Löschzug Orsberg lud zu seinem traditionellen Kameradschaftsabend
Karl Krupp und Wolfgang Rosen verabschiedet
Mit den Feuerwehrmann-Anwärtern Marvin Schmitz und Dirk Bartelt ist der Löschzug weiterhin elf Mann stark
Erpel. Delegationen der übrigen Löschzüge aus der Verbandsgemeinde Unkel konnte Wehrführer Reinhard Schmitz mit seinem Stellvertreter und Namensvetter Markus Schmitz zum traditionellen Kameradschaftsabend in Orsberg am frisch gestrichenen und mit LED-Beleuchtung versehenen Feuerwehrgerätehaus des Erpeler Höhenortsteils begrüßen. Willkommen heißen konnte er zudem den Chef der Wehr, Verbandsbürgermeister Karsten Fehr, die Unkeler Wehrleiter Ulrich Rechmann und Ralf Wester, Ehrenwehrleiter Hans-Josef Fröhlich sowie natürlich Bürgermeisterin Cilly Adenauer.
„Jede Gemeinschaft ist darauf angewiesen, dass Menschen sich für andere einsetzen. Das tun Sie, liebe Feuerwehrkameraden, unspektakulär, das tun Sie im ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle der Bürgerschaft. Ihr Wirken zu würdigen, das Sie auf vielfältige Weise für andere tun, ist mir ein wichtiges Anliegen“, hob der Chef der Wehr hervor. Jede Gemeinde und Stadt könne sich glücklich schätzen, Menschen mit einer solchen Haltung in ihren Reihen zu wissen, Menschen, die kein Aufheben um ihr Handeln machten, die Verantwortung für ihr Umfeld übernähmen und für andere tätig würden.
Passende Worte gefunden
Völliges Unverständnis brachte er für die Beschwerde einer Bürgerin auf, sie würde nächtens durch die Feuerwehrsirene aus dem Schlaf gerissen. Er bedanke sich nochmals ausdrücklich bei dem Leiter der Wehr, Uli Rechmann, dass er bei seiner Antwort an die Beschwerdeführerin die passenden Worte gefunden habe, so Karsten Fehr, der seiner Wehr versicherte, dass die Verwaltung, der Verbandsgemeinderat und er selber zu 100 Prozent hinter ihr stünden.
Die Möglichkeiten unvorhersehbarer Anforderungen an die Feuerwehrleute seien ungemein groß geworden. Durch viele Lehrgänge und Fortbildungen sowie gemeinsame Übungen verringerten sie Gefahren und zeigten, dass das Rettungswesen dank ihnen nicht nur funktionieren könne, sondern seit Generationen tatsächlich funktioniere, hob der Chef der Wehr hervor.
Ehrenamt nicht aufs Spiel setzen
Diese zuverlässig und kompetent erbrachte Leistung sei ehrenamtlich, wobei sie in einen unermüdlichen Einsatz münde, der viele andere Lebensbereiche der Kameraden beschneide. „Es ist für uns als Verwaltung und Rat selbstverständlich, dass die Finanzierung Ihrer Sicherheitsausstattung sowie der Hilfsmittel und Einrichtungen trotz aller notwendigen Sparmaßnahmen oberste Priorität hat, und dies nicht nur, weil die Sicherheit der Menschen zu den gesetzlich verankerten Pflichtaufgaben der Kommunen gehört“, versicherte Karsten Fehr. Erst durch die Feuerwehrkameraden würden Ausrüstung und Gerät zu einer wirksamen Hilfe für Mitbürger in Not und Gefahr. „Wir setzen dieses Ehrenamt nicht aufs Spiel, denn spätestens dann würde die Erkenntnis kommen, dass dies ein absolut teures Sparen wäre. Schließlich lebt die Gemeinschaft nicht von der Einwohnerzahl, sondern von denen, die sich für die Allgemeinheit engagieren“, so der VG-Chef.
Begeisterung und Engagement weitergegeben
In einer Zeit, wo der Faktor Freizeit immer mehr an Bedeutung gewinne und die entsprechenden Angebote immer vielfältiger würden, entstünden häufig Probleme, das Ehrenamt für den Nachwuchs attraktiv zu gestalten. Umso mehr freue er sich, heute bei der Feuerwehr in Orsberg gleich zwei Neuverpflichtungen vornehmen zu dürfen, erklärte Karsten Fehr. Es sei schön, dass die Feuerwehrleute des Erpeler Höhenortsteils ihre Begeisterung, ihr Engagement im Löschzug hätten weitergeben können, sodass die Orsberger Feuerwehr künftig durch den 17-jährigen Feuerwehrmann-Anwärter Marvin Schmitz und durch den Feuerwehrmann-Anwärter Dirk Bartelt, der bereits von 1992 bis 1994 Mitglied der Feuerwehr war, unterstützt würde.
Zu wenige Lehrgänge für Gruppenführer
Die beiden „Neuen“ fangen zumindest numerisch den Abschied von Hauptlöschmeister Karl Krupp und Löschmeister Wolfgang Rosen auf, „auch wenn uns ohne die beiden erfahrene Führungskräfte fehlen“, so Markus Schmitz. Dieser Mangel läge nicht etwa am fehlenden Engagement der Orsberger Feuerwehrleute. Vielmehr würden schon seit Jahren zu wenige Lehrgänge für Gruppenführer angeboten, die dann auch noch vorrangig mit Feuerwehrmännern aus größeren Löschzügen besetzt würden, erklärte er kurz vor der Laudatio durch Karsten Fehr.
„Karl Krupp hat erfolgreich an 20 Fortbildungen sowie Qualifikationen teilgenommen. Sein zwischenmenschliches und äußerst kameradschaftliches Verhalten zeichneten ihn als Gruppenführer des Löschzugs Orsberg besonders aus“, so der Chef der Wehr. Neben den feuerwehrtechnischen Tätigkeiten habe sich der Hauptlöschmeister immer wieder in Ausschüssen für Feuerwehrfeste, Ausflugsfahrten und bei Arbeiten im Gerätehaus engagiert.
Sehr beliebt bei den Feuerwehrkameraden
Aber nicht nur deswegen sei er wie auch Wolfgang Rosen bei seinen Feuerwehrkameraden sehr beliebt. Dieser sei per Sondergenehmigung des damaligen Wehrleiters Schultheis schon als 15-Jähriger in die Feuerwehr aufgenommen worden und habe damals tatkräftig beim Bau des Feuerwehrgerätehauses Orsberg mitgeholfen. „Sie haben sich beide in vorbildlicher Weise um unser aller Wohl verdient gemacht“, dankte Karsten Fehr den neuen Mitgliedern der Alterswehr, bevor er noch Julien Weich zum Feuerwehrmann und Philipp Schmitz zum Oberfeuerwehrmann beförderte. „Sie genießen in der Gesellschaft in hohes Ansehen, und das haben Sie sich auch wirklich redlich verdient“, konstatierte Cilly Adenauer. Nicht nur dass die Feuerwehrleute in den hoch technisierten Zeiten immer neue Aufgaben zu bewältigen hätten, heimatverbunden stehe der Orsberger Löschzug wie auch seine Erpeler Kollegen der Dorfgemeinschaft bei festlichen Anlässen immer wieder hilfreich zur Seite, so die Bürgermeisterin, kurz bevor der gesellige Teil des Kameradschaftsabends begann. DL
Mit den Feuerwehrmann-Anwärtern Marvin Schmitz und Dirk Bartelt ist der Löschzug weiterhin elf Mann stark.
