer Jobcenters durchführt. Augenzwinkernd meint sie: „Wir wären deshalb gar nicht traurig, wenn im Publikum der eine oder andere Arbeitgeber aus der Region sitzen würde.“ Was spricht auch dagegen, dass eine nachhaltige berufliche Verbindung über die gemeinsame Freude an Kunst und Kultur zustande kommt?
Plätze vorab reservieren
Eintritt wird nicht verlangt, die Plätze für das Stück müssen aber unbedingt reserviert werden. Dies ist möglich über die Homepage des Projektteams (www.defakto.org), per Mail (verwaltung@defakto.org) oder per Telefon unter (02 34) 91 79 28 70.
Pressemitteilung Agentur für
Arbeit Koblenz-Mayen
