Allgemeine Berichte | 15.02.2026, 10:07 Uhr

OB-Einig: „2027 bleiben die Deichtore geschlossen“

Karnevalisten eroberten das Neuwieder Rathaus im Handstreich

Oberbiebers Kinderprinzenpaar, das Präsidium des Festausschusses und die närrischen Truppen legten OB Jan Einig in Ketten. Fotos: FF
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Neuwied. Im Handstreich eroberten die närrischen Truppen des Festausschusses am Samstagmittag das Historische Rathaus. Das Drehbuch passte dieses Mal auf ein Blatt im A5 Format. Ob der Festausschuss der Stadt Neuwied im Voraus wusste, dass es kalt und ungemütlich werden würde?

Entsprechend wenige Zuschauer fanden sich in diesem Jahr ein, um das alljährliche Spektakel mitzuerleben. „Im nächsten Jahr schließen wir die Deichtore, dann wird es hier in der Pfarrstraße nicht so zugig“, scherzte Oberbürgermeister Jan Einig. In der nächsten Session wird der Rathaussturm sogar noch eine Woche früher stattfinden. Aber vielleicht ist es dann wärmer? Die Gaudi hätte jedenfalls mehr Zuschauer verdient.

Am Samstag blieben die getreuen Schärjer überwiegend unter sich. Darunter das ehemalige Prinzenpaar Gerd und Ulrike (Schanz) sowie Robert Raab: Zum 63. (!) Mal verfolgte der altgediente Ehrengardist, Büttenredner und Jubiläumsprinz von vor 50 Jahren das Geschehen. Die flotte Moderation hatte in diesem Jahr Peter Dalpiaz übernommen. Als ehemaliger Neuwieder Prinz ein absoluter Insider. Für die gute Stimmung sorgte eine Musikkapelle.

Zunächst stand gar nicht fest, ob es überhaupt zu einer Eroberung auf Biegen und Brechen kommen wird. Jenny Blum machte Alexander Wertgen das großzügige Angebot, das Rathaus ohne Sturm einzunehmen. Davon wollte der Kommandeur der Ehrengarde aber nichts wissen. Die Erfahrungen aller vorangegangenen Rathausstürme zum Trotz zeigte er sich zuversichtlich, in diesem Jahr den närrischen Truppen standzuhalten. Also blieb Jenny Blum und dem Präsidium des Festausschusses nichts anderes übrig, als die bunten Garden abzuschreiten und zu vereidigen.

Die graue Tristesse des Wetters ließen blau-goldene Husaren, lila-weiße Kängurus und rot-weiße Funken vergessen. Die Aktiven versprachen, alle Miesmacher und Aufmucker ins städtische Krematorium zu bringen, allen Alkohol zu vernichten und bis Aschermittwoch nicht mehr zu schlafen. Dann ging es zum Gefecht und die Kanonen hatten das Wort. Wechselseitig ergoss sich Konfetti auf die närrischen Truppen und die Ehrengarde. Die Stimmung war prächtig und zwischendurch wurde auch mal gern ein Tänzchen eingelegt.

Nachdem sich der Rauch gelegt hatte, versuchten die närrischen Truppen in Einzelgefechten, die Verteidiger zurückzudrängen. Die Gardisten und Mariechen gaben zwar ihr Bestes. Doch zwei Tage vor dem Höhepunkt Rosenmontag war die Motivation der bunten Abordnungen einfach zu groß. In einer dritten Welle durchbrach man den Abwehrriegel.

Oberbürgermeister Jan Einig blieb nichts anderes übrig, als zu kapitulieren. Aus dem Fenster wurde die weiße Fahne gehisst. Das gleichzeitig die Kirchenglocken läuteten, wäre zwar ein schöner Gag gewesen, lag aber daran, dass die Uhr Punkt 12 schlug. Die Stunde des Oberbürgermeisters schlug ebenfalls. In Ermangelung eines Stadtprinzenpaares übergab der Oberbürgermeister den Rathausschlüssel an das Oberbieberer Kinderprinzenpaar Robin II. Herrscher über Creeper und Pixel vom Hüllenberg zum Aubachstrand (Krämer) und Zoe die flinke Flosse vom närrischen Meer (Fortmann). Festausschuss Präsidentin Claudia Balmes legte Jan Einig die Ketten an.

Der Stadtsäckel blieb ihr allerdings verwehrt. Angeblich, so der Stadtchef, sei der nicht auffindbar. Vielleicht herrscht in der Stadtkasse aber einfach nur ebbe? FF

Jenny Blum von den närrischen Truppen und Kommandeur Alexander Wertgen wurden sich nicht einig.

Jenny Blum von den närrischen Truppen und Kommandeur Alexander Wertgen wurden sich nicht einig.

Die närrischen Truppen bliesen zum Angriff auf den Verteidigungsriegel der Ehrengarde.

Die närrischen Truppen bliesen zum Angriff auf den Verteidigungsriegel der Ehrengarde.

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Oberbiebers Kinderprinzenpaar, das Präsidium des Festausschusses und die närrischen Truppen legten OB Jan Einig in Ketten. Fotos: FF

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