Erste Remagener „Lachnacht“ machte ihrem Namen alle Ehre
Kabarett - Comedy - Musik
Rund 430 Gäste amüsierten sich mit Moderator Atze Bauer und den Künstlern Frank Fischer, Jacqueline Feldmann und Henning Schmidtke
Remagen. Da war offensichtlich dem Tourismusleiter Marcel Möcking ein guter Wurf gelungen mit der ersten Remagener „Lachnacht“. Mit der „Lachnacht“ reist Atze Bauer durch die Republik, und überall wo seine Künstler, im Fundus sind da so etwa 150 Unterschiedlichste, auftreten, da heißt die Lachnacht auch wie die Stadt, wo sie stattfindet. Am Freitag im Foyer der Rheinhalle wurde tatsächlich heftig gelacht, von rund 430 Gästen. Moderator Atze Bauer stellte in launiger Manier, äußerst lebhaft und mit lockeren Sprüchen die drei Künstler vor.
Kabarettist Frank Fischer
Als erster Künstler begeisterte Frank Fischer, der bis morgens um sieben Uhr noch gar nichts von seinem Auftritt in Remagen wusste, und spontan für Stefan Danzinger eingesprungen war. Der vielfach ausgezeichnete Kabarettist startete dann auch wirklich durch und attackierte die Lachmuskulatur der Fans. Fischer, der sich jeden Tag Notizen über den „ganz normalen Wahnsinn“ macht, hatte dann auch einiges aus dem Alltag zu bieten. So reist er viel mit dem Zug und hört genau den Ansagen in den Zügen und an den Bahnhöfen zu. Da brachte er aus den neuen Bundesländern so Durchsagen mit wie „Der Ausstieg ist nicht links, sondern gegenüber ….. links“. Im Ruhrpott war dann zu hören „Der Zug hält nicht am Hauptbahnhof Bochum. Grund ist der Hauptbahnhof Bochum“. Da muss die Stewardess ernst nehmen, wenn ein Flugzeug kurz vor dem Anflug auf Santo Domingo steht, dass ein Fluggast sagt „ich glaub, ich bin hier falsch“. Aufs Korn nimmt Frank Fischer auch die Zugreisenden, die in den Vierersitzgruppen mit Tisch ihre Tupperdosen auspacken und beginnen die Eier zu pellen, die nach 1984 riechen. Und dann rät Frank Fischer dem Publikum: „ Gehen sie doch mal in der Mittagspause in den Mediamarkt, tippen dem Verkäufer auf die Schulter und fragen, kann ich ihnen helfen. Oder bieten sie der Wurstverkäuferin mal eine Scheibe Wurst an. Sie werden sehen, diese Kleinigkeiten bereichern einfach ihren Tag. Ausgesprochen gut komme auch im Gespräch mit einem Migrationsgegner der Spruch in einwandfreiem Deutsch an: „Ich kam vor zwei Jahren aus Syrien und arbeite jetzt im Vorstand von Siemens“. „Da kommt einfach nur Freude auf“, so Fischer. Und überhaupt gebe es viele Menschen, die gar nicht merken, was für merkwürdige Dinge sie sagen. „So etwa, wie: Herr Fischer, kann es sein, dass ich sie gestern im Radio gesehen habe“. Und dann nahm Fischer sich noch die fürchterlichen Werbeikonen, wie den Mann von Saitenbacher, Dr. Dyson oder den „Affen“ aus der Trigema-Werbung, vor. Das Publikum hielt sich die Bäuche vor Lachen und amüsierte sich wirklich köstlich. Neben der Werbung, die Fischer aufs Korn nahm, nahm er sich auch so die Sendungen von Auswanderer-Paaren vor. „Das ist doch einfach nur total verrückt, was die einem da erzählen wollen“, so Fischer.
Jacqueline Feldmann kam von „Hölzken auf Stöcksken“
Nach Fischer erfreute die junge Sauerländerin Jacqueline Feldmann das Publikum, die sich fast überschlug beim Schwätzen und von „Hölzken auf Stöcksken“ kam. Da kamen die „Dauermenstruierenden“ aus dem Sportunterricht ebenso zum Tragen wie ihr „Kreuzbandriss am Kreuz“, mit dem sie sich vom Sportunterricht befreien ließ. Da lästerte die Komödiantin, gelernte Finanzbeamtin, natürlich auch über den Schulunterricht. Da würde alles möglich Unnütze gelernt, aber nicht, dass Brutto und Netto keine Supermärkte seien.
Henning Schmidtke - Künstler, Kabarettist, Musiker und Autor
Das Publikum lachte immer wieder hellauf, auch mit dem letzten Künstler des Abends Henning Schmidtke. Der wandelbare Künstler, Kabarettist, Musiker und Autor wechselte zwischen Liedern und Wortbeiträgen im Stile des traditionellen Stand-ups und bot eine perfekte Mischung zwischen geistreichen Humor und Comedy. Das Publikum jedenfalls hatte seine helle Freude bei der ersten Remagener Lachnacht und hofft sicher auf eine Wiederholung. AB
Frank Fischer.
