Allgemeine Berichte | 29.03.2016

Westerwälder Clown-Doktoren der Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (WeKISS)

Keine Chance für Lachmuskelblockaden

Mehr als 30 Clown-Doktoren sind ehrenamtlich in den Krankenhäusern der Region unterwegs um schwerstkranken Kids ein Lachen zu schenken.

Rund 30 Clown-Doktoren sind in den Krankenhäusern der Region unterwegs.

Region. Eine alte Volksweise sagt: „Lachen ist gesund“. Dieser einfache Satz ist das Motto der Westerwälder Clown-Doktoren und beschreibt gleichzeitig das Ziel der bunten, ehrenamtlichen Truppe: Schwerstkranken Kindern ein Lachen schenken und somit neben der schulmedizinischen Behandlung in den Krankenhäusern das „Gesundwerden“ unterstützen. Beginnend im Jahr 2002 hat die Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (WeKISS) ehrenamtlich engagierte Männer und Frauen aus den unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen in vielen Workshops zu solchen ehrenamtlichen Clown-Doktoren „ausgebildet“. Seitdem sind inzwischen mehr als 30 Westerwälder Clown-Doktoren in den Krankenhäusern Kemperhof in Koblenz, dem Katholischen Gemeinschaftsklinikum Marienhof sowie der Kinderklinik Landau regelmäßig zu Visiten unterwegs und haben in den letzten Jahren weit mehr als 17.500 kranke Kinder an deren Krankenhausbetten besucht. Doch bevor die Clowndoktoren den Kids ein Lächeln schenken können, ist zunächst eine fundierte Ausbildung nötig. Dies geschieht in Workshops: Hier erlernen die Spaßmacher den richtigen Umgang mit Schminke und Clownsnase und erhalten natürlich auch einen echten Arztkittel. Ein Clown-Doktor braucht eben ein vielfältiges Handwerkszeug; allem voran aber Empathie, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, sich immer wieder auf seinen Gegenüber neu einzustellen. Hierin unterscheidet er sich ganz wesentlich vom Bühnenclown.

In der Begegnung mit kleinen und großen Patienten arbeiten die ehrenamtlichen Westerwälder Clown-Doktoren vor allem mit jeder Menge Sensibilität und Improvisationsvermögen. Unterstützt werden sie dabei von einem Requisitenkoffer als Handgepäck, der prall gefüllt ist: Neben dem „Mutsaft“ finden sich hier auch Massagegeräte für Lachmuskelblockaden, ein Metermaß für das Fiebermessen und natürlich das Clown-Standardrepertoire mit bunten Ballons, Handpuppen und Musikinstrumenten. Auch handwerklich haben die Ehrenamtler einiges zu bieten: Alle Westerwälder Clown-Doktoren können zaubern, jonglieren, singen, musizieren, pantomimisch arbeiten- eben alles, was ein echter Clown so kann.

Eine bunt gemischte Truppe

Ebenso unterschiedlich wie die Patienten sind auch die Clown-Doktoren selbst: Der jüngste Doktor ist Mitte 30, der älteste Anfang 70 und alle stammen aus den unterschiedlichsten Berufszweigen. So finden sich in der Riege der Clown-Doktoren Rentner, Bankangestellte und Versicherungskaufleute. Doch einen Eigenschaft haben alle der knapp 30 Doktoren gemein: Es sind alles Menschen, die bereit sind Ihre freie Zeit Kindern zu schenken.

Potentielle Ehrenamtler wollen aus unterschiedlichsten Motiven Clown-Doktoren werden. Oft weil sie selbst gerne lachen und humorvoll sind, aber auch weil sie selbst gesunde Kinder haben und mit ihrem ehrenamtlichen Engagement ihrer Dankbarkeit dafür Ausdruck verleihen möchten. Außerdem haben einige der freiwilligen Clown-Doktoren in ihrem Umfeld die Erfahrung gemacht, wie schwer es für ein Kind und die Eltern sein kann, wenn ein Kind im Krankenhaus stationär verweilen muss.

Alle ehrenamtlichen Clown-Doktoren sind über einen längeren Zeitraum intensiv auf ihre Arbeit vorbereitet worden und werden fortwährend weitergebildet. Selbstverständlich besteht eine Supervisionsgelegenheit, die auch nötig ist: Manchmal erleben die Ehrenamtler auch dunkle Stunden mit sehr viel Leid. Das bleibt wohl kaum aus: Knapp 220 Visiten tätigen die Doktoren im Jahr. Außerdem sind sie seit vielen Jahren bei verschiedenen großen und kleinen Events im Einsatz, so zum Beispiel der Traumzeit in Bendorf-Sayn, einer Benefizveranstaltung für kranke Kinder oder Kinder mit Behinderungen.

Der Terminplan der Clowns ist also reich gedeckt und die Truppe kann immer wieder engagierte Mitstreiter gebrauchen.

Weitere Infos:

Weitere Informationen zu dem tollen Projekt gibt es bei WeKiss: Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (WeKISS)

Marktplatz 6, 56457 Westerburg, Telefon: (0 26 63) 25 40 ( Sprechzeiten Mo.: 15 bis 18 Uhr , Di.-Do. 9 bis 12 Uhr) Telefax: 02663/2667 e-mail: info@wekiss.de, Homepage: www.wekiss.de

Die Clown-Doktoren sind eine gut gelaunte Truppe und mit jeder Menge Herzblut bei der Arbeit.Fotostudio Röder-Moldenhauer

Die Clown-Doktoren sind eine gut gelaunte Truppe und mit jeder Menge Herzblut bei der Arbeit. Fotos: Fotostudio Röder-Moldenhauer Foto: C Röder-Moldenhauer

Bunte Schminke, tolle Requisiten und „Gesichtsakrobatik“ gehören bei den Doktoren einfach dazu.

Bunte Schminke, tolle Requisiten und „Gesichtsakrobatik“ gehören bei den Doktoren einfach dazu. Foto: C Röder-Moldenhauer

Rund 30 Clown-Doktoren sind in den Krankenhäusern der Region unterwegs. Foto: C Röder-Moldenhauer

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