Vertrag über die Betriebskosten unterzeichnet
Kath. Kindergarten Heimerzheim wird für vier Gruppen neu gebaut
Auf dem Freigelände hinter dem jetzigen Kindergarten in der Kölner Straße soll ein Neubau entstehen
Heimerzheim. „In der Gemeinde Swisttal gibt es den krassesten Zuwachs an Kindern im Alter von unter drei Jahren im ganzen linksrheinischen Teil des Rhein-Sieg Kreises“, freute sich Ulla Schrödl, die Leiterin des Kreisjugendamtes, bei einer Pressekonferenz im Swisttaler Rathaus.
Grund sei ein starker Zuzug von jungen Familien in die neu entstandenen Baugebiete.
Das sei natürlich sehr erfreulich – habe andererseits aber auch zur Folge, dass immer mehr U3-Kindergartenplätze gebraucht würden, um die ständig steigende Nachfrage zu decken. Deshalb freue sie sich besonders darüber, dass der katholische Kirchengemeindeverband Swisttal sich bereit erklärt habe, den katholischen Kindergarten Sankt Kunibertus in Heimerzheim in doppelter Größe neu zu bauen.
Ein erster Schritt dazu war gestern die Unterzeichnung eines Vertrages zwischen dem Kirchengemeindeverband und der Zivilgemeinde Swisttal, wonach der Trägeranteil an den Betriebskosten für den künftig viergruppigen Kindergarten zu gleichen Teilen übernommen werden soll.
42.000 Euro im Haushaltsplan vorgesehen
Dafür sind im Haushaltsplan der Gemeinde zunächst 42.000 Euro vorgesehen, berichtete der Erste Beigeordnete Hans Dieter Wirtz, die andere Hälfte des Trägeranteils von insgesamt zwölf Prozent der Betriebskosten trägt das Erzbistum Köln. Den Löwenanteil jedoch übernimmt, wie in jedem anderen Kindergarten auch, das Kreisjugendamt.
„Wir haben schon länger über eine Erweiterung des Kindergartens nachgedacht, doch bislang scheiterte das an der Finanzierung“, erläuterte Ulrich Büchting vom Kindergartenausschuss des katholischen Kirchengemeindeverbandes. Nachdem jetzt viele junge Familien in das Neubaugebiet in Heimerzheim gezogen seie, sei jedoch immer deutlicher geworden: „Wir müssen etwas machen, schließlich haben die Kinder ein Recht auf einen Kindergartenplatz.“ Nach langen Gesprächen mit dem Erzbistum habe man nun eine Einigung erzielt über die Finanzierung der Betriebskosten für die geplante Erweiterung von zwei auf vier Gruppen. Im vorhandenen Kindergartengebäude sei diese Aufstockung jedoch nicht zu verwirklichen, deshalb werde es einen Neubau im hinteren Bereich des Grundstücks an der Kölner Straße geben, der neue Kindergarten werde wohl über die Gartenstraße erschlossen.
Planungen beginnen nicht bei null
Ohne die Zusage für die Finanzierung der Betriebskosten hätte man sich nicht für einen Neubau entschieden, machte Büchting deutlich, „aber jetzt können wir den zweiten Schritt gehen und den Architekten damit beauftragen, das vorhandene Gelände zu überplanen.“ Dazu existierten bereits recht konkrete Vorplanungen, sodass man nicht bei null anfangen müsse. Was mit dem jetzigen Kindergarten-Gebäude und der benachbarten alten Villa geschehe, sei derzeit noch nicht klar, darüber werde man sich zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken machen. Einen konkreten Termin für den Baubeginn oder gar für die Fertigstellung des neuen Kindergartens wollte noch niemand nennen, nach groben Schätzungen gehe man aber von etwa zwei Jahren für Planung, Genehmigung und Bau aus.
„Ein sehr schöner Tag für die Gemeinde Swisttal“, freute sich auch Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner über die Vereinbarung, bei der zahlreiche Beteiligte mitgewirkt hätten. „Die Gespräche haben zwar viel Zeit gekostet, aber letztlich zu einer guten Lösung geführt, denn wir brauchen dringend Kindergartenplätze in Heimerzheim.“ Dafür eignet sich der katholische Kindergarten hervorragend, denn er liege mitten im Ortskern und sei für viele Eltern gut erreichbar. Doch bisher habe es in den zwei Gruppen keine Betreuung für Kinder unter drei Jahren gegeben, was sich künftig ändern werde.
Platz für 22 Kinder unter drei Jahren
Denn neben einer Gruppe nach Gruppenform 3, in der nur Kinder über drei Jahren betreut werden, gebe es künftig auch eine Gruppe nach Gruppenform 1 mit 20 Kindern, davon bis zu sechs unter drei Jahren. Außerdem werden zwei Gruppen nach Gruppenform 2 eingerichtet, in denen jeweils zehn Kinder unter drei Jahren betreut werden. Somit gebe es in dem neuen Kindergarten bis zu 75 Plätze, wovon 22 für Kinder unter drei Jahren reserviert seien.
Mit der Vereinbarung sei es gelungen, die Trägervielfalt in Swisttal weiterhin sicherzustellen und zu erreichen, dass die katholische Kirche ihr Angebot fortführe, freute sich Elisabeth Wilhelmi-Dietrich, die Leiterin des Jugendhilfezentrums für Alfter, Swisttal und Wachtberg. Auch Pater Stanislaus Friede stellte klar, es sei ihm wichtig, einen katholischen Kindergarten in Heimerzheim zu erhalten, zumal der Kindergarten Sankt Kunibertus ja der älteste in Heimerzheim sei und seit 50 Jahren bestehe. Im neuen Kindergarten wird es auch vier zusätzliche Stellen für pädagogische Fachkräfte geben, ergänzte Simone Rath, die Verwaltungsleiterin im Seelsorgebereich Swisttal.
JOST
