Statt Lanxess-Arena singen über 400 Kinder auf Linzer Marktplatz
„Klasse, wir singen (wieder)!“ mit Gänsehautmomenten
Liederkonzert der Grundschule Linz und der Robert-Koch-Schule füllte die Innenstadt
Linz. „Komm‘, wir ziehen in den Frieden“, schallten mehr als 400 Kinderstimmen über den Linzer Marktplatz und ließen den bewegten Zuhören eine Gänsehaut zurück.
Das Projekt „Klasse, wir singen“ gibt es schon seit vielen Jahren und soll Kinder (und Eltern) daran erinnern, dass Volkslieder durchaus mehr als nur eine Strophe haben. So ist es Ziel, viele Lieder mit vielen Strophen auswendig zu lernen und mit etlichen anderen Klassen in einem gigantischen Konzertsaal vorzutragen. So geschehen über einige Jahre mit Grundschülern aus Linz in der Lanxess-Arena in Köln.
Corona machte wie so oft einen Strich durch die Rechnung des Projektes. Nicht aber für Dorothée Calmund, musikbegeisterte Grundschullehrerin, die das Projekt schon öfter begleitet hatte und es so wichtig findet, dass Kinder singen. „Es öffnet einem das Herz, wenn man Kinder nach der Probe singend durch die Saarlandstraße laufen sieht und hört.“, erzählte Calmund gerührt.
So fing die Lehrkraft im vergangenen September wieder mit Proben an und zog diese, wann immer die Corona-Vorgaben es zuließen, das Jahr über durch. Ihr zur Seite standen Ute Schäfer, Diane Tausch und Daria Doll, drei Lehrerinnen der sechsten Klassen der Robert-Koch-Schule, die intensiv mit ihren Schülern probten sowie alle Klassenlehrer der Grundschulklassen, die immer wieder und unermüdlich Volks-, Spaß- und Friedenslieder einstudierten.
Und dann spielte nach vielen Regentagen das Wetter mit und ein fröhliches „Klasse, wir singen!“ erschallte vor dem Linzer Rathaus. Durch die gelungene Musikstunde führten professionell Paul Calmund und Leonora Metaj, die TV- und Radiojournalismus mit Moderation an der Medienakademie WAM in Dortmund studieren. Aber es gab nicht nur Gesang: Bei dem Lied „Zwei kleine Wölfe“, tauchten auf einmal etliche kleine Wolfsgesichter vor dem Publikum auf. „Hevenu Shalom alechem“ wurde in verschiedenen Gruppen auch getanzt und zu Udo Lindenbergs „Wir ziehen in den Frieden“ hatten die fleißigen Schüler Friedenstauben und Ukraine-Flaggen gebastelt, die an langen Stangen empor gehalten wurden. „Mir kommen gerade die Tränen!“, schluchzte die ältere Dame neben einer ukrainischen Mutter. In diesem Moment waren alle Menschen auf dem Marktplatz im Frieden vereint. „Und wie fühlt man sich nach so einem Event?“, fragte der Moderator die aufatmende Leiterin. „Reif für die Dusche!“, lachte Dorothée Calmund, nicht ohne ihre Helfer von RKS und Grundschule zu erwähnen und dass die größte Belohnung für alle sei, „dass ihr Sänger hier steht.“.
Der Linzer Marktplatz war von begeisterten Zuhörern gefüllt.
