Gottesdienst der etwas „anderen Art“ in der Kirche St. Medard in Bendorf
Kirchlicher Segen für das bunte Narrentreiben
Karneval und Kirche – das passt in Bendorf zusammen
Bendorf. Seit eh und je sind die Menschen in Bendorf eng mit ihrem Brauchtum verbunden, wozu auch der rheinische Karneval gehört. In diese Kategorie fällt ebenfalls der alljährlich am Jahresanfang gefeierte ökumenische närrische Gottesdienst, bei dem sich alle Karnevalisten aus Bendorf mit der Kirchengemeinde zu einer gemeinsamen Messe der etwas anderen Art in der Medarduskirche versammeln. Diese ungewöhnliche Kirchenfeier wurde im Jahr 2001 vom Festausschuss Bendorfer Karneval initiiert, wird seither liebevoll gepflegt und ist inzwischen fest verwurzelt im Bendorfer Veranstaltungsangebot. Am letzten Freitag erlebte diese schöne Tradition bereits ihre 17. Auflage und hat nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt. Im Gegenteil, bis auf den letzten Stehplatz war die Kirche mit überwiegend farbig kostümierten Besuchern aus allen Stadtteilen prall gefüllt. Wie in den letzten Jahren hatten die Organisatoren für die bunte Kirchengemeinde wieder ein abwechslungsreiches Programm von heiter bis besinnlich zusammengestellt, unterstützt von dem musikalischen Sayner Urgestein Alois Müller an der Orgel.
Unter den Klängen des Musikvereins Sayn schritten die Protagonisten des Abends, der katholische Pfarrer Joachim Fey, der evangelischen Pfarrer Gerd Götz aus Vallendar, der indischen Pater Norbert Maliekal und die Helfer Altbürgermeister Michael Syré, Karin Schneider sowie die Gemeindereferentin Judith Richter durch die rappelvolle Kirche zum Altar. Mit einer Narrenkappe auf dem Kopf und dem Schalk im Nacken eröffnete Pfarrer Joachim Fey mit einer humorvoll vorgetragenen Begrüßungsrede die Messe. Mit rhetorischem Geschick nahm er erst alle Mitwirkenden und dann auch seine „Schäfchen“ Stadtteilspezifisch auf die Schippe und erntete dafür immer wieder Lachsalven und am Schluss stehende Ovationen. Besonders begrüßte er mit heiteren Gesangsversen am Altar das neue Prinzenpaar Gerd I. und Tine I. aus Stromberg, die in dieser Session für ganz Bendorf zur Verfügung stehen werden. Nach einem besinnlichen Psalm mit Pfarrer Götz und dem Tagesgebet von Judith Richter intonierten die ‚Boos Bar’s Bubbscher‘ das Lied „The Lion Sleeps Tonight“ mit erheiternden Slapstick Einlagen von Thomas Appelbaum. Es folgte wieder ein besinnlicher Teil mit der Seligpreisung und dem Vaterunser in Bendorfer Mundart mit Michael Syré, bevor es Pfarrer Gerd Götz verstand, mit einer heiter-besinnlichen ‚Närrischen Regierungserklärung‘ die Gemeinde zu begeistern. Ebenfalls sehr sehens- und hörenswert war eine lustige Gesangseinlage mit Pfarrer Fey und Judith Richter, die einen eigenen humorvollen Text mit der Melodie des Karnevalshits der Höhner „Viva Colonia“ unterlegt hatte. Aus hunderten Kehlen stimmte die Gemeinde in den jeweiligen Refrain mit ein, gefühlt in ganz Bendorf zu hören. Nach einem weiteren großartigen A-cappella-Vortrag der ‚Boos Bar’s Bubbscher‘ mit „Hei in Bendorf am Rhein“ setzte der Barde der KuK Christoph Hahn mit dem einen oder anderen Scherz und seiner gesanglichen Hommage an Bendorf dem Ganzen die Krone auf.
Nach dem abschließenden Segen an die Gemeinde lud Pfarrer Fey diese zu einem anschließenden gemütlichen Beisammensein in das Pfarrhaus ein. Zu den Karnevalsklängen des Musikvereins Sayn mit ihrem Dirigenten Stefan Kux und unter dem Beifall des Publikums begaben sich alle Mitwirkenden einschließlich dem Bendorfer Prinzenpaar auf einen Ausmarsch quer durch die Kirche und folgten danach den Besuchern zum gemütlichen Teil in das Pfarrhaus.
Mit kirchlichem Segen ist damit quasi der Bendorfer Sitzungs- und Straßenkarneval eröffnet.
Das Prinzenpaar bei seiner Rede.
Die Kirche war rappelvoll mit bunt kostümierten Narren.
Altbürgermeister Michael Syré betet das Vaterunser in Bendorfer Munsart.
‚Boos Bar’s Bubbscher‘ zeigten einen großartigen Vortrag.