Brexbachtalbahn wieder in Betrieb
Klimaschutz mit Bundesförderung
Region. 69 Deutsche Großkonzerne haben unlängst einen Appell an die Koalitionäre der kommende Bundesregierung gerichtet. Sie fordern darin klare Kante in der Klimapolitik in Form einer „Umsetzungsoffensive für Klimaneutralität“. Weil der Verkehrssektor jedoch noch immer für rund 20 Prozent der Treibhausgase in Deutschland CO2 verantwortlich ist, ist die Verkehrswende, entscheidend. Ohne mehr Bahnverkehr können wir niemals klimaneutral werden. Während andere Wirtschaftssektoren- und Branchen ihre CO2-Emissionen in den vergangenen Jahren reduzieren konnten, verursacht der Verkehr heute noch genauso viel Kohlendioxid wie im Jahr 1990. 95 Prozent der Treibhausgasemissionen gehen dabei auf das Konto des Straßenverkehrs und 42 % der Stickoxide. Um die verpflichtenden Pariser Klimaziele einzuhalten, ist eine Verkehrsverlagerung unabdingbar: runter von der Straße und rauf auf die Schiene. Denn die Bahn fährt schon jetzt zu über 60 Prozent aus erneuerbaren Energien und ersetzt mit jedem Zug bis zu 100 LKWs auf der Straße. Damit ist die Eisenbahn das umweltfreundlichste, sicherste und wirtschaftlichste Verkehrsmittel und wird auch für den Mittelstand mit wachsender der CO2-Bepreisung immer wichtiger, vor allem wenn Waren über längere Strecken transportiert werden. Holz z.B. aus dem Westerwald nach Österreich.
Veränderungen aber beginnen immer vor Ort bei jedem selbst. Deshalb engagieren sich die Mitglieder des Brexbachtalbahn e.V. auch seit Jahren für die Reaktivierung der Strecke. Hier wird nicht verhandelt, sondern gehandelt - und das mit Erfolg. Seit Juni diesen Jahres ist die Bahnlinie im ersten Abschnitt ab Grenzau wieder in voll in Betrieb. Eine echte Umsetzungsoffensive von Bürgern für den Klimaschutz, über die selbst die FAZ im August berichtet. In monatelangen Arbeiten an den Gleisen, Brücken und der Technik, die zum größtenteils ehrenamtlich erbracht wurden, erteilte das Ministerium im Juni eine Betriebsgenehmigung für 25 Jahre.
Und gleich ging es richtig los, denn die regionale Holzindustrie suchte händeringend nach Verlademöglichkeiten. Seit dem wird in Ransbach regelmäßig Holz verladen, LKW-Verkehr auf die Schiene verlagert, signifikant CO2 eingespart und die heimische Wirtschaft unterstützt. Um die Kapazitäten zu erhöhen, wurde in Eigeninitiative auch ein wichtiges Ladegleis im Bahnhof Ransbach wieder eingebaut, das die DB AG hier vor Jahren herausgerissen hatte. Dafür haben die Aktiven neue Gleisjoche beschafft und in Eigenleistung eingebaut. Damit ist der auch in seinen Gleisanlagen denkmalgeschützte Bahnhof in Ransbach wieder komplett, was sich als großer Vorteil erweist. Es kann jetzt zweiseitig beladen und damit die Effizienz erhöht und die Dauer der Verladung verkürzt werden. Arbeiten in den Tagesrandzeiten entfallen damit künftig.
Besonders bemerkenswert: diese Investition wurde ohne Antrag auf Fördergelder gestemmt, damit es schneller geht. Denn für den Klimaschutz und die Verkehrswende gilt, keine Zeit mehr zu verlieren. Besonders gefreut hat man sich im Verein aber über die Förderung des Bundesverkehrsministeriums. Weil für einen Bahnbetrieb hohe sicherheitsrelevante Standards gelten, ist sicherer Zugfunk und störungsfreier Mobilfunkempfang besonders wichtig. Das vereinseigenen Baufahrzeug SkL mit Kran wurde deshalb nun mit einem neuen, digitalen GSM-R-Gerät ausgestattet. Für diese Investition wurde über das Eisenbahnbundesamt eine Förderung beim Bundesverkehrsministerium beantragt, die auch genehmigt wurde. Mit allen vereinseigenen Leistungen, die mit der Förderung berücksichtigt und verrechnet werden, konnten jetzt fast 30.000 Euro in die Sicherheit der Brexbachtalbahn investiert werden. Einmal mehr handelt man beim Verein damit beispielhaft zukunftsorientiert als weitsichtiger Impulsgeber für die Region und erhält und nutzt wieder eine wertvolle, leistungsstarke und nicht versiegelte Infrastruktur getreu dem Motto: Back to the Future.
Pressemitteilung
Brexbachtalbahn e.V.
