Basar stand ganz im Zeichen für den guten Zweck
„Kleidertausch statt Shoppingrausch“
Zwei Plaidter Schwestern organisierten Kleidertauschbasar zu Gunsten ihrer an Brustkrebs erkrankten Freundin
Plaidt. Unter dem Motto „Kleidertausch statt Shoppingrausch“ organisierten die Schwestern Henrietta und Luca Mehlis aus Plaidt einen Kleidertausch- Basar, der am Sonntag in der Grundschule Plaidt regen Zulauf fand. Während der Hintergrund der sogenannten Swapping-Partys normalerweise als Gegenentwurf und Alternative zum übermäßigen Konsum für Kleidung dient, war die Veranstaltung in Plaidt aus aktuellem Anlass dem Kampf gegen den Brustkrebs gewidmet, den ihre Freundin Steffi Thönnes derzeit durchstehen muss.
Vor vier Monaten hat das Leben der 29-Jährigen aus Plaidt eine radikale Wendung genommen. „Als ich einen Knoten in meiner Brust ertastet habe, bin ich umgehend zum Arzt gegangen. Doch aufgrund meines jungen Alters hatte dieser die Diagnose Brustkrebs ausgeschlossen und mich ohne weitere Untersuchungen nach Hause geschickt“, erzählt die sympathische junge Frau. Doch ihr Bauchgefühl sagte ihr etwas anderes, was dann schließlich durch eine Untersuchung bei einem weiteren Arzt bestätigt wurde. „Mit der Diagnose Brustkrebs wurde ich umgehend ins Brustzentrum überwiesen, wo sofort mit der Behandlung und der anschließenden Chemotherapie begonnen wurde“, erzählt Steffi Thönnes, bei der der Schock über die traumatische Diagnose noch spürbar tief sitzt.
Abgesehen von der Zukunftsangst, der Unsicherheit, dem physischen Schmerz und emotionalem Stress, den die Krankheit mit sich bringt, ist eine Krebstherapie mit hohen Kosten verbunden, die nicht alle von der Krankenkasse übernommen werden.
Neben den hohen Rezeptgebühren würde insbesondere eine Hormontherapie mit satten 1.000 Euro zu Buche schlagen. Steffi und ihr Lebensgefährte Lucas Spriegel, die schon ihre für dieses Jahr geplante Hochzeit auf nächstes Jahr verschieben mussten, würden jedoch gerne Eltern werden. „Die Chemotherapie führt jedoch zur Unfruchtbarkeit“, erzählt die Plaidterin offen. Dem könne nur mit einer Hormontherapie entgegengesteuert werden. Dies hat die Schwestern Henrietta und Luca Mehlis so bewegt, dass daraus die Idee entstand im Rahmen eines Kleidertausch-Basars Spenden zu sammeln.
Dass sich rund 15 regionale Sponsoren an der Aktion beteiligt haben, freut die Schwestern besonders. „Es ist schön, zu sehen, dass die Gemeinschaft zusammenrückt und etwas auf die Beine stellt“, so Henrietta Mehlis.
Auch bei den Plaidter Bürgern fand die Aktion großen Anklang. Rund 50 Besucherinnen und Besucher kamen am Sonntag in die Grundschule Plaidt, um ihre Kleidung zu tauschen.
Von T-Shirts, Pullovern, über Hosen, Röcke, Kleider bis hin zu Schuhen für Frauen, Männer und Kinder, sowie Accessoires wie Taschen, Gürtel und Schmuck wurde alles gut nachgefragt, obwohl viele deutlich mehr Kleidung mitbrachten, als sie wieder mitnahmen. „Die Kleider, die übrig bleiben, geben wir an die St. Josef Werkstätten zu den Barmherzigen Brüdern nach Saffig“, so die Organisatorinnen.
Steffi Thönnes hat sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten dennoch dazu entschieden, die Spenden nicht für sich selbst zu verwenden, sondern verschiedene Projekte mit dem Erlös aus der Veranstaltung zu unterstützen, wie beispielsweise die „Herzkissen-Nähgruppe“ in Neuwied, sowie die Psychoonkologin, die verschiedene Seminare, wie Kopftuchbinden oder Schminktipps für Krebspatienten anbietet.
„Auch als Kranke möchte man ja schließlich noch gut aussehen“, gibt sich die junge Frau selbstbewusst. Bewegt von der großen Anteilnahme bedankt sich Steffi Thönnes bei allen Sponsoren, Helfern und Gästen der Veranstaltung und richtet abschließend einen eindringlichen Appell an alle Anwesenden. „Geht bitte regelmäßig zu Krebsvorsorge, egal wie jung oder alt ihr seid, diese Krankheit kann jederzeit jeden treffen“.
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