Pfarrer und Dechant Frank Klupsch wurde mit viel Lob und Dank offiziell in der Kirche und bei der weltlichen Feier im Foyer verabschiedet
Kirchliche und weltliche Vertreter lobten segensreiches Wirken
Kritik gab es an der Trierer Entscheidung, weil sie in Remagen auch eine Vakanz hinterlässt
Remagen. Es war kein einfacher Tag für Pfarrer und Dechant Frank Klupsch, als er am Sonntag offiziell mit einem Festhochamt in der Kirche Sankt Peter und Paul und im Anschluss im Foyer der Rheinhalle verabschiedet wurde. Der Pfarreienrat um Pfarreienratsvorsitzenden Oliver Diehl hatte die Abschiedsfeiern organisiert und selten hatte man sowohl das Gotteshaus als auch das Foyer der Rheinhalle so gefüllt mit Menschen aus der Kirchengemeinde ebenso wie aus der weltlichen Gemeinde Remagen gesehen. Und welche Sympathie dem scheidenden Pfarrer aus allen Gremien entgegenschlug, war schon beim feierlichen Einzug von Klupsch und den weiteren Geistlichen in die Kirche zu sehen. Die Vereine standen Spalier und die Böller verkündeten lautstark die Abschiedsfeiern in der Kirche und im Foyer.
Nach 16 Jahren des segensreichen Wirkens in der Pfarrgemeinde und der Pfarreiengemeinschaft Remagen hatte der Trierer Bischof Stephan Ackermann den Remagener Pfarrer und Dechanten nun ab dem 1. Dezember die Leitung der Pfarreiengemeinschaft in Bendorf übertragen. Viele Gläubige bedauerten und bedauern die Abberufung von Pfarrer Klupsch. In den Reden der kirchlichen Vertreter wurde dies deutlich. Es gab viel Lob und Dank für und an Klupsch. Es gab auch Kritik, denn die Abberufung von Pfarrer Klupsch hinterlässt nicht nur eine menschliche Lücke, sondern auch eine Vakanz in der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Peter und Paul.
Unter Böllern und zu den Klängen des Posaunenchores zog Pfarrer Klupsch am Sonntag mit seinen Mitgeistlichen in die Pfarrkirche ein. Die Begrüßung oblag ihm selbst. Überwältigt über den großen Kreis von Freunden und Weggefährten begrüßte er einige Wenige stellvertretend für alle. So den Kreisbeigeordneten Horst Gies, den Beigeordneten Roland Janik aus Sinzig, den Remagener Bürgermeister Björn Ingendahl und seinen Vorgänger Herbert Georgi mit Gattin Andrea, die Ortsvorsteher der Ortsteile, die neue evangelische Pfarrerin Johanna Karcher, die Kolleginnen und Kollegen aus dem Dekanat Brohltal, stellvertretend für alle Dekanatreferent Christoph Hof, die Schwestern aus den Konventen Maria Stern und Sankt Anna mit Provinzoberin Schwester Maria Lay, die Weinkönigin Maria mit Gefolge, den Karnevalsprinzen Klaus-Jürgen mit Gefolge, den Kinderprinzen Leon, die Messdiener, alle Remagener Vereine, natürlich auch aus den Ortsteilen, ebenso wie die Feuerwehren und die Schützen, die ihn am Vorabend bei ihrem Königsball zum Ehren-Präses der Schützen ernannt hatte. „Ich begrüße dankbar alle Angestellten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Pfarreiengemeinschaft und aus den Kitas - sowie die Vertreter unserer Räte und Gremien ganz herzlich! Dankbar begrüße ich besonders alle aus dem Pfarrhaus-Team! Ein herzliches Willkommen meiner Familie und allen Freunden und Weggefährten, besonders denen die weiter angereist sind, ob aus Trier, Dillingen, von der Mosel, Andernach oder Bad Driburg“, so Klupsch weiter.
Musikalisch bereichert wurde der Festgottesdienst durch den katholischen Posaunenchor und Hans-Joachim Braun an der Orgel, Patrizia Weber, Gesang, Kirika Rotermund-Nakamura, Horn, Marko Sion,Saxophon, Frank von Häfen, Klavier und den Kantorinnen Andres Kobs/Petra Müller.
Die Predigt hielt Pfarrer Frank Klupsch selbst. Ja, Klupsch räumte ein, „ich bin oft frustriert“, nein, nicht nur wegen seines Abschieds aus Remagen, nicht nur wegen des allgemeinen Weltgeschehens, nicht nur wegen des Bestrebens einiger weniger Menschen, Gott sein zu wollen, vielleicht, weil Ablenkung das Dogma der Zeit ist“. Er forderte die Gläubigen auf, in die Gegenrichtung zu schauen, den Blick zu den Menschen auszurichten. „Wir müssen uns der Welt stellen,“ so der Pastor, „auf dem Marktplatz und in der Kirche“, spielte er auf Martin Luther an. Er lud die Menschen ein, den Blick zu richten auf das „Gegengift“, auf Gott. „Wir brauchen mehr Gott und mehr Kirche in diesem Land. Suchet, wo Christus ist“, betonte er, denn die Kirche sei nicht für sich selbst da, sondern in die Welt gestellt.
Für die Seelsorger der Kirchengemeinden dankten Gemeindereferentin Anita Schneider und Kooperator Johannes Steffens für seine Kinderliebe, das gute Miteinander, die Zielstrebigkeit und den „Humor, nicht nur zu Karneval“. „Nur Mut“ rief die Gemeinde dem scheidenden Pfarrer für seinen neuen Weg zu. Pfarreienratsvorsitzender Oliver Diehl dankte dem scheidenden Pfarrer ebenso von Herzen wie Kirchengemeinderatsvorsitzender Klaus Gansen. Gansen sprach zudem von großem Bedauern über den „von Trier verordneten Weggang“ und sprach damit auch offen aus, was viele dachten. Eine Vakanz in Remagen zu schaffen sah Gansen als Fehlentscheidung und wenig visionär an.
Im Anschluss an den Gottesdienst zogen viele Messebesucher mit Pfarrer Klupsch, begleitet von den Schützen per pedes zum Foyer der Rheinhalle, wo inzwischen alles vorbereitet war, für den weltlichen Abschied vom beliebten Pfarrer und Dechanten. Mit den Klängen des Musikkorps wurde Pfarrer Frank Klupsch, der nun dank Anita Schneider in Begleitung der Handpuppe „Frankie“ war, vor dem Foyer empfangen. Knubbelvoll präsentierte sich das Foyer mit Menschen, die alle Abschied von ihrem Pastor nehmen wollten. Geschätzte 300 Gäste aus Bevölkerung, Vereinen, Gruppierungen und aus allen Ortsteilen wollten von Pfarrer Frank Klupsch persönlich Abschied nehmen. Nur einen kleinen offiziellen Teil gab es, in dem Kreisbeigeordneter Horst Gies, Bürgermeister Björn Ingendahl, Pfarrerin Johanna Karcher, Weinkönigin Maria Pinger mit Prinzessinnen, Prinz Klaus-Jürgen Alfter mit Hofstaat und Kinderprinz Leon ihre Abschiedsworte formulierten. Moderiert wurde der offizielle Teil von Pfarreienratsvorsitzendem Oliver Diehl. Neben den offiziellen Worten entstanden immer wieder lange Schlangen von Menschen vor dem Tisch von Pfarrer Klupsch, um persönlich Abschied zu nehmen.
Horst Gies betonte in seiner Rede, dass es gelte Dank zu sagen an Frank Klupsch für die Begleitung an guten und schlechten Tagen. „So viele Menschen werden dich vermissen, aber Abschiede sind auch Türen, durch die sich neue Türen öffnen“, so Gies. Bürgermeister Björn Ingendahl sprach davon, dass ein Glaubensfloß Pfarrer Klupsch vor 16 Jahren in den Hafen von Oberwinter geführt habe. „Du hast das Schiff, das sich Gemeinde nennt, geführt“, so der Bürgermeister. Vor acht Jahren habe er die Pfarreiengemeinschaft Remagen übernommen. „Du hast es geschafft die Menschen anzusprechen und sie zu begleiten. Wir danken dir für die vielen gemeinsamen Stunden und guten Gespräche und für deine Arbeit in Remagen“, so der Stadtchef. „Uns verbindet die Einheit in Jesus Christus“ betonte die evangelische Pfarrerin Johanna Karcher und wünschte Pfarrer Frank Klupsch weiteres segensreiches Wirken im Wingert Gottes. Den Abschluss der Verabschiedungsfeier bildeten „Don Camillo und Peppone“. Alias Rolf Plewa und Knut Schäfer waren in dieser Rolle bereits bei der „Überraschungsparty der Vereine“ für ihren Pastor in der „Kulturwerkstatt“ aufgetreten. Die von Politik und Gesellschaftskritik geprägten Reden von Klupsch in den Narrenmessen der vergangenen Jahre hatte Plewa zusammengeschrieben und als Don Camillo vorgetragen. Ein Beitrag, den sich der scheidende Pastor dann für seine offizielle Verabschiedung als Schlusspunkt gewünscht hatte.
Noch bis in den Abend wurde die Verabschiedung von Pfarrer Frank Klupsch im Foyer gefeiert. AB
