Stabwechsel beim Ettringer Dorfchronisten
Karl Heinz Schlüter übergibt sein Amt an André Hänsgen
Ettringen/VG Vordereifel. Nach einem Vierteljahrhundert akribisch genauer, mit viel Herzblut verbundener Chronistenarbeit für die Ortsgemeinde übergab Karl Heinz Schlüter im Rahmen einer Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch, die besonders für die Nachwelt wertvollen Unterlagen an seinen Nachfolger André Hänsgen. Ein Mann mit fundierten Kenntnissen für das ihm neu übertragene, ehrenamtliche Metier. „Damit ist die chronistische Fortschreibung von all dem, was in Ettringen zu archivieren wert ist, gesichert. Ich denke wir haben als Nachfolger den richtigen Mann am richtigen Platz“, so Ortschef Werner Spitzley.
Vor genau 25 Jahren wurde der heute 79-jährige pensionierte Stabsoffizier Karl Heinz Schlüter aus Ettringen vom damaligen Ortsbürgermeister Udo Mülhausen als offizieller Chronist zur Führung und Erstellung einer Ortschronik von Ettringen beauftragt. Dazu erhielt er alle Unterlagen, die bis zu diesem Zeitpunkt verfügbar waren. Für den engagierten Pensionär eine tolle Aufgabe, der er sich akribisch genau annahm. So besorgte er sich wertvolle Informationen in der Bibliothek des Geschichts- und Altertums- sowie des Eifelvereins in Mayen. Auch einige Ettringer Vereine und Privatpersonen konnten dem Chronisten Material zur Verfügung stellen. „Aber der ganz große Boom innerhalb der Ettringer Bevölkerung blieb aus“, blickte Schlüter zurück. „Es hätten noch mehr Vereine des Heimatortes die Möglichkeit gehabt, eine Selbstdarstellung zu konzipieren, die ich dann in die Chronik hätte einbauen können. So bittet Karl Heinz Schlüter, der sich im wahrsten Sinne des Wortes in vielen Arbeitsstunden ganz in die ihm übertragene Materie „hineinkniete“, und in den letzten Wochen von morgens bis abends sämtliche Unterlagen, Schriftstücke und Fotos, fein säuberlich digitalisiert hatte, doch alle Vereine des Eifelortes, seinem Nachfolger möglichst viele Informationen zur Verfügung zu stellen. Ein Angebot, das man nutzen sollte. Schlüter ist mit einem Wort gesagt ein Phänomen innerhalb der „Etymologie“, (der Ableitung eines Wortes aus seiner Wurzel und damit die Nachweisung seiner eigentlich wahren Bedeutung). Er besitzt ein ungeheures Wissens, aber auch einen Wissensdurst innerhalb der Materie. Belesen mit unzähligen Büchern in seinem Arbeitszimmer. Klar, dass er auch an den vier Büchern der VG Vordereifel mitwirkte sowie die Schulchronik von Ettringen und die Chroniken des Kirchenchores Cäcilia Ettringen, heute „Musica Communa“, und des MGV „Germania“ Ettringen erstellte.
Spitzley: „Du hast hervorragende Arbeit geleistet“
Schlüter stand oft vor einer Mammutaufgabe, aber er hat sie fachlich versiert und meisterhaft in die Tat umgesetzt und gelöst. Rund 2000 Dateien hat er mit digitalisiertem Material für die Nachwelt erhalten. „Mir lag immer viel daran, dass jeder Ettringer weiß, was in Chronikmaterial vorhanden ist“, so Schlüter.
Dafür gebührt ihm, der die Übergabe an seinen Nachfolger, natürlich eingebettet in eine Kurzfassung der vorhandenen Chronik auf Großbildwand inszenierte, große Anerkennung aller Ettringer. Ortsbürgermeister Werner Spitzley dankte dem scheidenden Chronikspezialisten Karl Heinz Schlüter im Kreise des Gemeinderates mit einem großen Präsentkorb: „Du hast hervorragende Arbeit geleistet, man kann es gar nicht beschreiben, was Du uns an wertvollem Gut erhalten hast“. Großes Lob kam auch von Hans Rolf Müller (CDU) und Frank Klasen (SPD) für das Geleistet Werk. Der Ortschef wünschte André Hänsgen einen guten Start. „Meine Idee war goldrichtig, die Arbeit an den Schwiegersohn zu transferieren“. Im neuen Gemeindehaus sind ideale Lagerungsmöglichkeiten für wertvolle Exponate.
Der 47-jährige, gelernte Schlosser und jetzige Hausmeister am Kurfürst Balduin Gymnasium in Münstermaifel lebt seit 1998 in Ettringen und ist mit Ehefrau Gerlind verheiratet. Hänsgen zu „Blick aktuell“: „Ich freue mich, diese für die Allgemeinheit wertvollen Arbeiten weiter führen zu können. Und ich bedanke mich für das Vertrauen der Verantwortlichen. Ich werde mich bemühen, auch im Sinne meines Vorgängers weiter zu arbeiten“, so der „neue Ortschronist“, der einen Zitat von Altkanzler Helmut Kohl als sein Motto vorstellte: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“.
BS
Ungeheures Fachwissen kann Schlüter vorweisen.
Karl Heinz Schlüter am PC. Hier war sein Arbeitsplatz. Vieles hat er digitalisiert.
