Allgemeine Berichte | 16.05.2024

Kempenicher Ortsgeschichte

Kempenich.Vor erneut großer Anzahl wurde die Geschichte der Bewohner in der unteren Dallstraße und von einem Teil des Hinterdorfs dargestellt. Bis 1945 stand auf der heutigen Zufahrt der Dallstraße noch ein Haus. Dann wurde es, wie etliche der Häuser in der Nachbarschaft zerbombt. Bereits vorher baute der Bauunternehmer Johann-Georg Porz, von seinem Beruf her „Mauerjokems“ genannt, das erste Haus, in dem später der Dorfpolizist Leich wohnte. Etwas unterhalb ist heute noch die Gärtnerei Juchemich. Alban Juchemich, ein Gärtner aus Engeln baute sie dort auf und sein Sohn „Planz“ führt sie heute noch (teilweise). Er war es auch, der beim Urlaub auf Mallorca einem Ehepaar aus Wanderath erzählte, er wäre der evangelische Pastor von Kempenich. Gegenüber war mit „Ösche Albert“ einer der ersten Lohndrescher im Ort, der nebenbei auch Brennholzschneider war. Direkt unterhalb war das Geburtshaus der langjährigen Obermöhn Christel Grohs, die im letzten Herbst zum Brombeerpflücken, im zarten Alter von über 80 Jahren, noch über einen Bach springen wollte!

Bereits 1424 wird im Bereich des Hinterdorfs eine Befestigungsanlage erwähnt. Wahrscheinlich wurde der Ortsbereich dort, vom Markt aus, mehrfach erweitert. Erwähnt wurde der „Niederste Turm“, „äußerste Pforte“, „Pforte am Leyberg“ und „hinterste Pforte“. 1906 wurde die Straße für ca. 5000 Goldmark gepflastert. Verschiedene Familiennamen hatten ihren Ursprung aus Nachnamen. So entstand auch der Name „Fritsche“ für die Familie von Franz Nohles. Die Mutter von seiner Frau war eine geborene Fritsch. Franz wurde 93 Jahre alt und machte sich in späten Jahren noch mit dem Bähnchen auf um in Brohl eine Braut abzuholen. Das war jedoch nur ein Gag von seinem Nachbarn Willi Lambrich. Im Nachbarhaus bei „Kochs“ wohnte der langjährige Wehrführer Erich Wagner. Er wurde wegen seiner Umgangssprache, er kam aus Kelberg, nur „Weeste“ genannt. Da er einen Traktor mangels Führerschein nicht fahren konnte, hatte er eine sogenannte Fahrkuh zur Bewirtschaftung eines Ackers. Dann gab es in der Straße auch noch jemand, der von einigen Frauen als Heiratsschwindler bezichtigt wurde. Er versprach mehreren Frau, sie zu heiraten, was ihm auch den Namen „Hermann der Schreckliche“ einbrachte. Daneben stand „Krohe Haus“, was vom Stil her bereits vor 1800 gebaut sein konnte. Hier war der Stall noch im Haus integriert. 1968 wurde es neu aufgebaut. Im Nachbarhaus wohnte Ferdi Caspers. Er war einer der Mitbegründer der berühmten Daller Spatzen und brannte im Keller den Motivationsschnaps.

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