Allgemeine Berichte | 06.03.2019

53. Kasernensturm erfolgreich durchgeführt

Kaserne in Rheinbach von Narrenschar im Handstreich erobert

Da hätten die Narren einfaches Spiel haben können: Das Tor zu Kaserne war gar nicht abgeschlossen

Die Rheinbacher Tollitäten nahmen vor dem Parabolspiegel für ein Erinnerungsbild Aufstellung.Fotos: EICH

Rheinbach. Es war eine harte Nuss, welche die Rheinbacher Karnevalisten knacken mussten. Der neue Standortälteste, Brigadegeneral Ralf Hoffmann, der seit Oktober die Kaserne in Rheinbach befehligt, und seine Unterstützer Kanonier Stabfeldwebel Stefan Kresse und von der Technik und Moderation Hauptmann Michael Krucinski, hatten hinter dem Kasernentor aufgerüstet. Die Soldaten erkannten aber schnell, dass die Narren in der Überzahl waren.

Zu der Narrenschar gehörten der NCR Blau-Gold mit seinem Kommandanten Dieter Bückmann, der närrische Schonbusch mit seinem Vorsitzenden Peter Kochems, das Karnevals-Komitee Blau Weiß und die Gro-Rhei-Ka Prinzengarde von 1895 mit ihrer Vorsitzenden Astrid Faßbender. Zudem waren viele bunt kostümierte Schaulustige gekommen, um sich das Spektakel anzuschauen.

Die Armada von über zweihundert uniformierten Karnevalisten, an der Spitze das Stadtsoldatencorps von 1905 mit ihren Gardisten, die ihre Kanone in Stellung brachten, was die Verteidiger auf ihren LKW hinter dem Tor nicht zu beeindrucken schien.

Mit in der Narrenschar waren die Tollitäten der Kernstadt Prinz Sigur I., Bauer Sabino I. und Jungfrau Petra I. sowie aus Oberdrees Prinz Norbert I. und Prinzessin Birgit I. Aus dem Land der Liebe, Wormersdorf das Dreigestirn Prinz Conny I., Bauer Achim I. und Jungfrau Antonia I., aus Queckenberg Prinz Georg I. mit seiner Prinzessin Sybille I. und die Rheinbacher Kindertollitäten Prinz Max I. mit seiner Prinzessin Anika I., aus Wormersdorf Lukas-Meikel I. und Paula I., aus Oberdrees Prinzessin Lucie I.

Die Festung der Kaserne im Sturm erobert

Nach einem verbalen Schlagabtausch zwischen dem Brigadegeneral Hoffmann und dem Kommandanten und Vorsitzenden des Stadtsoldatencorps Willi Hohn wurde es dann ernst.

„Es ist schön, dass das Stadtsoldatencorps von 1905 ihr Gründungsmitglied mitgebracht hat“, so der General, wobei er Willi Hohn meinte. Der konterte sofort und nannte die Bundeswehrtruppe „alles Blindgänger. Ihr habt genug mit euch selber zu tun.“

Nach einigen Böllerschüssen aus der Kanone der Stadtsoldaten schloss man dann einen Kompromiss. Der Verteidiger hatte einen Liedwunsch an die Angreifer.

Sie sollten das Lied „Viva Colonia“ anstimmen, was dann auch geschah. Erst jetzt gaben die Bundeswehrsoldaten auf und die Mauer aus Pappkartons wurde von den Stadtsoldaten und den Tollitäten mit vereinten Kräften eingerissen. „Das sind ja nur Umzugskartons. Damit sind wir schnell fertig“, konstatierte Hohn.

Als das große Tor geöffnet wurde merkte Hohn, dass dieses nicht abgeschlossen war. „Das hätte ich früher wissen müssen. Dann wären wir schon längst drin“, lachte Hohn.

Und so strömten hunderte von Narren in die Kaserne, in der zur Zeit über eintausend Soldaten und Zivilisten ihren Dienst leisten. Hierzu gehören das Betriebszentrum IT-Systems der Bundeswehr, das Zentrum Cybersicherheit (ZCO) und gleichzeitig ein Standort des BWI, dem Dienstleister für Bundeswehr und Bund.

Bedienstete der Kaserne feierten mit dem Narren

Am Nachmittag wurde in der Kantine der Kaserne mit den Narren noch kräftig gefeiert. Die Tollitäten erhielten aus den Händen von Brigadegeneral Hoffmann eine Kapitulationsurkunde und er dafür die Jahresorden der Prinzenpaare und Dreigestirne.

Auf der Bühne präsentierten sich die einzelnen Vereine mit ihren Tanzgarden. Zudem hatte man in diesem Jahr die „Palm Beach Teens“ aus Palmersheim und die „Proseccos“ engagiert, die mit ihren atemberaubenden Tänzen das närrische Publikum begeisterten. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Kommandanten vom NCR Blau Gold, Dieter Bückmann und von der Bundeswehr vom Hauptmann Michael Kruczincki, der schon Erfahrung aus dem letzten Jahr hatte. Fürs leibliche Wohl wurde durch die Truppenküche bestens gesorgt. Herzhafte Gulaschsuppe und deftige Erbsensuppe fanden reißenden Absatz.

Bis in den späten Abend wurde im Anschluss an die Erstürmung mit der Kasernen Band GATE 5 kräftig weiter gefeiert.

Das Bürgermeister-Dreigestirn mit Vertretern von SPD und FDP wollen die Karnevalisten kräftig unterstützen.

Das Bürgermeister-Dreigestirn mit Vertretern von SPD und FDP wollen die Karnevalisten kräftig unterstützen.

Brigadegeneral Ralf Hoffmann hatte schon früh die Abwehrstellung auf dem LKW eingenommen.

Brigadegeneral Ralf Hoffmann hatte schon früh die Abwehrstellung auf dem LKW eingenommen.

Die Tollitäten drängen ungeduldig audf das Kasernentor zu.

Die Tollitäten drängen ungeduldig audf das Kasernentor zu.

Die Rheinbacher Tollitäten nahmen vor dem Parabolspiegel für ein Erinnerungsbild Aufstellung.Fotos: EICH Foto: Norbert Waldorf

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