Neujahrsempfang der katholischen Pfarrgemeinden in Mülheim und Kärlich
Katholiken haben „Lust auf Zukunft“
Große Sanierungsmaßnahmen am Gotteshaus „Maria Himmelfahrt“ stehen bevor
Mülheim-Kärlich. Sowohl die katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius Kärlich als auch die katholische Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt Mülheim laden in der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres zu Neujahrsempfängen ein. Traditionell nehmen an diesen nicht nur die interessierten Mitglieder der Pfarreien, sondern auch die Repräsentanten der Vereine sowie der Kommunalpolitik teil. Der Neujahrsempfang im Stadtteil Mülheim stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Bekanntgabe wichtiger Neuigkeiten. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dominik Becker begrüßte gemeinsam mit Dechant Michael Rams und Pfarrer Günter Vogel die Besucher im Pfarrheim in der Bassenheimer Straße. Herzliche Worte des Dankes richteten sie zunächst an die Kinder, die sich in diesem Jahr als Sternsinger engagierten. „Es waren zwar weniger Kinder als sonst, weshalb wir leider nur Dreiviertel von Mülheim abgehen konnten, aber alle teilnehmenden Kinder waren mit Begeisterung dabei“, so Anita Quirin, die sich seit vielen Jahren um die Betreuung und Einteilung der Sternsinger kümmert. In diesem Jahr konnten die Kinder die beachtliche Summe von 4.482 Euro einsammeln, mit welchen sozialen Projekten weltweit unterstützt werden.
Umfangreiche Renovierungsmaßnahmen erforderlich
Die Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt Mülheim nutzte den Neujahrsempfang auch, um erstmals in der Öffentlichkeit auf ein großes Vorhaben hinzuweisen und einen weiteren Spendenaufruf zu starten. Hintergrund: Die Pfarrgemeinde hat zunehmend Schwierigkeiten, finanzielle Mittel für die Unterhaltung der kircheneigenen Gebäude und Anlagen aufzubringen. Verwaltungsratsmitglied Rolf Wagner erläuterte, dass an der Pfarrkirche umfangreiche Renovierungsmaßnahmen erforderlich sind. Nach einem Gutachten müssen sowohl das Hauptdach als auch der Turm der Kirche neu eingedeckt werden. Darüberhinaus ist die über 30 Jahre alte Heizung sanierungsbedürftig. Man geht von Gesamtkosten i.H.v. ca. 800.000 Euro aus. In der Regel wird sich das Bistum mit 60% an den genehmigten Baukosten beteiligen. Ob darüber hinaus noch ein Sonderzuschuss gewährt wird, ist noch offen. Dankbar ist die Pfarrgemeinde der Stadt Mülheim-Kärlich, die voraussichtlich 10% der Kosten übernehmen wird. Rund 40.000 Euro stehen noch aus früheren Jahren zur Verfügung, so u.a. aus den Aktivitäten des Orgelbaufördervereins. Somit verbleibt aktuell eine Finanzierungslücke von rund 200.000 Euro.
Dechant Michael Rams schloss sich der Bitte an, für das Projekt zu spenden. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Pfarrei Maria Himmelfahrt Mülheim als verhältnismäßig junge Pfarrgemeinde nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfüge, wie ältere Kirchengemeinden, die bereits mehrere Jahrhunderte bestehen.
Der Geistliche nutzte seine Ansprache auch dazu, zwei personelle Veränderungen bekanntzugeben. Maria Schmidt, die gemeinsam mit fleißigen Helferinnen die Begegnungsstätte im „Häuschen“ am Kolpingplatz führte, hat aus gesundheitlichen Gründen darum geben, die Leitung abzugeben. Pfarrer Rams dankte ihr für das 35-jährige Wirken.
„Wir hoffen, dass wir bald eine Nachfolgerin finden. Vielleicht hat ja auch ein Mann Interesse an dieser Aufgabe. Ich durfte oft zu Gast sein und verschiedene Nachmittage dort miterleben. Mit Herzblut und Engagement wird den älteren Mitbürgerinnen dort ein Stück Heimat gegeben“, so Rams.
Die zweite personelle Veränderung betrifft den Krankenhausbesuchsdienst. In Abwesenheit dankte Pfarrer Michael Rams der langjährigen Leiterin Gisela Schneider für ihr erfolgreiches Wirken. Zugleich freute er sich, dass Dorothea Kalus bereit ist, die Leitungsfunktion zu übernehmen und somit gemeinsam mit dem Team die wichtige Arbeit fortsetzen möchte.
Synode im Bistum Trier ist Thema
Da die Synode im Bistum Trier nach wie vor die Gläubigen beschäftigt, ging Dechant Michael Rams auch auf dieses Thema ein. Er betonte, dass nach wie vor noch manche Frage ungelöst sei, was natürlich auch Ungeduld mitbringe. Bei allen Schwierigkeiten bestehe die Aufgabe der Menschen in der Kirche jedoch darin, „Lust auf Zukunft zu machen“. Den optimistischen Worten schloss sich auch Stadtbürgermeister Uli Klöckner in seinem Grußwort an. Er bat darum, Menschen, die ehrenamtlich Leitungsfunktionen übernehmen, in deren Wirken zu unterstützen und seltener zu kritisieren.
Aus aktuellen Anlass erwähnte das Stadtoberhaupt auch die Straßenbauarbeiten in Mülheim-Kärlich. Der Stadtbürgermeister wies auf die anstehende Vollsperrung der wichtigen Kreuzung Jahnstraße/Bahnhofstraße hin, die in dieser Woche erfolgt. Klöckner richtete an die Bevölkerung die ausdrückliche Bitte, die Einschränkungen im Verkehr mit Gelassenheit und Verständnis hinzunehmen.
Die Stadt stehe in enger Abstimmung mit der VG-Verwaltung, die dort die Kanalbauarbeiten durchführe. Es sei sicher gestellt, dass die Baumaßnahmen zeitlich so schnell wie möglich durchgeführt werden und insbesondere die Einschränkungen für die betroffenen Anlieger auf ein nicht vermeidbares Mindestmaß reduziert würden. Musikalisch umrahmt wurde der diesjährige Neujahrsempfang der Mülheimer Kirchengemeinde „UniSono“ unter der Leitung von Markus Johannes Lamprecht.
Tradition zu Beginn des Neujahrsempfangs in Mülheim besuchen die Sternsinger die Veranstaltung im Pfarrheim. Fotos: JS
Dechant Michael Rams bedankte sich bei Maria Schmitt für die langjährige Tätigkeit als Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte am Kolpingplatz. Von den Anwesenden erhielt sie hierfür stehende Ovationen.
Auch im Stadtteil Kärlich waren Kinder als Sternsinger unterwegs, um den Menschen den Segen Gottes zu bringen.
Dechant Michael Rams ging in seiner Ansprache auch auf die Veränderungen durch die Synode im Bistum Trier ein.
Stadtbürgermeister Uli Klöckner teilte mit, dass die Stadt Mülheim-Kärlich die anstehenden Sanierungsmaßnahmen an der Mülheimer Pfarrkirche mit einem Zuschuss unterstützen wird.
