Die Unkeler Sonnenberg-Grundschüler führten erneut ein Musical auf
Junge Unkeler Musicalstars begeisterten mit „Pinguin Paul will’s wissen“
Vom Südpol aus entführten sie am Freitag ihr begeistertes Publikum in wärmere Gefilde
Unkel. Hochbetrieb herrschte am Freitagnachmittag im Multifunktionsraum der Unkeler Schulen, die bis auf den letzten Platz besetzt war, stand doch die Aufführung des Musicals „Paul Pinguin will’s wissen“, das Gerhard Meyer und Gerhard Weiler nach einer Geschichte von Christian Tielmann geschrieben haben, kurz bevor. Und da Eltern und Großeltern spätestens seit dem Vorjahr, in dem die Sonnenberg-Musical-Stars „Felicitas Kunterbunt“ aufgeführt hatten, wussten, wie kurzweilig-unterhaltsam so eine Musikveranstaltung ist, wollte sich diese natürlich auch niemand entgehen lassen. Begrüßen konnte de kommissarische Rektorin, Ingrid Thombeux so nicht nur den Ersten Unkeler Stadtbeigeordneten Wolfgang Plöger in Vertretung von Gerhard Hausen, sondern auch den Bruchhausener Bürgermeister Markus Fischer, den Stellvertreter von VG-Chef Karsten Fehr, Heinz Schmitz und sogar Ex-Rektorin Regina Winter.
„Die Musical-Stars von Birgit Jacobi sind geschminkt, die Sänger um Christine Fabritius haben sich eingestimmt, die Aufführung kann also beginnen“, gab Ingrid Thombeux das Startzeichen. Da herrschte bei den Schauspielern neben der großen Bühne noch helle Aufregung. „Keine Sorge, ich sag‘ Euch immer, wie es weitergeht! Nur die Ruhe bewahren“, versuchte Birgit Jacobi das Lampenfieber ihres jungen Teams zu senken. Das bestand einerseits aus Viertklässlern, die schon im Vorjahr auf der Bühne gestanden hatten, andererseits aus Drittklässlern, die sich beim Musical-Casting durchgesetzt hatten. Acht Monate lang hatten sie geprobt, nachdem das Stück im Internet gefunden war. Nun endlich konnten sie ihre Zuschauer einladen zu einer Reise, zunächst ans andere Ende der Welt, an den Südpol.
Und dort herrscht riesige Aufregung, vor allem in der Pinguinschule, steht doch das Schlüpfen der kleinen „Oberkellner“ kurz bevor. „Eins, zwei, drei, vier, fünfuin - so heißt jeder Pinguin!“, erfahren die Zuhörer, bis plötzlich alles ganz anders ist. Ein Außenseiter namens Paul bringt alles durcheinander mit „Eins, zwei, drei, vier, Paul, sechs, sieben!“ Der Neue widersetzt sich auch er Pinguin-Weisheit: „Namen sind nur Rausch und Schall am Nord- und Südpol – überall!“ Noch schlimmer: Beim Lieblingsspiel des Lehrers „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist grau“ sieht Paul plötzlich Farben statt nur weiß, schwarz und eben grau.
Da nutzt es ihm wenig, dass ihm seine Eltern versichern: „Du brauchst nicht zurück ins Ei. Hier am Pol ist ein guter Platz, Schatz!“ Der aber will über den Tellerrand, also die Eisschollen hinaussehen. „Hinter’m Horizont, das weiß ich, ist es bunt und nicht mehr eisig“, erklärt Paul seinen Eltern. Das beweist den Zuschauern umgehend die Tanzgruppe mit dem von Isabelle Baum einstudierten Hawaii-Tanz. Bevor der Albatros Paul im Pazifischen Ozean absetzt, fliegt er einen Zoo an. Dort trifft der kleine Pinguin auf einen von zwei Gorillas eskortierter Direktor, der ihn als Pinguin-Schauspieler engagiert. Auch den anderen Zootieren hat der Fiesling eingeredet, sie wären tolle Künstler, obwohl es ihm nur um das Eintrittsgeld der Leute geht.
Enttäuscht von seinem neuen Leben, „Das ist alles nur Schauspielerei“, sucht Paul nach einem Ausweg aus dieser langweiligen Zukunft - und inszeniert prompt einen Aufstand. „Hier in diesem Zoo gibt’s ne neue Show“, freuen sich seine neuen Freunde um Pinguin-Fräulein Paula, hatte er sie doch überzeugt: „Wir sind als Direktoren geboren, schon als Baby waren wir der Boss!“ Das zumindest können die erwachsenen Zuschauer nur bestätigen, während Paul und Paula sich dann doch mit dem Zweisitzer-Albatros Richtung Hawaii aufmachen.
„Auch wenn Ihr uns dorthin nicht mitnehmt, das war eine ganz rolle Leistung, die Ihr hier auf die Bühne gebracht habt mit ganz viel Rock und Pop, Balladen, Marschmusik und Südsee-Feeling“, lobte Ingrid Thombeux ihre Musical-Stars, nicht ohne ihren Kolleginnen, Birgit Jacobi, Christine Fabritius und Isabelle Baum für die schauspielerische, musikalische und tänzerische Leitung zu danken. Ihr habt uns wirklich ein tierisches Vergnügen beschert“, schwärmt sie, nachdem der lang anhaltende Applaus abgeschwollen war, um ganz zum Schluss auf ein weiteres Tierchen aufmerksam zu machen: ein bauchiges Sparschwein, das nur darauf wartete, am Ausgang von den Zuschauern gefüttert zu werden, bevor es vom Förderverein zugunsten der Sonnenberg-Schüler geschlachtet wird. DL
Nicht nur Hula-Mädchen, auch Unkeler Hawaiianer beherrschten den Hüftschwung meisterlich.
