Allgemeine Berichte | 29.11.2024

Erster Zuchterfolg bei den Salomonen-Riesenskinken

„Kleine Riesen“ im Zoo Neuwied

Der Wickelschwanzskink im Zoo Neuwied.  Foto: Thorben Maur

Neuwied. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2011 hat es im Exotarium, dem modernen Terrarienbereich des Zoo Neuwied, schon viele erfreuliche Zuchterfolge gegeben.

„Es ist nur schade, dass die Zoobesucher die Jungtiere kaum sehen können, weil wir sie hinter den Kulissen ausbrüten und großziehen“, bedauert Tierpfleger Thorben Maur.

„Wir können immer nur erzählen, dass wir erfolgreich züchten, aber sichtbar ist der Erfolg nicht.“

Der Grund für dieses Vorgehen ist das fehlende Brutpflegeverhalten der allermeisten Reptilien: Nach der Eiablage ist die Sache erledigt und die Eier werden sich selbst überlassen. Würden die Jungtiere in unmittelbarer Umgebung der erwachsenen Tiere schlüpfen, wie es in einem Terrarium der Fall wäre, bestünde die Gefahr, dass die Eltern den eigenen Nachwuchs als Beutetiere betrachten und fressen. Daher werden Reptilieneier in der Terraristik üblicherweise aus den Terrarien entnommen, im Inkubator bebrütet und die Jungtiere werden erst dann mit den Eltern zusammengesetzt, wenn sie groß genug sind, nicht mehr als Beute zu enden – in der Zoowelt werden sie dann jedoch meist schon an andere Einrichtungen weitergegeben.

„Aber diesmal ist das anders“, freut sich Maur, der Revierleiter des Exotariums. „Die Wickelskinke, die aufgrund ihrer beachtlichen Größe und natürlichen Verbreitung auch ‚Salomonen-Riesenskinke‘ genannt werden, gehören zu den ganz wenigen Ausnahmen unter den Reptilien, die Brutpflege betreiben. Sie legen keine Eier, sondern sind lebendgebärend. Die Weibchen bringen ein bis zwei lebende Junge zur Welt, die mit einer Länge von 30-35 cm bereits bei der Geburt etwa halb so lang sind wie das Muttertier. Und die elterliche Fürsorge hört nicht bei der Geburt auf: Die Mutter verteidigt ihren Nachwuchs auch in den Monaten danach vehement – da muss man beim Saubermachen oder beim Versuch, Fotos zu machen, ganz schön auf seine Finger aufpassen.“

Die zwei Jungtiere, die aktuell zusammen mit ihren Eltern und einem weiteren Pärchen Wickelskinke im Exotarium zu sehen sind, sind der erste Nachwuchs dieser Art für den Zoo Neuwied. Ganz einfach zu entdecken sind jedoch auch diese Reptilien-Jungtiere für die Besucher nicht: „Die Wickelskinke sind baumlebend und halten sich meist im Geäst auf, wo sie sich mit ihrem Greifschwanz festhalten und durch ihre grünbraune Tarnfarbe schwer zu entdecken sind. Außerdem sind sie überwiegend nachts aktiv.“ Thorben Maur hat aber noch einen Tipp für die Besucher: „Die Salomonen-Riesenskinke schlafen meist in den großen Korkröhren, die wir in der Anlage platziert haben. Wenn man sich ein bisschen streckt, kann man in einige davon reingucken und mit etwas Glück die Riesenskinke dort entdecken. Übrigens sind in dem Terrarium auch noch Smaragdskinke unterwegs – die sind aber viel kleiner und zarter als die plumpen Wickelskink-Jungtiere, und leuchtend Grün. Verwechseln kann man die also eigentlich nicht.“

Zoo Neuwied

Die Nachzucht der Wickelsinke war erfolgreich.

Die Nachzucht der Wickelsinke war erfolgreich.

Der Wickelschwanzskink im Zoo Neuwied. Foto: Thorben Maur

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Grillsaison Filiale Mühlheim-Kärlich
Grillsaison Filiale Dernbach
Innovatives rund um Andernach
Titel
Anzeige KW 25
Anzeige Fahrzeugsegnung
Empfohlene Artikel
Die vulkanische Geschichte der Eifel lässt sich im Lava-Dome spielerisch entdecken. Foto: Dominik Ketz
254

Wer glaubt, Vulkane gäbe es nur auf Island oder in Italien, hat die Rechnung ohne die Eifel gemacht. Im Lava-Dome in Mendig wird schnell klar: Auch hier ging es einst verdammt heiß her! Das Deutsche Vulkanmuseum entführt seine Besucher auf 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte. Klingt staubtrocken? Von wegen! 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte.

Weiterlesen

In der ehemaligen Ahrweiler Synagoge diskutierten (von links) Nick Falkner, Ulrich van Bebber, Susanne Bell und Dr. Martin Wein.
256

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie hat die Flut den Zusammenhalt im Ahrtal verändert. Welche Konflikte bestehen noch? Wo trägt bürgerschaftliches Engagement weiterhin? Wo brauchen Menschen, Vereine und Kommunen mehr Unterstützung? Und was muss Politik aus dieser Katastrophe lernen, damit Warnketten funktionieren, Zuständigkeiten klar sind und der Staat im Krisenfall schneller handeln kann?

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 11
155

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die niedergebrannte Zimmerei von außen.
1469

Firmenhalle einer Zimmerei in Brohltal-Ost brennt in der Nacht auf Samstag bis auf die Grundmauern ab

20.06.: 110 Feuerwehrleute und Helfer kämpfen gegen die Flammen

Niederzissen. Die Werkhalle der Zimmerei Reimund Müller im Industriegebiet Brohltal-Ost ist in der Nacht zum Samstag ein Raub der Flammen geworden. Der Feueralarm bei der Feuerwehr Brohltal ging um 22.50 Uhr ein. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte die Fabrik bereits lichterloh. Feuerwehren aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und auch Andernach wurden umgehend zur Verstärkung angefordert, sodass rund 110 Feuerwehrleute und Helfer in der Nacht gegen ein Ausbreiten des Großfeuers kämpften.

Weiterlesen