Fachkraft-Kind-Relation ist in der Kita-Novelle nicht vorhanden
Kita-Novelle stößt auf große Bedenken
Cochem. Die anstehende Novelle des Kindertagesstättengesetzes bewegt auch im Landkreis Cochem-Zell die Gemüter. Rund 90 Erzieher und Erzieherinnen haben sich jetzt auf Einladung der Landtagsabgeordneten Anke Beilstein zusammengefunden, um sich über die beabsichtigten Änderungen auszutauschen. „Ich hatte im Vorfeld viele Postkarten erhalten, in denen die Erwartungshaltung der Betroffenen zum Ausdruck gebracht wurde. Gleichzeitig hat sich die der Arbeitskreis der Mitarbeitervertretung MAV der Kita gGmbH und aller kommunalen Kitas im Landkreis Cochem-Zell intensiv mit dem seit Juni vorliegenden Referentenentwurf befasst. So war es Wunsch von beiden Seiten, jetzt miteinander ins Gespräch zu kommen.“, schildert Anke Beilstein die Vorgeschichte zu diesem Treffen in großer Runde. Nach ihren Ausführungen wird die parlamentarische Beratung mit Beginn des neuen Jahres starten und dann wohl zur Jahresmitte in den Gesetzesbeschluss münden. Mit der Vorlage des Referentenentwurfs im Juni 2018 hatte die Landesregierung ihre ersten Vorstellungen veröffentlicht. Anke Beilstein hat seitdem in vielen Einzelgesprächen den Eindruck erhalten, dass diese Vorstellungen in vielfacher Hinsicht nicht den Erfordernissen und Bedarfen von Kindern, Eltern und Erziehern gerecht werden. Daher sei jetzt der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden, um noch Änderungen bewirken zu können. „Ich möchte heute Abend zuhören und Ihre Erfahrungen aus der Praxis kennenlernen, um dies im Gesetzgebungsprozess einbringen zu können.“, eröffnete die Landtagsabgeordnete aus Ernst den Abend. Nach einem kurzen Referat zu den möglichen Auswirkungen auf den Landkreis durch den Abteilungsleiter des Fachbereiches „Jugend und Familie“ der Kreisverwaltung, Stephan Weber, gehörte den Erzieher/innen das Wort. Eindrucksvoll schilderten sie, wie schwierig die Bedingungen bereits jetzt seien. Die dringend erforderliche Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation finde sich im Entwurf der Kita-Novelle nicht wieder. Die dort formulierte Personalausstattung sei keine Grundlage für eine qualitativ gute Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern. Der Anspruch auf eine durchgängige siebenstündige Betreuung mit Mittagessen erfordere nicht nur mehr Räumlichkeiten, sondern auch Personal. Wenn gleichzeitig eine Belegungsquote eingezogen werde, bei deren Unterschreitung Personalkosten zurückgezahlt werden müssen, führt dies zu großen Befürchtungen bei der Mitarbeitervertretung: „Es werden dann mehr befristete Verträge abgeschlossen werden müssen, was einen ständigen Wechsel der Mitarbeiter mit sich zieht.“, erklärt Claudia Geyermann. „Wir brauchen aber Kontinuität und verlässliche Bezugspersonen für die Kinder, da Bindung und Beziehung die wichtigsten Voraussetzungen für eine positive Entwicklung der Kinder sind.“ Am Ende des Abends übergab sie Anke Beilstein eine Unterschriftenliste mit der Forderung, dass die Landesregierung das Gesetz überarbeiten möge. Die Abgeordnete versprach, diese an die Bildungsministerin weiterzugeben und sich im Gesetzesverfahren für die berechtigten Anliegen einzusetzen. „Was bisher vorliegt, ist eher ein Zumutungsgesetz als ein Zukunftsgesetz, und zwar für alle Beteiligten – ob Erzieherinnen, Kinder und Eltern, Träger oder Landkreis.“, resümierte sie den Abend. Sie hofft, dass es mit vereinten Kräften gelingt, schon zur Einbringung des Gesetzes Nachbesserungen zu erreichen.
Pressemitteilung
Anke Beilstein, MdL
