Allgemeine Berichte | 12.08.2015

Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises gibt Tipps zum Artenschutz

Keine Schlange und erst recht nicht blind – Die Blindschleiche

Rhein-Sieg-Kreis. Auch wenn sie einer Schlange täuschend ähnlich sieht, zählt sie eigentlich zu den Echsen. Sie lebt im Verborgenen und lässt sich am ehesten in der Dämmerung oder nach einem warmen Regen umherstreifend entdecken. Anders als der Name vermuten lässt, kann sie sogar sehr gut sehen. Die Blindschleiche gehört zu den etwa 76.000 Tier- und Pflanzenarten in Deutschland, von denen annähernd die Hälfte in ihrem Bestand gefährdet ist.

Der Name Blindschleiche hat sich wohl aus dem Althochdeutschen entwickelt: „Plintslicho“ heißt so viel wie „blendende Schleiche“ und beschreibt trefflich die wunderschön glänzende Oberseite, die grau-, braun-, bronze- oder kupferfarben gefärbt sein kann. Mit den Eidechsen verbindet sie, dass sie die Augen öffnen und schließen und bei Gefahr ein Stück ihres dann noch zappelnden Schwanzes abwerfen kann. Verblüffte Feinde werden durch diesen Trick verwirrt und die Schleiche kann sich entfernen. Bei Fachleuten ist sie mit ihren Sollbruchstellen auch unter dem Namen Anguis frangilis – zerbrechliche Schlange – bekannt.

Die bis zu 40 Zentimeter große Blindschleiche findet sich vor allem in beziehungsweise auf halbfeuchten bis feuchteren Bereichen wie Wäldern, Wiesen, Feuchtheiden oder auch Böschungen und Gärten. Dort macht sie sich besonders nützlich, denn zu ihrer Hauptnahrung gehören Nacktschnecken und Regenwürmer. Jetzt im August lassen sich mit ein wenig Glück trächtige Tiere oder sogar schon Jungtiere, die frisch das Licht der Welt erblickt haben, entdecken.

Die Blindschleiche hat viele Fressfeinde – sie steht auf der Speisekarte zahlreicher Vogelarten, aber auch auf dem Nahrungsplan von Säugetieren wie Fuchs und Marder. Ihr größter Feind aber ist der Mensch, der das sich harmlos durch die Natur schlängelnde Tier als gefährlich verkennt und es nicht selten auf brutale Weise „ins Jenseits befördert“.

Die Experten vom Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises geben für die Blindschleiche folgende Artenschutztipps:

Landwirtinnen und Landwirte, die Wiesen in Waldnähe haben, sollten diese nicht von außen nach innen mähen, sondern den Tieren eine Möglichkeit geben, sich unerkannt „davonzuschleichen“. Wer in seinem Garten einen Komposthaufen anlegt, bietet Blindschleichen – gerade in der Nähe eines Waldes oder in feuchteren Bereichen – einen Anziehungspunkt.

Freunde der Blindschleiche sollten außerdem auf Schneckenkorn oder andere Gifte gegen die „schleimigen“ Zeitgenossen verzichten und auf mechanische Abwehrmaßnahmen umsteigen, denn möglicherweise wurde der zu beobachtende Rückgang der Schleichen auch durch die Aufnahme vergifteter Schnecken verursacht.

Nähere Auskünfte rund um das Thema Blindschleiche erteilen gerne die Fachleute am Umwelttelefon des Rhein-Sieg-Kreises unter Tel. (0 22 41) 13 22 00. Weitere Tipps zum Artenschutz finden Interessierte auch unter www.rhein-sieg-kreis.de/artenschutztipps.Pressemitteilung des

Rhein-Sieg-Kreises

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