Fairtrade-Steuerungsgruppe fordert:
Keine Grabsteine aus Kinderarbeit!
Andernach. Nur online konnte die Andernacher Fairtrade-Steuerungsgruppe zusammenkommen, und auch das beleibte öffentliche faire Frühstück vor dem historischen Rathaus musste Corona-bedingt auf den September 2021 verschoben werden. Dann soll auch in der Stadthaus-Galerien die Ausstellung „KonsumKompass“ der Deutschen BundesUmwelt-Stiftung gezeigt werden.
Leider können derzeit kaum publikumswirksame Aktionen durchgeführt werden. Dennoch sind die Steuerungsgruppe und die dort vertretenen Organisationen dankbar für die Unterstützung der Stadt und des Stadtrats. Denn die Stadt hat als einer der Vorreiter in der Region im letzten sich dafür ausgesprochen, keine Grabsteine auf den Andernacher Friedhöfen mehr zuzulassen, die durch Kinderarbeit hergestellt wurden. Dass nicht immer -aber oft- Kinder in Steinbrüchen, vor allem in China, Indien, die Philippinen und Vietnam arbeiten, ist durch mehrere Untersuchungen, Gutachten und Berichte belegt, zuletzt während einer Anhörung im Landtag Nordrhein-Westfalen. So gibt es zahlreiche Steinbrüche in Südindien, in denen „konservativ“ gearbeitet wird: mit Bohrlöchern, in die entweder Sprengladungen gefüllt werden oder die für Diamantsägen benötigt werden. Diese Löcher werden jedoch mit Presslufthämmern gesetzt – und genau an solchen Maschinen wurden immer wieder Kinderarbeiter aufgefunden. „Deshalb wollen wir, dass auf unseren Friedhöfen keine Produkte verwendet werden, die aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen.“, so Hans-Georg Hansen als Sprecher der Steuerungsgruppe. Auf der anderen Seite wisse man, dass die heimischen Betriebe sich größtenteils heute schon von den Importeuren entsprechende Versicherungen geben lassen und grundsätzlich gegen Produkte aus verbotener Kinderarbeit sind. Das wisse man aber nicht von Grabsteinen, die man sich z.B. kostengünstig über das Internet bestellen kann. Deshalb braucht es jetzt einen Nachweis, dass diese Grabsteine nicht aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen, z.B. mit entsprechenden Zertifikaten.
