Pflanzaktion der Karnevalsgemeinschaft Oberdrees

Kamellebööm für das Liebeswäldchen

Fünf Obstbäume sollen die Emissionen des Karnevalszuges kompensieren

20.02.2020 - 18:00

Oberdrees. Auf Initiative des amtierenden Präsidenten der Karnevalsgesellschaft „Bekömme Dich net drömm“ von 1926 Oberdrees e.V. (KGO), Ralf Nuß, wurde unter Federführung der Karnevalsgemeinschaft (Zusammenschluss von KGO und Damenkomitee „Goldene Herzen“) unter dem Motto „Mir planze e paar Kamellebööm“ eine Aktion ins Leben gerufen, die Ihresgleichen sucht.


Die Oberdreeser Jecken sind ja weit über die Dorfgrenzen für ihren „Karneval made in Oberdrees“ bekannt, haben mit dieser Aktion aber einmal mehr die Fasteloovendsjecke überrascht. Der Auslöser zu dieser Aktion war eigentlich die Idee von Ralf Nuß, vor dem Hintergrund der weltweiten Klimaerwärmung einen klimaneutralen Karnevalszug zu veranstalten. Dies sollte ursprünglich erreicht werden, indem man als Ausgleich zu den Emissionen, die so ein Karnevalszug mit sich bringt, eine Kompensation, zum Beispiel durch Anpflanzung von Bäumen, also einen CO2-Ausgleich, schafft.


Schadstoffausstoß war nicht ermittelbar


Da aber die zahlreichen großen Prunkwagen, für die Oberdrees ja seit je her bekannt ist, zum Teil auch von „Altertümchen“ (Oldtimer-Traktoren) gezogen werden, für die keiner auch nur eine Idee zur Ermittlung des tatsächlichen Schadstoffausstoßes hatte, war schnell klar, dass man die Klimaneutralität eigentlich gar nicht nachweisen könnte. Hinzu kam die Situation, dass man sinnvollerweise keine privaten Flächen für die Anpflanzung von Bäumen heranziehen sollte, da man ja wenig Einfluss darauf hat, wie lange diese Bäume letztendlich stehen bleiben. Also boten sich hier in erster Linie städtische Flächen an, die freundlicherweise durch die Vermittlung des Ortsvorstehers und Ratsherrn Kurt Brozio von der Stadt Rheinbach am sogenannten „Liebeswäldchen“ am Ortsrand von Oberdrees zur Verfügung gestellt werden konnten.


Durch Kahlschlag dezimiert


Das „Liebeswäldchen“ – so die Überlieferung – war in früheren Zeiten ein Ort, an dem man sich als Frischverliebte treffen konnte, ohne den gestrengen Blick der Alten fürchten zu müssen. Leider wurde dieses Kleinod in den letzten Jahren durch einen notwendigen Kahlschlag sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass man den Begriff „Wäldchen“ hier eigentlich gar nicht mehr verwenden konnte. Vor diesem Hintergrund war dann schnell klar, dass man im „Liebeswäldchen“ zumindest einige Bäume neu anpflanzen könnte, und man beschloss, thematisch den Klimaschutz mit dem Rheinischen Karneval zu verbinden. So entstand dann kurzum die „Pflanzaktion Kamellebööm“. Der Rest ist schnell erzählt: Man fand sehr zügig in den Reihen der Oberdreeser tatkräftige Unterstützer, die der Umsetzung dieser Idee zum Erfolg verhalfen. Und so stehen sie nun da, die fünf „Kamellebööm“ – wo kurz zuvor noch eine Brachfläche wenig Aufschluss über die historische Bedeutung dieses Fleckchens Erde gab.

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Gabriele Friedrich:
Mitunter denke ich, das die Mehrheit der Deutschen gar nicht weiß, was Demokratie bedeutet und die Politiker im BUND wenden diese auch nicht an mit ihrer Basta-Politik. Keinerlei Mut haben die Leute, Eigenverantwortung NULL. Gemeinschaftssinn: NULL !!! Sich für etwas einsetzen und Menschen überzeugen...
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Gabriele Friedrich:
Das sind keine Unbekannten, das sind frustrierte Jugendliche, die ihre Wut und ihren Frust da ablassen, auch natürlich durch Corona, weil sie nirgendwo hinkönnen um ihre Kräfte zu messen. Man muss wissen, wo diese Bäume sind, das geht nur, wenn da einer "heimisch" ist. Heutzutage kann man nicht mal...
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