Evangelische Dekanats-Partnerschaft Mabira sucht noch Interessenten für Besuch in Afrika
Junge Leute können nach Tansania reisen
Rhein-Lahn-Kreis. Junge Leute im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die sich für den Kontakt mit Gleichaltrigen aus einer völlig anderen Kultur interessieren, haben im kommenden Jahr die Möglichkeit, an einer Partnerschaftsreise nach Afrika teilzunehmen. Der zwei- bis dreiwöchige Aufenthalt in Tansania soll Einblick in den Alltag und die Lebensbedingungen der Menschen dort geben und im direkten Kontakt in den gastgebenden Familien den Austausch zwischen jungen Afrikanern und Deutschen stärken. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich dafür noch interessierte Jugendliche oder junge Erwachsene finden, die dabei sein möchten“, sagt Torsten Knüppel, Jugendreferent des evangelischen Dekanats Nassauer Land, der die Reise begleiten wird. Das 6000 Kilometer Luftlinie entfernte Mabira gehört zu den ärmsten Regionen in Tansania, wo es etwa keine Wasser- und Stromleitungen gibt. Der Human-Development-Index, der Aufschluss über den menschlichen Entwicklungsstand von 186 Nationen gibt, wies Deutschland zuletzt an sechster Stelle aus, Tansania auf Rang 151. Teilnehmende werden im Vorfeld des Besuchs intensiv auf die Reise vorbereitet und die Lebensverhältnisse, die sie dort erwarten. „Untergebracht sind die Mitreisenden in afrikanischen Gastfamilien“, erklärt Knüppel. „So absolvieren sie nicht nur das mit ihnen gemeinsam erarbeitete Besuchsprogramm, sondern lernen auch ganz praktisch den Alltag einer Familie kennen.“ Seit 35 Jahren besteht zwischen dem evangelischen Dekanat im Rhein-Lahn-Kreis und dem evangelisch-lutherischen Mabira-Distrikt im Norden Tansanias eine Partnerschaft. Im Jahr 2013 gründete eine Besuchsdelegation mit acht jungen Menschen aus dem Rhein-Lahn-Kreis eine Jugendpartnerschaft, die mit einem Besuch junger Afrikaner 2015 in Deutschland gefestigt wurde. „Dieser Aufenthalt in Mabira hat mein Leben total bereichert“, erinnert sich Katharina Matern an ihren ersten Besuch in Mabira vor drei Jahren. Allein die Gastfreundschaft, mit der sie empfangen wurde, hatte sie trotz vieler Auslandsaufenthalte in dieser Herzlichkeit noch nicht erlebt. Die 22-jährige Geografie-Studentin aus Singhofen will auch nächstes Jahr wieder dabei sein. Interessenten sollten offen und neugierig sein, eine fremde Kultur kennenlernen zu wollen, außerdem sollten sie Kontaktfreude und Englischkenntnisse besitzen, nennt Knüppel Voraussetzungen, um an der Reise teilzunehmen, die voraussichtlich in der zweiten Juli-Hälfte im kommenden Jahr beginnt. Bewerber dürfen nicht jünger als 18 und nicht älter als 26 Jahre sein. Die jungen Leute werden dabei das Bildungssystem in Tansania kennen lernen, die Berufschancen, die Infrastruktur, die medizinische Versorgung und das Leben in den Kirchengemeinden. Das detaillierte Programm wird mit der Gruppe selbst ausgearbeitet, doch Knüppel verspricht: „Es soll nicht nur beim Schauen bleiben etwa in Schulen und einer Krankenstation; es soll auch angepackt werden, um zu verstehen, wie die Menschen dort ihren Alltag mit landwirtschaftlicher Arbeit meistern und was sie in ihrer Freizeit machen.“ „Junge Leute tun sich leichter als ältere, Fremde kennen zu lernen und sich auszutauschen“, erklärt Berthold Krebs, Vorsitzender des Arbeitskreises Nassau-Mabira den besonderen Reiz des Jugendaustauschs. „Der Umgang miteinander ist auch viel lockerer.“ Deshalb hofft auch er auf eine neugierige Reisegruppe, die im kommenden Jahr am Austausch teilnimmt. Nähere Informationen zum Jugendaustausch mit Mabira und der geplanten Reise im kommenden Sommer gibt Torsten Knüppel unter Telefon 01 74-5 75 22 77 oder per E-Mail unter t.knueppel@yahoo.de.
