Allgemeine Berichte | 28.12.2016

30. Weihnachtskonzert der Sinziger Turmbläser in Sankt Peter

Klangvolles und Einfühlsames

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Sinzig. Es gibt Traditionen die gehören einfach zum Weihnachtsfest dazu: In Sinzig ist dies mit Sicherheit das Weihnachtskonzert der Turmbläser. Mit ihrer 30. Aufführung dieses festlichen Konzertes feierten die Turmbläser unter der Leitung von Stephan Pauly in Sankt Peter ein bemerkenswertes Jubiläum. Unter dem Leitmotiv „Machet die Tore weit“ sorgte das Blechbläserensemble für Alte Musik für stimmungsvolle Momente in der bestens gefüllten Pfarrkirche von Sankt Peter. Präsentiert wurde dabei ein konzertanter Streifzug durch gleich mehrere Jahrhunderte der klassischen Musik. Unter anderem kamen Werke von Tomaso Albinoni, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Krüger, Peter Warlock, Johann Sebastian Bach und Felix Bernard zur Aufführung. Begrüßt wurden die Konzertbesucher, ie längst nicht nur aus Sinzig kommen, sondern teilweise auch sehr weite Anfahrten in Kauf nehmen,von Dechant Achim Thieser: „Weihnachten ist das Fest der Liebe und führt die Menschen überall auf der Erde zusammen. Die Turmbläser machen es sich einmal mehr zur Aufgabe,die Liebe, die in Jesus Christus Mensch geworden ist, zu verkünden“, begrüßte der Hausherr. Begonnen hatte das musikalische Programm zuvor mit der Motette „Machet die Tore weit“ von Andreas Hammerschmidt. Mit Stefan Alfter, Lars Heller, Achim Kistenich und Stephan Pauly (alle Trompete), Jasmin Brandt (Posaune), Martin Stender (Horn) und Bernd Mollberg (Tuba) präsentierten sich die Sinziger Turmbläser einmal mehr als ein gekonnt abgestimmtes Blechbläserensemble. Die Turmbläser können ganz zart, sind aber auch in der Lage, mit ihrer Klangfülle das Gewölbe von Sankt Peter komplett musikalisch einzunehmen. Und in diesem Jahr gab es eine besonders gelungene Premiere. Denn der in Bad Neuenahr lebende Journalist und Autor Gregor Schürer verschaffte mit drei literarischen Lesungen eigener Werke den Turmbläsern Luft und die entsprechenden Atempausen. Schürer präsentierte dabei ganz verschiedene Sichtweisen des Weihnachtsfestes. Die eines kleinen Kindes und die eines Großvaters und seines Enkels, die die Gemeinsamkeit aufweisen, als Soldaten den Heiligen Abend in Stalingrad und in Kundus zu verbringen und aus Sicht des Ochsen Silan, der in Bethlehem die Geburt des Jesuskindes miterlebt hatte. Anrührend und humorvoll war die Geschichte des kleines Mädchens, das am frühen Morgen von seinem noch schlaftrunkenen Vater wissen will, warum denn das Pferd weggelaufen sei. Hintergrund: Die Kleine hatte in der Vorabendmesse das Lied „Es ist ein Ros´ entsprungen“ gehört.

Die Sinziger Turmbläser bewegen sich nicht nur sicher in den Bereichen Klassik und Barock, sondern auch etwa bei dem jazzigen Winter Wonderland. Und es gibt sozusagen eine Tradition in der Tradition, denn nach dem tosenden Schlussapplaus gab es von den Turmbläsern als Zugabe wie immer „Tochter Zion“ mit Gesang und dem Blechbläserensemble. Dies war ein sehr würdiger Abschluss zu einem einfühlsam unterhaltsamen Abend, der den Zuhörern den Gedanken an Weihnacht richtig nahe brachte. Wie gesagt in Sinzig sind die Turmbläser und ihr Konzert ein unverzichtbarer Bestandteil des Weihnachtsfestes. BL

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