Waldorf feierte fünf Tage lang die St. Remaclus-Kirmes
Katholischer Junggesellenverein freute sich über die große Resonanz
Waldorf. Seit Jahrhunderten feiert Waldorf alljährlich am ersten Wochenende im September die St. Remaclus-Kirmes. Ausrichter ist stets der bereits 285-jährige katholische Junggesellenverein Waldorf 1938 e. V., der auch in diesem Jahr wieder ein tolles Programm für Alt und Jung zusammengestellt hatte, bei dem die traditionellen Festzüge natürlich stets die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Fünf Tage feierte man vom 1. bis 5. September das beliebte, über die Region hinaus bekannte Volksfest, das auch heute noch nichts an Attraktivität verloren hat. Mit einer gesunden Mischung von Tradition und Brauchtumspflege und modernen Elementen einer Dorfkirmes hatten die Verantwortlichen um ihren Vorsitzenden Niclas Treib erneut ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm aufgeboten, das dem Ruf der Waldorfer Kirmes gerecht wurde. Dabei sorgte der allseits vorhandene Fahnenschmuck im Ort für das besondere Kirmes-Flair.
Eröffnet wurde das Kirmesprogramm bereits am Freitagabend mit der Eröffnung des Bierbrunnens. Da fanden sich schnell viele gut gelaunte Kirmesgäste, die bei allerbester Stimmung für einen tollen Kirmesauftakt sorgten. Dabei wurde für so manchen die Nacht zum Tag. Die um 21.00 Uhr eingeläutete Sektbar-Party trug natürlich auch zur guten Stimmung bei.
Am Kirmessamstag sorgten zunächst Böllerschüsse vor dem traditionellen Fackelzug der Junggesellen dafür, dass alle an den Beginn der Kirmes erinnert wurden. Seit über 20 Jahren sind Manfred und Dr. Peter Friedsam die „Böllerbuben“, die nicht nur den Kirmesbeginn akustisch bekannt geben. Um 18.30 Uhr zogen die Junggesellen im Fackelzug durch den Ort zur Vinxtbachhalle, wo sie mit dem Fassanstich und einem Umtrunk mit Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten die offizielle Eröffnung der diesjährigen Kirmes vornahmen.
Ab 21.00 Uhr sorgte in der Vinxtbachhalle DJ Axis Galaxis allerbeste Stimmung unter den Gästen. Er zündete ein Feuerwerk der guten Laune, das für viele erst spät in der Nacht sein Ende fand.
Dazu trugen örtliche und Gastvereine den Meter-Pokal-aus.
Am Sonntagmorgen sorgten die Rhein-Ahr-Spatzen bereits ab 6.00 Uhr wieder dafür, dass die Waldorfer einer alten Tradition zur Folge musikalisch geweckt wurden. Die Musikanten zogen musizierend durch die Straßen des Ortes und geleiteten die letzten Heimkehrer des Vorabends nach Hause. Dazu sorgten die Böller wieder für ein akustisches Zeichen.
Für die Junggesellen selbst hieß es nach alten, strengen Sitten bereits um 8.00 Uhr wieder antreten. Unter Zugführer Niclas Treib zog der Festzug zunächst zu Hauptmann Benedikt Weber. Nachdem dieser das Kommando übernommen hatte, stärkte man sich mit einem kräftigen Frühstück, bevor der Festzug Jonas Frömbgen als Fähnrich abholte. Anschließend führte der Zug zur Kirche, wo Dekan Matthias Schmitz das Festhochamt zelebrierte. Zuvor legte man jedoch noch am Kriegerehrenmal zum Gedenken der Gefallenen der beiden Weltkriege einen Kranz nieder. Nach dem Gottesdienst setzte sich der Festzug durch den Ort zum Festgelände an der Vinxtbachhalle in Bewegung, wo ein zünftiger Frühschoppen stattfand. Während sich die Kinder wieder an den Fahrgeschäften und den Ständen der Schausteller vergnügen konnten, sorgten die fleißigen Helfer des JGV für das leibliche Wohl der Besucher aus Nah und Fern. Der große Festzug am Sonntagnachmittag, bei dem die männlichen Mitglieder des JGV die weiblichen Mitglieder des Vereins in der Ortsmitte abholen, stellte einen weiteren Höhepunkt des Kirmesgeschehens dar. Auch in diesem Jahr wohnten wieder zahlreiche Gäste diesem Spektakel bei. Beim Fändelschwenken holten sich die Brüder Julian und Tim Wollny den wohlverdienten Applaus der Zuschauer. Die Gäste spendeten viel Beifall für das Schwenken der Fahne. Unter den Klängen der Rhein-Ahr-Spatzen ging es dann wieder auf den Festplatz an der Vinxtbachhalle, wo man weiterfeierte.
Am Abend folgte in der Vinxtbachhalle unterhaltsamer Themenabend unter dem Motto „Die perfekte Minute“ statt. Viele gutgelaunte Kirmesgäste feierten bei bester Stimmung bis weit in die Nacht.
Auch am Kirmesmontag war zunächst für die Junggesellen ein Kirchgang angesagt. Nach dem Frühstück bei Fähnrich Jonas Frömbgen ging es im Festzug zur Kirche, wo ein Dankamt zur Kirmes stattfand. Danach zog der Festzug zum traditionellen und berühmten Waldorfer Kirmesmontag-Frühschoppen, der auch in diesem Jahr wieder für viele Besucher als Spätschoppen endete. Auch der Reservistenclub des Junggesellenvereins war in diesem Jahr wieder recht zahlreich angetreten und hatte dem Festzug das nötige Ausmaß verliehen. Viele der Reservisten hatten sich vor der hl. Messe bereits zum Frühstück im Landgasthof „Waldorfer Hof“ getroffen.
Beim anschließenden Frühschoppen konnten die Junggesellen besonders den Kreisbeigeordneten Friedhelm Münch, die Landtagsabgeordnete Petra Schneider, Bürgermeister Marcel Caspers, Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten sowie die Vertreter der Kreissparkasse Ahrweiler willkommen heißen. Ein herzlicher Willkommensgruß ging auch an die Mitglieder des Reservistenclubs, die durch ihre zahlreiche Anwesenheit den Frühschoppen belebten.
In ihren Grußworten wünschten die Ehrengäste den Kirmesbesuchern noch viel Spaß und dem JGV ein gutes Gelingen der diesjährigen Kirmes, aber besonders ein Bewahren der alten Traditionen auch für die Zukunft, wobei sie auch jeweils eine „finanzielle Unterstützung des Ehrenamtes“ überreichten. Über eine Urkunde durften sich auch verschiedene „Jubilare“ des JGV freuen.
Den besten Wünschen der Ehrengäste schloss sich auch der Reservistenclub des JGV Waldorf an, für den Andreas Weber unter großem Beifall der Gäste erneut eine zweckgebundene Spende überreichen konnte.
Die Rhein-Ahr-Spatzen zogen wieder einmal alle Register ihres Könnens und bereiteten den Besuchern einen zünftigen Frühschoppen, bei dem so manche „Episode aus der Vergangenheit“ nochmals aufgefrischt wurde. Ab 14.00 Uhr hatte der JGV Kaffee und Kuchen vorbereitet und später bei der großen Verlosung konnte so mancher einen schönen Gewinn mit nach Hause nehmen.
Schließlich führte der Frühschoppen so manchen Besucher „an seine Leistungsgrenze heran“. Der Frühschoppen entwickelte sich schließlich zu einem schönen Dämmerschoppen. Den Abschluss der Waldorfer Kirmes bildet nach alter Tradition der Kirmesdienstag, der ganz im Zeichen des Junggesellen-Schützenkönigs steht. Wem die Königskette überreicht werden konnte, wird in der nächsten Ausgabe mitgeteilt. WER
Der große Festzug am Sonntag, bei dem die Junggesellen die Mädchen des Ortes abholen, ist alljährlich einer der Höhepunkte der Waldorfer Kirmes. Foto: Andreas Stutzmann
