Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz
Klangvolle Zeitreise durch die letzten Jahrhunderte
"Musik to go - trifft Geschichte"
Montabaur. Das Wandelkonzert „Musik to go – trifft Geschichte“ war eine klangvolle Zeitreise durch die letzten Jahrhunderte. Es wurde zu einem klangvollen Ereignis, das zwei Jubiläen vereinte: Montabaur feiert 725 Jahre Stadtrecht und das Landesmusikgymnasium das 25-jährige Bestehen.
Die musikalische Eliteschule hat mit dem Konzert wieder einmal einen ganz besonderen Coup gelandet: Die talentierten Schüler hatten die Geschichte aus Montabaur im Unterricht aufgearbeitet und gemeinsam mit dem Konzertgitarristen Volker Höh und ihrem Geschichtslehrer Claus Peter Beuttenmüller zu eben jenem Wandelkonzert geformt: Acht historische Schauplätze in Montabaur bildeten eine perfekte Kulisse, um zeitgenössische Musik vergangener Epochen aufleben zu lassen. Pünktlich um 14 Uhr erklangen vom Balkon des Rathauses mittelalterliche Fanfaren und schon ging es los: Im Halbstundentakt versetzten die Musiker in Bläser- und Flötenensembles, darunter Trompete, Saxophon und Klarinette oder an der Orgel, ihre Zuhörer in eine lebendige Vergangenheit. Zuvor gab es jeweils einen kleinen Rückblick in das damalige Zeitgeschehen, liebevoll aufbereitete Informationstafeln vertieften die Eindrücke. Es blieb genügend Zeit, von Station zu Station zu bummeln, wer es bequemer liebte, ließ sich von der historischen Bimmelbahn chauffieren.
Im Bereich der ehemaligen Synagoge in der Wallstraße gedachte eine Klezmer-Quartett und ein Klarinetten-Duo der jüdischen Mitbewohner: Klezmer ist eine typische jiddische, nicht liturgische, Musik, die nie Noten überlieferte. Der Vater gab die Musik an seinen Sohn weiter und so veränderte Klezmer sich immer wieder aufs Neue. Ein Klezmer-Musiker erzählt seine Geschichte mit seinem Instrument, mal traurig, mal lustig.
Am Wolfsturm gab es unter der Leitung von Andreas Steffens klassischen New Orleans Jazz: Die fetzige Musik sowie ein Gedenkstein, den Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland enthüllte, erinnert an einen amerikanischen Piloten, der kurz vor Ende des ersten Weltkrieges in Montabaur abgestürzt war. Die Stehle wurde von dem Künstler Klaus Winter gefertigt, der sie seiner Heimatstadt zum Geschenk machte.
Militärisch zackig ging es am Rudolf-von Habsburg-Platz zu: Die Bläsergruppe unter Leitung von Philipp Hebgen war mit zünftiger Marschmusik in der preußischen Kaiserzeit zu Hause, während an der Stadtmauer mitteralterliche Gitarren- und Flötenklänge erklangen. Der Zeit entsprechend gewandet waren die Tänzer der Montabaurer Gruppe „Salt Amici“ (Leitung Markus Amenda), die Reigen- und Schreittänze von damals zeigten.
Johann Sebastian Bachs Orgelmusik in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Ketten erinnerte ebenso an die Zeit des Barock, wie ein Flötenensemble und ein Trompeten-Duo im Vorderen Rebstock. Das Streichquartett verzauberte am Konrad-Adenauer-Platz mit heutiger Kammermusik.
Es war ein ungewöhnliches und erfolgreiches Konzert, was die Schüler mit ihrer „Musik to go“ initiiert hatten. Nicht nur die Stadtbürgermeisterin war sehr angetan und sie lobte die jungen Musiker dafür: „Es ist einfach toll, wenn junge Menschen mit musikalischem Talent die Geschichte so lebendig aufarbeiten.“
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